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Anti-Islam-Bewegung: AfD rechtfertigt Pegida-Demos mit Sydney-Geiselnahme

Perfider Zug der AfD: Die Partei sieht in der Geiselnahme von Sydney eine Rechtfertigung für die islamkritischen Pegida-Demonstrationen. Viele Politiker reagieren empört.

Das dreiköpfige Führungsgremium der AfD, Alexander Gauland, Dr. Konrad Adam und Prof. Dr. Bernd Lucke (v.l.n.r.), will aus dem Geiseldrama in Sydney politischen Profit schlagen

Das dreiköpfige Führungsgremium der AfD, Alexander Gauland, Dr. Konrad Adam und Prof. Dr. Bernd Lucke (v.l.n.r.), will aus dem Geiseldrama in Sydney politischen Profit schlagen

Die Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich durch die Geiselnahme von Sydney in ihrer Forderung nach weiteren Einwanderungsbeschränkungen bestätigt. Gleichzeitig führt sie die Tat des aus dem Iran stammenden Einzeltäters als Rechtfertigung für die umstrittenen Demonstrationen der Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden an.

Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der Partei angehört, erklärte am Dienstag, trotz strikter Einwanderungsregeln sei es einem fanatischen Islamisten gelungen, nach Australien zu gelangen. Adam sagte: "Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen - ein Einzelner genügt."

"Ungeheuerliche Entgleisung"

Dennoch glaubten deutsche Spitzenpolitiker, die Teilnehmer der Pegida-Demonstrationen mit Hinweis auf den niedrigen Migranten-Anteil in Sachsen lächerlich machen zu können, kritisierte Adam. "Damit beweisen sie aber nur, dass sie nicht begriffen haben, um was es geht", fügte er hinzu.

Der AfD-Vorsitzende in Brandenburg, Alexander Gauland, hatte am Montag an einer Pegida-Demonstration teilgenommen. Der AfD-Vize Hans-Olaf Henkel hatte noch kurz zuvor von einer Teilnahme an der Aktion abgeraten. Auch auf die neueste Rechtfertigung reagieren Politiker schockiert.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat die Äußerungen des AfD-Sprechers als "ungeheuerliche Entgleisung" kritisiert. "Die AfD zeigt mal wieder ihren wahren ausländerfeindlichen Charakter. Einen Verbrecher in Australien heranzuziehen, um die fremdenfeindlichen Demonstrationen in Dresden zu rechtfertigen, ist infam." Wer so denke wie die AfD, "bereitet den Weg für Ausländerhatz und brennende Flüchtlingsheime", meinte Stegner.

stb/DPA / DPA