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NSU-Prozess Großmutter von Beate Zschäpe wird nicht aussagen

Der NSU-Prozess in München geht in eine neue Runde - jedoch ohne die Großmutter der angeklagten Beate Zschäpe. Die Vernehmung der Seniorin wurde abgesagt. Unterdessen sagte eine weitere Zeugin aus.

Das Aufeinandertreffen von Beate Zschäpe und ihrer Großmutter im NSU-Prozess war mit Spannung erwartet worden - doch es muss ausfallen: Eine für Donnerstag geplante Zeugenaussage von Anneliese A. sagte das Oberlandesgericht München wegen einer Erkrankung der Seniorin ab. Da diese zudem angekündigt habe, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht als Angehörige der Angeklagten Gebrauch zu machen, sei kein Ersatztermin für die Vernehmung geplant.

Die 39-jährige Zschäpe und ihre Großmutter haben eine enge emotionale Bindung. Nach Zschäpes Festnahme im November 2011 hatte sie gegenüber Ermittlern gesagt, sie sei ein "Oma-Kind". Die mutmaßliche Rechtsterroristin war als Kind mehrere Jahre lang von der Großmutter aufgezogen worden. Diese hatte Zschäpe wenige Wochen nach ihrer Festnahme in Köln in der Untersuchungshaft besucht.

Zeugin will Zschäpe gesehen haben

Am Dienstag wurde der Prozess um die Morde und Terroranschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in München fortgesetzt. Eine Zeugin sagte vor Gericht aus, dass sie Zschäpe zwei Tage nach ihrer Flucht aus Zwickau im thüringischen Eisenach gesehen haben will. Zschäpe sei ihr auf der Straße entgegengekommen, in der das abgebrannte Wohnmobil ihrer mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt stand, sagte die Zeugin. Sie sei Zschäpe bis auf etwa vier Meter nahegekommen.

Die Frau sei ihr sofort aufgefallen, "weil ich sie vorher noch nie gesehen hatte", sagte die Zeugin. Außerdem sei sie spürbar teilnahmslos gewesen. "Sie hat nur nach unten geguckt, nicht nach links und rechts." Später hätten ihr Kripo-Beamte eine Auswahl Bilder gezeigt, auf denen sie Zschäpe "zu neunzig Prozent" wiedererkannt habe.

Mundlos und Böhnhardt waren nach einem Banküberfall am 4. November 2011 in Eisenach entdeckt worden und sollen dann ihr Wohnmobil angezündet und sich selbst das Leben genommen haben. Daraufhin war die über Jahre laufende Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) aufgeflogen. Ob Zschäpe vor, während oder nach dem Überfall in Eisenach war, ist unklar. In Zwickau setzte sie die konspirative Wohnung des NSU-Trios in Brand.

kis/DPA/AFP DPA

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