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Parteitag in Berlin CDU wählt Tauber zum Generalsekretär


Seit Monaten managt der hessische Bundestagsabgeordnete Peter Tauber die CDU. Jetzt wurde er mit großer Mehrheit als Generalsekretär bestätigt - und fordert mehr Zuwanderer in den eigenen Reihen.

Die CDU hat den hessischen Bundestagsabgeordneten Peter Tauber mit großer Mehrheit zum Generalsekretär gewählt. Der 39-Jährige erhielt auf dem CDU-Parteitag in Berlin 817 von 856 gültigen Stimmen. 25 votierten mit Nein, 14 enthielten sich. Parteichefin Angela Merkel hatte Tauber schon kurz vor Weihnachten zum Nachfolger von Hermann Gröhe berufen, der nach der Bundestagswahl Gesundheitsminister geworden war. Sie sagte, Tauber solle als Generalsekretär neue Wege zu gehen und dies mit Bewährtem verbinden. Tauber sagte, die CDU brauche mehr junge Leute, Frauen und auch mehr Zuwanderer in ihren Reihen.

Tauber für Gleichstellung von Homosexuellen

In seiner Rede bekannte er sich sowohl zu liberalen Positionen wie zur Gleichstellung von Homosexuellen als auch zu seiner konservativen Haltung etwa beim Verbot der Präimplantationsdiagnostik. Er warnte aber vor Schubladendenken und erhielt vor allem für sein Bekenntnis Applaus: "Ich bin vor allem ein Christdemokrat." Tauber fordert die CDU auf, das U in ihrem Namen als Angebot für einen Zusammenschluss verschiedenster Bevölkerungsteile zu begreifen. So betonte er auch: "Wir wollen die Union für Zuwanderer sein."

Der Internet-Experte soll modernisieren

Bis zu seiner Berufung vor Weihnachten war der CDU-Vorsitzende von Gelnhausen außerhalb Hessens kaum bekannt, auch in der Partei nicht, der er seit über 20 Jahren angehört. Nun soll der Internet-Experte die Volkspartei moderner machen und irgendwie jünger wirken lassen. Der Altersdurchschnitt in der CDU liegt bei knapp 60 Jahren.

In den ersten drei Monaten präsentierte sich der Mann mit Glatze, markanter Brille und kurz gehaltenem Vollbart frisch und fröhlich. Er veröffentlichte seine Laufstrecke auf Twitter, horchte in die Partei hinein und ließ trotz bekannter Kanzlerin-Linie eine abweichende Haltung zur Gleichstellung von Homosexuellen erkennen. Mit scharfen Angriffen auf andere Parteien hielt er sich zurück.

Europawahl erste Herausforderung

Taubers erste große Herausforderung ist nun die Europawahl am 25. Mai. Die CDU muss sich vom Koalitionspartner SPD abgrenzen, ohne das gemeinsame Bündnis zu beschädigen. Als Ziel hat Tauber ausgegeben: Die Union soll ihr Ergebnis von 2009 (37,9 Prozent - 30,2 für die CDU und 7,2 für die CSU) verbessern und klar stärkste Kraft werden. Im aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" zur Europawahl liegt die Union derzeit bei 40, die SPD bei 28 Prozent.

fme/DPA DPA

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