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Kein Fachmann in Krisen Kauder kritisiert Wulffs Verhalten in der Kreditaffäre


In der Kreditaffäre um Christian Wulff habe der Bundespräsident einige Fehler gemacht, kritisierte Volker Kauder das Verhalten des Bundespräsidenten. Rücktrittsforderungen wies der Unionsfraktionschef aber zurück.

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat das Krisenmanagement von Bundespräsident Christian Wulff in der Kredit- und Medienaffäre als "wirklich nicht gut" bezeichnet. Es "wäre am besten gewesen, einmal in einem Aufwasch alles darzulegen und dann kommt nichts mehr", sagte Kauder am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Es sei zudem "sicher kein Ausweis von Klugheit" gewesen, "einem Chefredakteur eine solche Sache auf die Mailbox zu sprechen", urteilte Kauder.

Der Bundespräsident habe die Fehler jedoch eingeräumt, sich dafür entschuldigt und werde im Amt bleiben, hob Kauder hervor. Daher seien auch alle Diskussionen über einen neuen Kandidaten "Unsinn". Zuvor hatten SPD und Grüne der Union eine Zusammenarbeit in der Präsidentenfrage angeboten.

Wulff habe an Glaubwürdigkeit verloren

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth bekräftigte im "Bericht aus Berlin" das Angebot, "eine geeignete Person" für das Amt zu finden. Sie habe "ein großes Interesse daran, dass es in unserer Demokratie eine starke moralische Instanz gibt und das ist der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin". Sie frage sich, "wie will Herr Wulff diese Autorität gewinnen, wie will er sie bekommen, wo er so dramatisch an Glaubwürdigkeit verloren hat".

Der Bundespräsident steht wegen der Finanzierung seines Privathauses bei Hannover in der Kritik. Wulff geriet zusätzlich unter Druck, als bekannt wurde, dass er mit einem Anruf unter anderem bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann die Berichterstattung über die Affäre beeinflussen wollte.

kave/AFP AFP

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