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Kuriose Kampagne zur Hamburg-Wahl: Die FDP steht ihren Frau

Die FDP kämpft ums Überleben. Vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg versucht sie, mit ironischen Anzeigen zu punkten und verkauft ihre Spitzenkandidatin als Mann. Ob die Wähler so viel Spaß verstehen?

Katja Suding will in Hamburg das Ruder für die FDP rumreißen

Katja Suding will in Hamburg das Ruder für die FDP rumreißen

Das Jahr 2014 war für die FDP eine absolute Katastrophe. Brandenburg, Sachsen, Thüringen - bei jeder dieser Wahlen flogen die Liberalen aus dem Parlament. Die Abstimmung über die Hamburger Bürgerschaft am 15. Februar gilt deshalb als Schicksalswahl. Und es sieht düster aus, wie der stern-Wahltrend notiert. Beim letzten Urnengang 2011 konnte Spitzenkandidatin Katja Suding entgegen aller Befürchtungen immerhin den Untergang ihrer Partei verhinderte.

Suding führt die Partei erneut in den Wahlkampf und zwar, so das erste Wahlplakat, als "Unser Mann für Hamburg". Lustig, provokativ oder gar ein ironisches Spiel mit den Geschlechtern? In sozialen Netzwerken erfährt das Motiv eine Mischung aus Zuspruch (für den erreichten Werbeeffekt) und Rätselraten (ob der Botschaft). Viele fragen sich allerdings sorgenvoll, ob sich die FDP mit der Kampagne einen Gefallen getan hat.

"Wenn Katja Suding sich als Mann versteht, sollte ihm da niemand reinreden", schreibt einer witzelnd unter das Motiv auf der Facebook-Seite der Hamburger FDP. Mit selbstironischen Slogans jedenfalls hatten die Liberalen zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht. "Keine Sau braucht die FDP" bescherte der Partei in Brandenburg 1,5 Prozent der Stimmen, "Wir sind dann mal weg - so wie der Mittelstand" in Sachsen 3,8 Prozent.

Immerhin: Die Plakate fallen auf, findet das "Hamburger Abendblatt". Vor vier Jahren habe Suding noch als unerfahren gegolten, jetzt präsentiere sie sich als politisch gereift. Ob sie mit männlicher Attitüde den Hausherren im Hamburger Rathaus, Olaf Scholz (SPD), angreifen kann, entscheidet sich in zwei Monaten.

ono