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Schriftsteller vs. Rechtspopulisten: Martin Walser: "Die AfD wird von selbst verschwinden"

Schriftsteller Martin Walser glaubt nicht, dass die AfD langfristig in der Politik eine Rolle spielen wird. Wenn die Flüchtlingskrise bewältigt sei, werde die rechtspopulistische Partei keinen Bestand haben, sagte der 89-Jährige.

Schriftsteller Martin Walser bei einer Lesung auf Usedom

Schriftsteller Martin Walser sieht in rechtspopulistischen Parteien wie der AfD keine Gefahr für Europa

Obwohl Rechtspopulisten in mehreren europäischen Ländern auf dem Vormarsch sind, glaubt Schriftsteller Martin Walser nicht, dass sich diese und insbesondere die AfD langfristig halten werden. "Die AfD wird von selbst verschwinden", sagte der 89-Jährige der "Bild"-Zeitung in einem Interview zu seinem neuen Buch "Statt etwas oder Der letzte Rank". "Soweit ich Kenntnis habe, hat diese Partei keine politische Substanz, sie bewirtschaftet nur ein Ressentiment, nur etwas, was noch nicht bewältigt ist." Es gebe Bedarf an Aufklärung, damit die rechtspopulistische Partei vergessen werden könne. 

Mobilisiert werden die AfD und ihre Anhänger nach Walsers Einschätzung durch die Flüchtlinge. "Aber zum Glück haben wir Angela Merkel, sie ist die ideale Politikerin für diese Situation." 

Über Angst vor dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump sagte Walser, dessen 90. Geburtstag am 24. März ansteht: "Ich glaube, Amerika wird ihn zähmen."

Martin Walser: Populisten wie AfD keine Gefahr für Europa

Im "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Donnerstag sprach Walser allgemein über Erfolge von Populisten in Europa: "Da sage ich ganz leichtfertig: Die Populisten sind eine Kampfansage gegen die politische Klasse. Im Fernsehen schaue ich fast nur politische Talkshows. Wenn ich dann zum Beispiel sehe, wie vier hochqualifizierte Experten für Rentensachen kreuz und quer feuern, kann das kein Normalverbraucher nachvollziehen. Trotzdem meine ich, wir sind in keiner Gefahr."

Hans-Ulrich Jörges' Klartext: CSU = AfD = CSU


mod / DPA
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