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Frankfurter Buchmesse: Martin Sonneborn kommt als Hitler-Attentäter Stauffenberg zur Lesung von Björn Höcke

Während der Lesung von Björn Höcke protestierten Mitglieder von "Die Partei" vor dem Saal gegen den AfD-Politiker. Martin Sonneborn war dabei besonders kreativ. 

Martin Sonneborn Björn Höcke

Im Stauffenberg-Kostüm: Martin Sonneborn bei der Frankfurter Buchmesse

DPA

Großes Polizeiaufgebot gestern Nachmittag bei der Frankfurter Buchmesse. Der Grund: AfD-Politiker Björn Höcke wollte sein Buch "Nie zweimal in denselben Fluss - Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig" vorstellen. Vor dem Saal in Halle 4 sammelten sich Demonstranten, viele Mitglieder der Satirepartei "Die Partei", darunter ihr Chef, Politiker, EU-Parlamentarier und Satiriker Martin Sonneborn

Martin Sonneborn kommt in Stauffenberg-Kostüm zu Höcke-Lesung

Der hatte sich anlässlich des Erscheinen von Höcke einen besonderen Streich ausgedacht. Sonneborn kam im Stauffenberg-Kostüm, inklusive Augenklappe, Uniform und Aktentasche. Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte bei seinem fehlgeschlagenen Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 versucht, eine Aktentasche unter dem Tisch zu platzieren, an dem Hitler saß. Der jedoch überlebte den Anschlag.

"War heute auf der Buchmesse bei Bernd (sic) Höcke. Ordner ließen mich nicht ein. Ob's an der Aktentasche lag?", schrieb Sonneborn kurze Zeit später auf Twitter, postete dazu ein schwarz-weiß-Foto von sich in Uniform. Seinen Tweet ergänzte der 53-Jährige mit dem Hashtag "HitlerbärchenSmiley". Auf der Buchmesse erklärte Sonneborn seinen ebenso lautstarken wie kreativen Protest laut der "Frankfurter Rundschau" so: "Wie Sie sicherlich wissen, hat Höcke ein Buch geschrieben. 300 Seiten Unfug. An einer Stelle schreibt er, eine Elite solle das Volk mit harter Faust an langer Leine führen. Abgesehen davon, dass in dieser Metapher nichts stimmt, wollte ich ihm sagen: Er gehört nicht dazu. Zur Elite." 

Demonstrationen während der Lesung

Doch nicht nur Sonneborn demonstrierte, auch das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" hatte zu einer Kundgebung geladen. Die AfD sei laut einer Rednerin "der parlamentarische Arm der Nazis". Die Proteste während Höckes Lesung blieben friedlich.

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ls