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Verstorbener Altkanzler: Maike Kohl-Richter - die Frau, der Helmut Kohl blind vertraute

Sie war Helmut Kohls zweite Ehefrau. Ihr vertraute er blind. Maike Kohl-Richter liebte ihren Mann und verehrte ihn. In dieser Reihenfolge. Eine Beobachtung.

Maike Kohl-Richter - die Frau an der Seite des Altkanzlers

Das Leben ist nicht fair! Es bestraft, es kennt keine Gnade. Manchmal dachte sie, wie schön alles hätte sein können, wenn sie früher zueinander gefunden hätten. Wenn sie schon 2004 oder 2005 zusammengezogen wären, als er noch gesund war und blühend. Wenn sie keine Rücksichten auf irgendwen und irgendwas genommen hätten. Manchmal, so hat Maike Kohl-Richter einmal gesagt, manchmal fand sie, dass sie das ärmste Paar der Weltgeschichte seien. Ein Paar, dem es nicht vergönnt gewesen war zu reisen, auszugehen, eine Familie zu gründen. Und dann wieder, wenn sie etwas von der Kraft dieses einst unbändigen Mannes in der Gestalt wiederfand, die jetzt mit starrem Blick und seltsam hingerecktem Oberkörper in ihrem Rollstuhl saß; wenn sie sah, dass er trotz seiner Gebrechlichkeit zufrieden und glücklich schien, dann habe sie sich und ihn reich beschenkt gefühlt: Sie hatten sich. Sie waren innig miteinander. Und ja: Mochte das Leben ringsum auch hart sein und die ganze Welt gegen sie. Sie waren glücklich. Das sei vor allem den Zweiflern gesagt.

Helmut Kohl hatte sich, lange bevor im Jahr 2008 das Unglück auf der Kellertreppe geschah, bereits den Segen für die Hochzeit mit Maike Richter geholt. Sein Hauspriester Monsignore Ramstetter hatte versprochen, das Paar zu trauen. Sie wollten sich in München vielleicht eine Wohnung nehmen, weitab von allem. Von der Politik, von den Journalisten, vom Nachbeben der CDU-Parteispendenaffäre. Und vor allem von jenem Haus in Ludwigshafen, das er so lange mit seiner verstorbenen Frau Hannelore bewohnt hatte und in dem die sich 2001 das Leben nahm.

Nicht Berlin, nein, München sollte ihre gemeinsame Glücksstätte werden

Maike Richter hatte in München studiert, hier wohnten viele Freunde. Beide liebten Theo Waigels Allgäu und den Tegernsee in den Bayerischen Voralpen. Nicht Berlin, nein, München sollte ihre gemeinsame Glücksstätte werden. Das Heim für ihre späte Liebe. Aber dazu kam es bekanntlich nicht.

Sie waren schon eine Weile ein heimliches Paar. Doch erst als sie das Weihnachtsfest 2004 im Ayurveda-Hotel Paragon auf Sri Lanka verbringen, fliegen sie sozusagen auf. Kohls Fahrer Ecki Seeber, der mitgereist war, wird im Frühstücksraum vom Tsunami überrascht. Kohl selbst sieht die Welle vom Balkon im dritten Stock auf sich zurollen. Dass sie das Unglück überlebten, hat den schicksalsgläubigen Kohl dann wohl zu einer Entscheidung bewegt. Wenig später bekennt er sich öffentlich zu seiner Lebenspartnerin. Als er ihr in pfälzischer Knickerigkeit oder was auch immer vorschlägt, doch einfach den gut erhaltenen Hosenanzug seiner verstorbenen Frau zu tragen und deren Schmuck anzulegen, tut sie es, um ihm eine Freude zu machen – und denkt sich nichts dabei. Aber damit ist sie in der Öffentlichkeit natürlich unten durch. In der Presse steht sie von nun an unter Beobachtung.

Maike Kohl-Richter pflegte ihren Mann. Sie arbeitete mit ihm und für ihn. Ein einfaches Leben war es nicht. Aber sie schienen glücklich. Trotz allem

Maike Kohl-Richter pflegte ihren Mann. Sie arbeitete mit ihm und für ihn. Ein einfaches Leben war es nicht. Aber sie schienen glücklich. Trotz allem

Vorerst arbeitet Doktor Maike Richter weiterhin als Referatsleiterin im Wirtschaftsministerium. Sie pendeln zwischen Berlin und Ludwigshafen, wohin er sich manchmal zurückzieht, um sich von Hilde Seeber, der Frau seines Fahrers, deftig bekochen zu lassen und im "Deidesheimer Hof" mit alten Freunden in ebenso alten Geschichten zu schwelgen. Im Februar 2008 dann geschieht das Unglück, das alle Pläne zerstört. Helmut Kohl stürzt, als er wieder einmal allein im sogenannten Bungalow ist, und zieht sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Monatelang sitzt sie in der Heidelberger Uni-Klinik an seinem Bett und bangt um sein Leben. Als er seine Sprache endlich wiedergefunden hat und auch sich selbst, heiraten sie in einer Klinikkapelle – im allerkleinsten Kreis. Nicht einmal seine beiden Söhne sind vorab informiert.

Plötzlich Pflegerin

Niemals würde sie den Mann, den sie bewundert, seit sie ihm im Bonner Kanzleramt zugearbeitet hatte, seit sie sich in sein Denken so hineinversetzt hatte, dass sie in der Lage war, Reden und Ansprachen für ihn zu denken und zu schreiben – niemals würde sie den Staatsmann Kohl, ihren Mann, in fremde Hände geben. Sie lässt sich beurlauben und holt ihn nach Hause. Das Leben der fröhlichen Siegerländerin ist nun das an der Seite eines pflegebedürftigen und schwer kranken Mannes. Sie ist damals 44, er 78. Neun Jahre lang wird sie ihn pflegen, mit ihm arbeiten und mit ihm lachen. Und zwar dort, wo sie nie hatte leben wollen: in Ludwigshafen, Stadtteil Oggersheim. Streng bewacht von Polizisten, hinter Sichtschutz und Mauern, mit einem Garten, den sie nicht gestaltet hat und Räumen, die nicht ihre sind.

Ist es ihr schwergefallen, ihre Wohnung in Berlin und den Job im Wirtschaftsministerium aufzugeben? Sie sagt 2014 dazu in einem Interview mit dem stern: "Ja und nein. Ich liebe meinen Mann sehr. Ich würde das alles wieder tun. Die Jahre waren furchtbar hart. Das Leben ist immer noch anstrengend. Aber wir haben auch unglaublich viel Glück gehabt. Also nein, es ist mir nicht leichtgefallen, Berlin zu verlassen. Aber ja, es ist mir leichtgefallen, bei meinem Mann zu bleiben."

Besuch bei den Kohls. Im Sommer 1991 hatte Kanzler Kohl stern-Reporterin Ulrike Posche (r.) ein Interview versprochen. Im Oktober 2014 führten sie es

Besuch bei den Kohls. Im Sommer 1991 hatte Kanzler Kohl stern-Reporterin Ulrike Posche (r.) ein Interview versprochen. Im Oktober 2014 führten sie es

Sie baut das ganze Haus um, immer wieder. Sie macht es sich und ihm schön. Sie lässt einen Aufzug einbauen, damit er vom Schlafzimmer oben noch in den Garten kann. Sie macht das vorhandene Schwimmbad zu einem Therapiebad, in dem er Übungen absolviert. Zuletzt hat sie eine komplette Dialysestation ins Wohnzimmer setzen lassen, damit er nicht noch einmal ins Krankenhaus muss, um seine Nieren spülen zu lassen. Es gibt Pfleger, Hilfen, Geld genug ist da. Und wenn es offiziell wird, trägt Kohl auch zu Hause im Rollstuhl Anzug und Krawatte. Maike Kohl-Richter weiß, dass er sich das schuldig ist. Denn oft ist es ja gerade der Anzug, der einem Mann Würde gibt. Und der viel praktischere Trainingsanzug, der sie ihm nimmt. Immer wieder muss er ins Krankenhaus, wird operiert, ruhiggestellt, wacht wieder auf. Sein Lebenswille ist so stark, wie es sein Entscheidungswille einst war. Jedes Mal erholt er sich. Aber jedes Mal kommt er auch ein bisschen geschlagener nach Hause zurück.

Hüterin der Akten

Sie versteckt ihn nicht. Wenn er zu Ehrungen und feierlichen Anlässen in die Öffentlichkeit will, macht sie es möglich. Sie besteht darauf, dass ihm die Haupteingänge offenstehen und nicht die Hintereingänge. Sie sorgt für ausgesuchte Gesellschaft. Sie hält den Kontakt zu Menschen, die ihm noch wichtig sind, wie dem amerikanischen Ex-Außenminister Henry Kissinger, EU-Chef Jean-Claude Juncker und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Und sie blockt jene, die es nicht mehr sind. Er hält noch lange sein Büro, in Berlin unter den Linden, um Botschafter, Konzernchefs, Weggefährten zu empfangen. Und oft besuchen ihn Doktoranden daheim, um in seinem Kellerarchiv die deutsche Geschichte zu erforschen. 400 Akten und Handakten lagern dort aus seiner Kanzlerzeit. Er gibt ihr die Entscheidungsbefugnis für den historischen Nachlass. Für alles eigentlich, was mit ihm geschieht und nach seinem Tod mit ihm geschehen soll. Denn Helmut Kohl ist für Maike Kohl-Richter nicht nur der größte Kanzler der Geschichte, sondern auch einer, dem Unrecht getan wurde, als man ihn nach der CDU-Spendenaffäre "wie einen Verbrecher" verfolgt habe. Ihn zu beschützen, seinen Ruhm, seine Ehre zu bewahren und seinen Platz in der Geschichte zu verteidigen – das sind nun die Kernarbeitsfelder der beurlaubten Volkswirtin. Wie eine Kriminalistin liest sie sich durch Unterlagen, Akten, Reden, Protokolle. Die Stimmung im Hause Kohl ist dabei lustiger und heiterer, als es von außen den Anschein hat. "Oberrätin" nennt er sie. "Mein Bundeskanzler" nennt sie ihn in den Wortgefechten. Maike Kohl-Richter ist eine leidenschaftliche, eine temperamentvolle Frau. Eine, die schnell ungeduldig wird und scharf im Ton, wenn etwas ihre Intelligenz beleidigt. Sie hat keine Zeit zu verlieren, sie weiß ja nicht, wie lange ihr mit ihm noch bleibt.

Eckhard Seeber (M.) war Fahrer von Ex-Kanzler Helmut Kohl. Beim Kondolenzbesuch kam er wohl dennoch nicht an Maike Kohl-Richter vorbei

Maike und er lesen gemeinsam die "FAZ", die "NZZ", die "Bild-Zeitung". Sie chauffiert ihn in sein Lieblingsrestaurant im Elsass, sie arbeiten gemeinsam, solange es geht. Er diktiert, sie schreibt auf, so entstehen Bücher, auf die er stolz ist und die er selbst auf der Buchmesse präsentieren will. Mit geschultem Auge dreht Maike ihren Mann dabei zu den Fernsehkameras und neben die Honoratioren, damit er auf den Erinnerungsfotos nicht abgewendet in die falsche Richtung blickt. Und genau das ist es eben manchmal! Wer nie in seinem Leben einen kranken Menschen pflegte, der erkennt auch in solchen Fürsorgegesten eine böse Attitüde. Sie sagt, sie versuche, das nicht persönlich zu nehmen.

Maike Kohl-Richter: "Wir sind beide Sternzeichen Widder,das sind insgesamt vier Hörner"

Ihr Mann und sie haben das gleiche Gespür für Loyalität, für Menschen, die ihm treu sind. Und ergeben. Die anderen werden ausgemustert. "Wir sind beide Sternzeichen Widder", sagt sie, "das sind insgesamt vier Hörner." Viele Weggefährten und selbst die eigenen Söhne, Peter und Walter, dringen irgendwann nicht mehr zu ihm durch. Im stern-Interview gibt Kohl an, das Verhältnis sei zu beiden schlecht. Er wolle sie nicht mehr sehen. Für die Söhne jedoch ist klar, wer dahintersteckt: Maike!

Es ist immer schwer, die zweite Frau im Leben eines Patriarchen zu sein, die Neue. Den wenigsten Männern gelingt es in solchen Fällen, alle Seiten schmerzfrei und harmonisch zusammenzufügen. Immer ist die Sorge um Geld im Spiel, um das Erbe. Immer gibt es narzisstische Kränkungen, wenn ein Vater die junge Frau den Kindern und Enkeln vorzieht. Das verletzende Wort von der morganatischen Ehe fällt dann oft – von der nicht ebenbürtigen, allein auf den Vorteil bedachten. Von allen auf diese Weise zerstrittenen Familien der Weltgeschichte sind die Kohls eine der kompliziertesten. Und eine der unglücklichsten. Es ist seltsam, aber so sehr es Helmut Kohl im Großen gelungen ist, eine Einheit zu erschaffen, so wenig ist sie ihm im Privaten geglückt. Außer mit Maike, "dieser Dame" wie ihre Feinde die Frau mit dem mädchenhaften, beinahe schüchternen Bubikopf-Gesicht nun nennen. Und sie hat viele Feinde. Jedes Klischee über die vermeintliche Rasputina, die den armen, willenlosen Mann in ihren Klauen hält, scheint ihnen recht. Maike Kohl-Richter lernt, mit dem Hass der Abgewiesenen zu leben. Die Wut, die auf sie einprassele, habe eben auch "mit der Dimension des Helmut Kohl zu tun", sagt sie. Sie sei "die Zicke von Oggersheim", abgeleitet interessant für die Zeitungen, vor allem für das bunte Postillen-Zeug, das neben den Gemüseregalen rumflegelt.

Der Vorwurf der Selbstermächtigung

Die Frau Helmut Kohls teilt ihr Schicksal mit der letzten Frau Willy Brandts. Auch der Historikerin Brigitte Seebacher wurde Selbstermächtigung vorgeworfen. Sie reklamiere ohne Befugnis, hieß es, die Deutungshoheit über Leben und Wirken des SPD-Kanzlers für sich. Sie reiße sein Leben an sich und kappe seine Adern zur Außenwelt. So schien es damals vielen. Vielleicht wollten sie einfach nur für sich sein. Auch Brigitte Seebacher-Brandt hat mit und über Willy Brandt geschrieben. Auch sie hat ihren Mann zu Hause in Unkel am Rhein gepflegt, als er krank wurde und es auf den Tod ging. Wer das nie für einen Menschen getan hat, der sollte nicht über Frauen wie Brigitte Seebacher und Maike Richter urteilen dürfen. "Ohne sie wäre ich nicht mehr am Leben", hat Helmut Kohl bei der Feier zum 30. Jahrestag seines Amtsantritts im Jahr 2012 bekannt. Und das stimmte.

Als Kohls früherer Biograf Heribert Schwan ein Buch mit kompromittierenden Aussagen Kohls publiziert, das er aus Interviews mit dem Altkanzler zusammengesetzt haben will, bricht ein Rechtskrieg aus. Maike rast und recherchiert. Sie hört nächtelang angeblich gelöschte Tonbänder ab, die Schwan ihr herausgeben musste; sie vergleicht das tatsächlich Gesagte mit dem von Schwan Geschriebenen, bis sie Ungereimtes und Verkürztes finden kann. Sie entlarvt Sätze, die Kohl so nie oder in anderen Zusammenhängen gesagt hat. Maike Kohl-Richter ist eine Frau, die nicht nur jedes Wort auf die Goldwaage legt, sondern auch die einfachen Wörter. Nach der irgendwie auch vitalisierenden Schlacht haben die Kohls am Ende gegen den Autor gewonnen. Das höchste Schmerzensgeld der Geschichte wird verhängt. Kohl wollte fünf Millionen, das Landgericht Köln spricht ihm Ende April eine Million Euro zu. Beide Seiten gehen in Berufung. Das Verfahren geht weiter. Kurz nach dem Sieg jedoch, nach dem allerletzten Triumph, scheinen auch seine Lebensgeister besiegt. Sie sieht, dass er schwächer wird, ruft Freunde wie Jean-Claude Juncker an und sagt, dass es wohl zu Ende geht.

Er war ihre Lebensliebe. Und es war kein Opfer, dass sie bei ihm blieb. Maike Kohl-Richter ist 53 Jahre alt. Sie hat Helmut Kohl ihr Leben geschenkt. Mehr kann eine liebende Frau für ihren Mann nicht tun.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(