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Kleiner Parteitag in Berlin Grüne küren Spitzen-Duo per Urwahl


Die Basis hat das Wort: Die Grünen werden als erste Partei ihre Bundestagswahl-Spitzenkandidaten per Urwahl bestimmen. Ein kleiner Parteitag beschloss die Mitgliederbefragung mit großer Mehrheit.

Die Grünen haben eine Urwahl zur Bestimmung ihres Spitzen-Duos für den Bundestagswahlkampf eingeleitet. Die Delegierten eines kleinen Parteitags stimmten am Sonntag in Berlin einem entsprechenden Antrag des Parteivorstands fast einmütig zu. Die rund 80 Delegierten stimmten bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung dafür. Damit lassen die Grünen als erste Partei ihre Spitzenkandidaten von der Basis direkt wählen.

Ihre Bewerbung angekündigt haben bisher die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin, Parteichefin Claudia Roth, Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt sowie die beiden weitgehend unbekannten Basis-Vertreter Werner Winkler und Franz Spitzenberger. Mindestens ein Mitglied des Spitzen-Duos muss eine Frau sein.

Urwahl-Ergebnis kann nicht verändert werden

Bis zum 16. September können sich auch weitere Kandidaten bewerben. Die Bewerber sollen sich in Regionalveranstaltungen der Basis stellen. Die knapp 60.000 Mitglieder haben bis zum 30. Oktober Zeit, ihren Wahlzettel einzureichen. Bis zum 9. November soll die Auszählung abgeschlossen sein. Die organisatorischen Vorbereitungen für die Urwahl sollen noch am Sonntagabend beginnen.

Das Ergebnis der Urwahl ist bindend und kann nicht mehr von einem Parteitag verändert werden. Im kommenden Jahr wollen die Grünen zudem die zehn wichtigsten Punkte des Wahlprogramms per Mitgliederentscheid beschließen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid büßten die Grünen in der abgelaufenen Woche einen Prozentpunkt ein und liegen derzeit bei 13 Prozent. Die SPD kommt in der Erhebung für "Bild am Sonntag" auf 28 Prozent. Damit hat Rot-Grün bislang keine Regierungsmehrheit.

mlr/AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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