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Xi-Besuch: Auf den Panda gekommen: Deutschland und China nähern sich an - wirtschaftlich

Die USA schotten sich unter Präsident Trump ab. Kanzlerin Angela Merkel vertieft als Konsequenz andere Bündnisse. Kurz vor der G20-Runde hilft da auch Symbolik: die Panda-Diplomatie.

Panda-Diplomatie: Angela Merkel, Xi Jinping mit Panda-Bär im Berliner Zoo

Panda-Diplomatie: Angela Merkel und Xi Jinping im Berliner Zoo

Im Zeichen deutsch-chinesischer Diplomatie ist im Berliner Zoo eine neue knapp zehn Millionen Euro teure Anlage für zwei Riesenpandas eröffnet worden. "Berliner haben ein ganz besonderes Verhältnis zu Bären und ein ganz besonderes Herz für sie", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochnachmittag bei der feierlichen Eröffnung. "Jiao Qing und Meng Meng werden sehnsüchtig von den Berlinern erwartet." Die beiden seien "zwei sehr sympathische Diplomaten" und "Sonderbotschafter unserer beiden Länder".

Chinas Staatspräsident Xi Jinping sagte mit Blick auf die in traditionellem chinesischen Stil gehaltene Anlage, die beiden Pandas hätten ein sehr schönes neues Zuhause bekommen. Er hoffe, dass sich die Tiere schnell einlebten und eines Tages Nachwuchs bekämen.

Das Ereignis stehe symbolisch für das Verhältnis zwischen den beiden Ländern, so Merkel weiter. Sie dankte China für die enge Zusammenarbeit im Vorfeld des G20-Gipfels. Das Land habe zuletzt viel getan, um sein Naturerbe zu erhalten. Zum Beispiel seien Märkte für Elfenbeinhandel geschlossen worden.

Panda-Paar kostet Zoo jährlich eine Million Dollar

Am Rande des Termins kam es aber auch zu Protesten von Menschenrechtsaktivisten in Pandakostümen. "Merkel, klare Worte statt Pandadiplomatie" war zum Beispiel auf Schildern der Tibet-Initiative zu lesen.

Der Zoo bekommt das Weibchen Meng Meng und das Männchen Jiao Qing für 15 Jahre als kostenpflichtige Leihgabe - eine Million US-Dollar pro Jahr wird fällig. Die beiden Pandas stammen aus einer chinesischen Zuchtstation und sind am 24. Juni in Berlin angekommen. Der Berliner Zoo ist damit der einzige Tierpark in Deutschland, der die seltenen Bären hält. Für Besucher sind die Tiere von diesem Donnerstag an zu sehen.

Merkel persönlich brachte den Panda-Deal bei einem China-Besuch 2015 in Gang, auch das Land Berlin verhandelte hinter den Kulissen mit. 2012 war mit Bao Bao der letzte verbliebene Panda hochbetagt in der Hauptstadt gestorben.

Xi: Beziehungen sind auf "Spizenniveau"

Der freundlichen "Panda-Diplomatie" zum Trotz forderte Merkel von China aber auch einen besseren Marktzugang. Das sei für deutsche Unternehmen sehr wichtig, sagte sie am Rande von Vorbereitungsgesprächen zum Hamburger G20-Gipfel mit Xi in Berlin.

Xi betonte, auch Peking strebe eine bessere Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Finanzwesen an. Die Beziehungen beider Länder seien auf einem "Spitzenniveau". China ist der fünftgrößte Handelspartner Deutschlands. Beide Länder machten im vergangenen Jahr Geschäfte im Umfang von knapp 170 Milliarden Euro. Allerdings gab es zuletzt Spannungen, Berlin und Peking warfen sich gegenseitig Investitionshindernisse vor.

Die gibt es zumindest im Moment augenscheinlich nicht. Im Beisein von Merkel und Xi wurde unter anderem ein Rahmenvertrag zur Lieferung von 140 Airbus-Flugzeugen im Wert von 20,1 Milliarden Euro unterzeichnet. Für einen dreistelligen Millionenbetrag baut zudem Daimler ein Batteriewerk für Elektroautos in China. Zusammen mit seinem chinesischen Partner BAIC will der Stuttgarter Autohersteller insgesamt rund 655 Millionen Euro investieren - in das Batteriewerk und in die Produktion der damit angetriebenen Autos von Mercedes Benz. Stärker als bisher wollen Deutschland und China künftig auch in Drittländern zusammenarbeiten - etwa in Afrika oder Afghanistan. So will der Technologiekonzern Voith mit einem chinesischen Partner beim Projekt eines Wasserkraftwerks in Angola zusammenarbeiten.

dho / DPA / AFP