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Lindner Spitzenkandidat in NRW Der letzte Hoffnungsträger der FDP


Kann Christian Lindner die Liberalen retten? Die NRW-FDP hat den früheren Generalsekretär fast einstimmig zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gekürt. Wolfgang Kubicki sieht ihn sogar als künftigen Parteichef.

Es kam wie erwartet: Die nordrhein-westfälische FDP zieht mit dem früheren Generalsekretär Christian Lindner als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Der 33-Jährige wurde am Sonntag auf einem Parteitag in Duisburg auf Platz eins der Landesliste gewählt. Lindner, der keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt 394 von 395 gültigen Stimmen - fast 100 Prozent.

Vor seiner Wahl hatte Lindner ein "neues Denken" in Nordrhein-Westfalen gefordert. Erste Priorität müsse haben, den Staat durch Konsolidierung der öffentlichen Haushalte aus der Abhängigkeit von Finanzmärkten befreien, sagte Lindner. Erst danach könne man auch über Steuersenkungen nachdenken, fügte der 33-Jährige hinzu. Diese Haltung sei "auch eine Art Selbstkorrektur der FDP".

"Niemand mit vergleichbarem Potenzial"

In seiner Rede grenzte sich der FDP-Spitzenkandidat sowohl von der rot-grünen Koalition als auch von der CDU ab. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gefährde mit ihrer verantwortungslosen Schuldenpolitik "die Glaubwürdigkeit Deutschlands insgesamt in Europa". Die Grünen blockierten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. "In Nordrhein-Westfalen hat der grüne Umweltminister alles und der rote Wirtschaftsminister gar nichts zu sagen." Der CDU warf Lindner vor, sich für eine schwarz-grüne Koalition hübsch zu machen.

Die FDP könne selbstbewusst in die Wahl am 13. Mai gehen, sagte Lindner. Durch ihr Nein zum Landeshaushalt und die damit ausgelöste Auflösung des Landtags habe die FDP Glaubwürdigkeit zurückgewonnen. Er kündigte einen Wahlkampf "mit Stil" an. Bei Attacken des politischen Gegners werde es von ihm "kein Revanchefoul" geben.

Der 33-Jährige ist für die in den Umfragewerten immer weiter sinkende FDP die letzte Hoffnung. Und die Parteigenossen trauen ihm offenbar einiges zu. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sieht in Christian Lindner sogar den künftigen Bundesvorsitzenden der Liberalen. Er sehe in der Bundespartei niemanden mit vergleichbar großem Potenzial, sagte Kubicki. Zunächst müsse Lindner aber nach einem Wahlerfolg in NRW den Leistungsnachweis erbringen, im Parlament und möglicherweise auch in der Regierung etwas zu bewegen, was die FDP stabilisiere und voranbringe.

Lindner verteidigt Blockadehaltung

Lindner verteidigte auf dem FDP-Parteitag in Duisburg das Nein der FDP zu einer Länderbürgschaft für eine Schlecker-Transfergesellschaft. Davon hätten am Ende nur die Banken profitiert, bei denen sich die Drogeriekette verschuldet habe.

Die FDP steht zur Zeit wegen der Ablehnung einer Schlecker-Transfergesellschaft in der Kritik - und muss sich den Vorwurf der sozialen Härte gefallen lassen. Die angestrebte Schlecker-Transfergesellschaft war gescheitert, weil drei Länder mit FDP-Wrtschaftsministerium - Bayern, Sachsen und Niedersachsen - nicht bereit waren, sich an einer Kreditbürgschaft zu beteiligen.

lea/DPA/AFP DPA

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