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Joschka Fischer: Ich habe einen Traum

Er läuft wieder - und wer Joschka Fischer kennt, weiß, was das heißt: Der Silberrücken der Grünen will es noch einmal wissen. Will abnehmen, fort aus den rot-grünen Niederungen. Europa muss es schon sein

Es ist kurz nach drei im Brüsseler Konvent, die Debatte über die neue EU-Verfassung schleppt sich hin. Kaum jemand hört zu. Man trinkt Kaffee, steckt die Köpfe zusammen, liest Zeitung. 15 Uhr 35, der Vorsitzende Valéry Giscard d'Estaing gibt Monsieur Fischärr das Wort. Es wird still im Saal, man hört dem Schwergewicht aus Berlin aufmerksam zu. Routiniert und emotionslos liest der deutsche Außenminister seinen Text ab. Zwei Delegierte klatschen matt. Fischer hat nichts gesagt, was die Zeitungen am nächsten Tag für meldenswert halten. Anstandshalber bleibt der Deutsche im schwarzen Dreiteiler noch ein paar Minuten sitzen, dann verschwindet er mit einem anderen Schwergewicht, dem Luxemburger Jacques Santer, zu "bilateralen Gesprächen" in den abgeschirmten Salons des Europäischen Parlamentes. Dorthin, wo das Fell des Bären wirklich verteilt wird. Immer der Macht nach, mit einem untrüglichen Riecher.

Wieder einmal steht Joseph Martin Fischer, 55, vor einer Wende in seinem kurvenreichen Leben. Er will weg aus Berlin, auch wenn er mit Nebelkerzen um sich wirft, wann immer er einen Journalisten sieht. "Ein für alle Mal: Vergessen Sie es!", ruft er jedem zu, der ihn nach seinen Brüsseler Ambitionen fragt. Unvergessen ist freilich sein historisches Dementi vom Juli 1997: "Ich versichere Ihnen, ich will es nicht, und ich werde es nicht." Ein Jahr später war er Außenminister.

Mit Abstand beliebtester deutscher Politiker

Das hohe Amt, das er angeblich nie wollte, ist ihm gut bekommen. Der ehemalige Straßenkämpfer ist mit Abstand der beliebteste deutsche Politiker, weder der Niedergang von Rot-Grün noch neue Fotos aus seiner militanten Jugend, noch die abenteuerlichen Verrenkungen der deutschen Außenpolitik sind an ihm kleben geblieben. Auch die Tatsache, dass Schröder ihm während der Irak-Krise die Diplomatie in vitalen Fragen aus der Hand genommen hat, wird ihm nicht angelastet. Man hört, dass er hinter schalldichten Türen seinen Frust wohl manchmal laut abgelassen hat, aber nach außen hat er die Kritik am eigenwilligen Kurs des Kanzlers nie getragen.

Fischer, der Überlebenskünstler

Nur einmal wagte er, "den Chef" (Fischer) mild zu kritisieren, allerdings in einem Blatt, das in Deutschland selten gelesen wird. Auf die Frage des britischen "Guardian", was er vom "deutschen Weg" des Kanzlers halte, antwortete Fischer mit seinem Lieblingsdementi: "Nichts da. Vergessen Sie's." Nicht einmal Schröders größter außenpolitischer Fauxpas - die Versicherung, selbst dann nicht an einem Krieg gegen den Irak teilzunehmen, wenn er von den Vereinten Nationen beschlossen würde - hat dem Überlebenskünstler geschadet. Kein Wunder, dass ihm die nationale Bühne zu klein geworden ist. Politik habe "viel mit dem Besteigen eines Achttausenders zu tun", sagte er einmal. Warum soll er sich noch länger im Flachland rund um den Kreuzberg abstrampeln? Warum soll er mit Jürgen, Renate und Rezzo bei Dosenpfand-Gipfeln palavern, wenn Colin, Jacques und Kofi darauf warten, mit ihm den Nahen Osten, ach was, die Welt neu zu ordnen?

Es ist ein Jammer. Die paar Jobs, die ihm auf den Leib geschneidert wären, existieren nicht oder sind ihm verwehrt. Den Weltaußenminister gibt es leider noch nicht. Auch Papst fällt flach, weil der ehemalige Ministrant ("Weihrauch war meine Einstiegsdroge") ein paarmal zu oft verheiratet war. Bundeskanzler werden kann er nicht, weil seine Partei nie Schritt halten konnte mit seinem Ehrgeiz. Und Bundespräsident? Keine Macht - und immer brav den Mund halten? Da würde einer eingehen, der in seiner Sturm- und Drangzeit zum Bundestagsvizepräsidenten sagte: "Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch."

Der Mann mit dem untrüglichen Gespür

Fischer hatte immer ein untrügliches Gespür dafür, wann er sich davonmachen musste. Seine Biografin Sibylle Krause-Burger (es gibt sieben Biografien über ihn) beschrieb, wie die 19-jährige Aushilfskraft einmal fast Karriere gemacht hätte. Fischer jobbte damals in der Kindergeldkasse in Fellbach. Bei seinem Talent werde er es bestimmt einmal zum Sachbearbeiter bringen, lobte ihn sein Chef. Fischer floh entsetzt, seinem Aufstieg hat es nicht geschadet. Früher als alle anderen scheint der Außenminister gespürt zu haben, dass Rot-Grün nach fünf Jahren vor einem Scherbenhaufen steht: "Fischer möchte das untergehende rot-grüne Schiff schnellstmöglich verlassen", glaubt ein grüner Bundestagsabgeordneter. Wenn die Arbeitslosenzahl auf fünf Millionen klettert, wenn Finanzminister Eichel immer neue Horrorzahlen auf den Tisch legen muss, wenn die reformunfähige SPD sich bis zum Stillstand zerfleischt, drohen im kommenden Jahr entweder Neuwahlen oder eine große Koalition. Der Einzige, der dann auf ein neues, noch schöneres Amt hoffen darf, ist Fischer.

"Joschka ist brillant - vor allem dann, wenn es um seine eigenen Interessen geht", sagte ein grünes Regierungsmitglied zum stern. Der Posten des EU-Außenministers, den es zwar noch nicht gibt, der aber so gut wie beschlossen ist, wurde von Fischer und seinem französischen Kollegen Dominique de Villepin ausgedacht. Misstrauisch beäugt wird das Amt vor allem von den Briten, deren Europaminister Peter Hain ätzte, Außenminister sei ein "falscher Titel, denn es gibt keine europäische Außenpolitik".

"Ein sehr guter Kanditat"

Aber nicht einmal die Briten bezweifeln, dass Fischer "dem Job gewachsen" wäre, wie es der britische Labour-Europaabgeordnete Glyn Ford sagt. Während die Union in Berlin Fischer für eine "glatte Fehlbesetzung" (Friedbert Pflüger) hält, genießt er bei den Konservativen in Brüssel durchaus Sympathien, einige halten ihn für die "hochkarätigste Figur, die die Deutschen seit Jahrzehnten nach Brüssel geschickt haben". Delegierte aus Polen, Schweden, Holland, Italien und Luxemburg haben schon signalisiert, Fischer sei "ein sehr guter Kandidat". Selbst Gegner gestehen ihm zu, dass sein Engagement für Europa aufrichtig ist und seine Visionen für den alten Kontinent kühn sind.

Fischers Traum, die "nationale Identität mit Europa zu verweben", ist für die meisten Engländer und Franzosen zwar ein Albtraum. Sie denken nicht daran, auch nur einen Zipfel ihrer nationalen Souveränität aus der Hand zu geben, schon gar nicht in der Außenpolitik, zu allerletzt an einen Deutschen. Aber sie erkennen an, dass Fischer mit seiner Rede vor der Humboldt-Universität eine Diskussion angeschoben hat, die sich nicht länger unterdrücken lässt. Bleibt Europa ewig ein Club, der über Milchquoten streitet - oder fragt es sich, wie Fischer gerade im "Zeit"-Interview: "Was wird aus den Europäern angesichts der dominanten Rolle der USA? Werden sie ihr Schicksal selbst bestimmen, oder werden sie nur nachvollziehen müssen, was anderswo vorgegeben wird?"

Fischer, der Chaotenbändiger

Fischer muss sein ganzes taktisches Geschick verwenden, sich den Sitz warm zu halten, den er erfunden hat. Aber Sorgen muss man sich um ihn nicht machen, sein heimlicher Bewunderer, der hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch, zollte ihm kürzlich im Berliner "Tagesspiegel" viel Respekt: "In der Frage, welche taktische Entscheidung man trifft - da ist er unbestritten in der obersten Klasse des Landes." Solche Leute braucht Brüssel. Wie man einen chaotischen Haufen bändigt und an die Macht führt, hat Fischer bei seinen Grünen gelernt.

Die nächste EU-Kommission wird im Herbst 2004 ernannt, und erst danach wird der Außenminister-Job geschaffen. Frühestens besetzt wird er im Jahr 2005. Es sei deshalb "viel zu früh", schon jetzt über die Besetzung zu spekulieren, "14 Monate bevor es überhaupt so weit ist", wie der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok sagt. Schon ulkt die Londoner "Financial Times", es sei vielleicht doch kein Klischee, dass "die Deutschen immer als Erste ihr Handtuch am Pool ausbreiten". Gemeint war die überraschend deutliche Empfehlung von Bundeskanzler Schröder, sein Vize sei eine "exzellente Besetzung" für den neuen Job.

Ist Europa reif für den Deutschen?

Selbst wenn der Posten bald beschlossen würde, stünde Fischer noch vor tiefen Fallgruben. Ist Europa reif, den Job ausgerechnet einem Deutschen zu geben? "Ein Deutscher braucht dazu vielleicht mehr als andere die Eigenständigkeit, um sich über historische Hemmnisse hinwegzusetzen", gibt der ehemalige luxemburgische Außenminister Jacques Poos zu bedenken. Wie verhalte sich ein Deutscher gegenüber Israel? "Der Außenminister muss auch bei Sharon mit der Faust auf den Tisch schlagen können." Kann ein Deutscher das? Und kann das Fischer, den der israelische Präsident Katzav gerade als den "besten Freund Israels in Europa" bezeichnet hat?

Nicht nur die deutsche Geschichte wird ihn bei seinem langen Lauf nach Brüssel einholen, auch seine eigene Vergangenheit. Noch weiß man im Rest von Europa nicht so genau wie bei uns, dass Fischer nicht immer im dunkelblauen Nadelstreifen unterwegs war, die Welt zu verändern. Vor allem in Großbritannien, wo eine rabiat anti-europäische Presse gerade gegen den "größten Verrat unserer Geschichte" wütet, wird der ehemalige Steinewerfer noch öfter in Deckung gehen müssen. Roland Koch fragt sich deswegen, "ob seine Biografie in internationalen Gesprächen nicht als Makel gesehen wird". Einen Vorgeschmack darauf gab es neulich in der "Washington Post" zu lesen, wo Fischer als anti-israelischer Terroristenfreund dargestellt wurde.

Im Unterhaltungswert kaum geschlagen

Das wird das Topmodel der biederen deutschen Politik nur beflügeln: "Ich bin immer am besten, wenn ich in der Asche sitze", sagt Fischer gern. Aus dem Lümmel in Turnschuhen, der vor 20 Jahren mit einer Frechheit in den deutschen Bundestag einzog - "eine unglaubliche Alkoholikerversammlung, die teilweise ganz ordinär nach Schnaps stinkt" -, ist zwar ein Staatsmann mit Kragen und Weste geworden. Aber sein Unterhaltungswert ist noch immer größer als der des gesamten Schröder-Kabinetts zusammengenommen. Bei keinem anderen Politiker wird jede neue Ehe, jedes gewonnene/verlorene Kilo und jeder "Illusionsabschleif" (O-Ton Fischer) so begierig verfolgt wie bei ihm.

Fischer beklagt sich gern darüber, aber erstens würde er, wie alle Popstars, leiden wie ein Hund, wenn niemand mehr über ihn schriebe. Und zweitens ist er selbst schuld daran. Niemand hat die Nation so ausgiebig in seine Tagebücher und in sein Seelenleben schauen lassen wie der Mann, der von sich 1999 im stern schrieb: "Mir ist bei allen Veränderungen im Lauf der Jahrzehnte eine Art Extremismus im Lebensstil bis heute geblieben. Entweder - oder! Rechts oder links! Schwarz oder weiß! Und das immer mit vollem Tempo und letztem Einsatz." Auch im Privatleben. Er lebt von seiner vierten Ehefrau getrennt, neuerdings wird er öfter mit einer hübschen Halbiranerin gesehen, wie immer Mitte 20, die in Berlin Film- und Theaterwissenschaft studiert.

Sein Körper dokumentiert seinen Seelenzustand

Seinen Seelenzustand konnte man stets an seinem Gewicht ablesen, er hat Frust und Stress, im wahrsten Sinne, in sich hineingefressen. In "Coledampf's" feinem Küchenladen am Berliner Kollwitzplatz hat Fischer an Ostern gleich drei schmiedeeiserne Bratpfannen gekauft. Noch wiegt er deutlich mehr, als ihm lieb ist. Als er jüngst beim Treffen der EU-Außenminister in Rhodos neben seinem eleganten französischen Kollegen de Villepin saß, jener im blauen Hemd und gestreifter Krawatte, Fischer im offenen, kurzärmeligen, kleinkarierten Freizeithemd (Wer hat ihm das Ding gekauft? Wer hat es ihm eingepackt? Wer hat ihm erlaubt, es anzuziehen?), sah er nicht aus wie der oberste deutsche Diplomat.

Falls Fischer im kommenden Jahr die deutsche Politik verlässt, wird das, wie ein grüner Abgeordneter unter der Hand sagt, "tektonische Verschiebungen im Berliner Machtgefüge" nach sich ziehen. Offiziell klingt alles ganz heiter, "wir müssen jetzt nicht zittern, sondern können fröhlich unsere Zukunft gestalten", frohlockte der grüne Parteichef Bütikofer am Wochenende. Aber hinter den Kulissen "glühen die Apparate heiß", sagt ein Regierungsmitglied, "alle bereiten sich auf die Zeit nach Joschka vor. Die größte Gefahr ist, dass sich die Partei in einen lang anhaltenden Erbfolgestreit verstrickt."

Der einzige Kitt der Grünen oder nur Integrationsfigur?

Fischer hat seine zentrifugalen Grünen mit eiserner Faust zusammengehalten, er ist der Einzige in seiner Partei, der dem Machtmenschen Schröder auf gleicher Höhe in die Augen schauen kann. Was passiert, wenn er mitten in turbulenten Zeiten umzieht? Nicht viel, glaubt der streitbare Parteilinke Hans-Christian Ströbele: "Er ist zwar eine wichtige Integrationsfigur, aber es ist nicht so, dass die Grünen mit Fischer stehen und fallen." Sein Kollege Peter Hettlich sieht es auch gelassen: "Das Leben geht weiter - auch ohne Joschka."

Ohnehin habe sich Fischer in den vergangenen Monaten kaum noch in die Tagespolitik eingemischt, berichtet ein jüngerer Abgeordneter: "Der hat gar keine Zeit mehr, der hat doch kaum noch stattgefunden bei uns." Oft sei er "völlig erschöpft" gewesen, wenn er kam, "müde und abgekämpft" habe er in den Fraktionssitzungen gesessen. Und wenn er doch mal zu raumgreifenden Vorträgen über die geopolitische Lage aushole, werde auf den billigen Sitzen nicht mehr nur ehrfürchtig geschwiegen wie früher. Inzwischen mache sich gelegentlich auch Heiterkeit über seine Belehrungen breit.

Götterdämmerung bei den Grünen? Ein seltsames Gemisch aus Hass und Bewunderung für den übermächtigen, heimlichen Vorsitzenden ist dieser Tage bei den Grünen zu spüren. Während ihn politische Gegner in Brüssel freudig begrüßen, sind in Berlin auch gute Parteifreunde heimlich froh, ihren joggenden Zampano bald los zu sein. Viele von ihnen, vor allem in den vorderen Rängen, hat er schneidend spüren lassen, dass er sie für längst nicht so brillant hält wie sich selbst. So dominant ist er jahrelang über seinem bunten Haufen geschwebt, dass viele Grüne heute einfach erschöpft oder bitter sind. Joschka, stöhnt ein Spitzengrüner, habe mit seiner Popularität den Grünen immer genützt, aber "für mich hat Fischer auch die Seele der Grünen gefressen".

Es gelingt ihm seltener, seine Leute in den Bann zu ziehen, wie kürzlich, als er im Parteirat mit apokalyptischen Worten vor einem Ende von Rot-Grün und einer drohenden großen Koalition warnte: "Wenn wir nicht mehr an der Macht sind, können wir gar nichts mehr durchsetzen!" Auch seine innerparteilichen Gegner haben davor Angst, denn sie haben sich mit der ungeliebten Macht mittlerweile bestens arrangiert. "Wenn Joschka geht", fürchtet ein Realo, "dann nimmt er ein oder zwei Prozent mit, vielleicht die entscheidenden." Ein Parteilinker sieht die Realos schon in Panik: "Die haben ihn immer so überhöht, die sind jetzt in großer Sorge, wer ihn ersetzen könnte."

Die triste Zukunft heißt Trittin oder Künast

Das Problem ist echt - es gibt keinen natürlichen Nachfolger. Auch wenn der Abgeordnete Volker Beck seine Partei für einen "Talentschuppen" hält, so fallen doch immer nur zwei Namen, und über die hält sich der Jubel in Grenzen. Ob die Kabinettsmitglieder Renate Künast und Jürgen Trittin das Zeug zum Außenminister haben, wird auch in der eigenen Partei bezweifelt. Besonders pikant: Wie viel Macht hätte ein grüner Außenminister in Berlin, wenn der Über-Außenminister in Brüssel sitzt? Die Frage ist auch, ob das begehrte Amt dann überhaupt bei den Grünen bleibt. Im Kanzleramt schätzt man zwar, dass Trittin gut Englisch kann, aber als Chef im AA kann man ihn sich nicht vorstellen. So soll Schröder schon darüber nachgedacht haben, den derzeitigen EU-Kommissar Günter Verheugen (SPD) nach Berlin zurückzuholen. "Alles Kaffeesatz", glaubt ein grüner Abgeordneter, der sich kaum noch Hoffnung macht: "Wahrscheinlich erledigt sich das Ganze von selbst. Bevor Joschka gehen kann, ist die Regierung sowieso schon am Ende."

Fischer wieder auf dem Weg zu sich selbst

Noch dementiert Fischer alle Umzugsgerüchte. Er sei "gern deutscher Außenminister", sagt er dauernd. Aber alle seine "Vergessen Sie das"-Sprüche darf man getrost vergessen. Fischers langer Lauf zu sich selbst geht in eine neue Umlaufbahn. Die sicheren Anzeichen dafür sind: Seit neuestem nimmt er wieder ab, er läuft wieder. Das wird er gewiss wieder so radikal durchziehen, wie er es mal beschrieben hat, da kennt er "kein Erbarmen" mit sich selbst, denn da geht es "gewissermaßen um den Kern meiner inneren Machtfrage".

Fischer gegen Fischer, was für ein packendes Duell. Wir werden es vermissen.

Claus Lutterbeck / print
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.