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Jahresauftakt der Linken: Bartsch erneuert Anspruch auf Parteivorsitz

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken will seine Partei wieder "auf die Erfolgsspur" bringen. Deshalb will Dietmar Bartsch als Parteivorsitzender kandidieren. Doch auch Oskar Lafontaine soll eine wichtige Rolle im Wahlkampf 2013 spielen.

In der Debatte um die künftige Parteispitze der Linken hat Fraktionsvize Dietmar Bartsch erneut seinen Führungsanspruch angemeldet. Bartsch bekräftigte am Montag im ARD-"Morgenmagazin" seine Ankündigung, beim Parteitag Anfang Juni in Göttingen für den Vorsitz der Partei zu kandidieren. "Ich habe das Angebot gemacht mitzuhelfen, dass die Partei wieder auf die Erfolgsspur kommt", sagte Bartsch. Deutschland sei in einer schwierigen Lage. Da gebe es viele Fragen, die beantwortet werden müssten. "Da braucht es eine starke Linke und deshalb habe ich mein Angebot unterbreitet."

Zur Frage der weiteren Rolle des früheren Partei- und Fraktionschefs Oskar Lafontaine sagte Bartsch, er hoffe, dass dieser im Wahlkampf 2013 "eine sehr wichtige Rolle" spielen werde. "Das ist eine Entscheidung, die, wenn überhaupt, er zu treffen hat." Lafontaine habe nach seiner Krankheit gesagt, er stehe nicht mehr zur Verfügung. Nun sei zu hören, dass er hier jetzt über Dinge nachdenke. "Wir werden diese Fragen gemeinsam miteinander bereden", sagte Bartsch. Die Linke werde es schaffen, "einen zweiten Aufbruch hinzulegen".

Die Linke veranstaltet am Montag ihren traditionellen politischen Jahresauftakt mit Reden der beiden Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. Dabei dürfte es auch um die seit Monaten anhaltenden Personaldiskussionen gehen. Lötzsch will erneut für den Vorsitz kandidieren, Ernst hat sich öffentlich noch nicht festgelegt.

Fraktionschef Gregor Gysi hatte mit seiner Ankündigung für Irritationen gesorgt, 2013 wieder gemeinsam mit Ex-Parteichef Oskar Lafontaine als Spitzenkandidat antreten zu wollen. Dazu sagte Lafontaine: "Wenn die Entscheidung ansteht, dass ein Parteitag die Spitzenkandidatur festlegt, werde ich mich dazu erklären."

hw/DPA/AFP / DPA