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+++ Newsticker Flüchtlingskrise +++: Slowenien braucht Hilfe: EU soll zusätzliche Polizei schicken

Laut UN haben viele Flüchtlinge keine realistischen Vorstellungen von dem, was sie in Europa erwartet. Slowenien erlebt derweil den Amsturm Tausender weiterer Asylsuchender. Die Ereignisse des Tages im stern-Nachrichtenticker.

Eine weinende Frau sitzt an der Grenze zu Slowenien auf den Schultern eines Mannes

Flüchtlinge an der Grenze zu Slowenien. Der Staat fühlt sich mit dem Ansturm der Asylsuchenden überfordert und sucht Hilfe bei der EU

In Dresden gingen am gestrigen Montagabend über 15.000 Pegida-Anhänger auf die Straße. Ihnen entgegen stellten sich etwa genauso viele Gegendemonstranten. Unterdessen bahnen sich erneut Tausende Flüchtlinge ihren Weg nach Europa. Die Ereignisse des Tages im stern-Nachrichtenticker:

+++ 16.59 Uhr: Slowenien will bei EU zusätzliche Polizei anfordern +++

Slowenien reagiert auf die katastrophalen Zustände an seinen Grenzen. Nach der Schließung diverser Nachbargrenzen weichen Flüchtlinge, die über die sogenannte Balkanroute Richtung Norden vorankommen wollen, auf das Land aus. Staatspräsident Behot Pahor will deshalb bei der EU zusätzliche Sicherheitskräfte anfordern, um dem Ansturm Tausender Flüchtlinge Herr zu werden. Seit vergangenen Freitag sind rund 19.500 Migranten in das Land gekommen. "Wir brauchen dringend Hilfe von der EU", so Pahor.

+++ 13.04 Uhr: Viele Flüchtlinge haben laut UN kein reales Bild von der Lage in Europa +++

Viele Flüchtlinge haben nach UN-Einschätzung keine realistischen Vorstellungen von dem, was sie in Europa erwartet. "Die meisten glauben, dass ihre einzige Chance auf ein neues Leben in der Flucht nach Deutschland, Österreich oder Schweden besteht", sagt die Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), Melissa Fleming, in Genf. Daher sei es wichtig, die Menschen in den betroffenen Ländern besser über Situation in Europa zu informieren.

+++ 13.01 Uhr: Experten fordern Ausbau von Aufnahmeprogrammen für Syrienflüchtlinge +++

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise und des Bürgerkriegs in Syrien fordern Migrationsexperten einen Ausbau von humanitären Aufnahmeprogrammen in Deutschland und deren EU-weite Einführung. Die Ausweitung einer solchen kollektiven Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen entlaste das Asylsystem und ermögliche eine "sichere und legale Einreise", sagt Cornelia Schu vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin.

+++ 11.25 Uhr: Linkspartei will Besetzung von Wohnungen legalisieren +++

Die Linkspartei will die Besetzung leerstehender Häuser und Wohnungen legalisieren und damit die Notlage bei der Unterbringung von Flüchtlingen lindern. Der Leerstand von Wohnraum sei in der derzeitigen Situation "gesellschaftlich inakzeptabel", erklärt Linken-Vorstandsmitglied Marco Höne in Berlin. Er schlägt vor, die Besetzung solcher Wohnungen zu dulden, die mehr als ein Jahr leerstanden.

+++ 10.11 Uhr: CSU-Finanzexperte will Hartz IV für Flüchtlinge senken +++

Der CSU-Finanzexperte Hans Michelbach bringt eine Absenkung der Hartz-IV-Leitungen für Flüchtlinge ins Gespräch. Flüchtlinge sollten stärker an den Kosten für Integrationsmaßnahmen beteiligt werden, sagt er der "Bild". So könnten etwa die Kosten für Eingliederungsleistungen wie Sprach- und Qualifikationskurse von den Hartz-IV-Leitungen abgezogen werden, so der Bundestagsabgeordnete.

+++ 08.26 Uhr: Slowenien will nach Flüchtlingschaos Militär einsetzen +++

Das EU- und Schengenland Slowenien will in der Flüchtlingskrise jetzt in großem Stil Militär einsetzen. Das beschließt die Regierung nach einer stundenlangen nächtlichen Krisensitzung in der Hauptstadt Ljubljana, berichten die Medien übereinstimmend. Das Parlament werde sich noch heute mit einer entsprechenden Gesetzesvorlage beschäftigen.

+++ 07.34 Uhr: Flüchtling in Australien verbrennt sich aus Angst vor Abschiebung +++

Ein Flüchtling aus Afghanistan übergießt sich in Australien aus Angst vor einer Abschiebung während eines Videotelefonats mit Benzin und zündet sich anschließend an. Zwei Mitarbeiterinnen der Flüchtlingshilfe-Organisation "Refugee Rights Action Network" versuchen während des Telefonats, den 30-Jährigen von seinem Vorhaben abzubringen, wie sie der Zeitung "The Age" berichten. Die Leiche ist am Sonntag in der Nähe von Melbourne gefunden worden.

+++ 07.23 Uhr: Leipzigs Oberbürgermeister will trotz Drohungen "klare Kante" zeigen +++

Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) will sich von Hassbotschaften wegen seiner Haltung in der Flüchtlingskrise nicht einschüchtern lassen. "Ich ändere gar nichts. Ich denke, wie müssen noch deutlicher, noch klarer Kante zeigen", sagt der SPD-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". Er habe "deutlich und klar Position bezogen gegen diesen Rassismus, gegen diese Fremdenfeindlichkeit". Dafür habe er nun die Quittung erhalten.

+++ 07.16 Uhr: Feuer nahe Asylunterkunft in Baden-Württemberg war Brandstiftung +++

Ein Feuer in einem Gasthaus unmittelbar neben einer Flüchtlingsunterkunft in Remseck in Baden-Württemberg ist vorsätzlich gelegt worden. Das sagt ein Polizeisprecher. In dem leerstehenden Haus seien mehrere Brandherde entdeckt worden. Das Feuer brach in der Nacht zum Dienstag in dem maroden Gebäude aus. Verletzt wurde niemand.

and / DPA / AFP / Reuters