VG-Wort Pixel

Brisantes Foto Philipp Amthor posiert mit Neonazis – CDU-Politiker erklärt sich

Der CDU-Politiker Philipp Amthor
Der CDU-Politiker Philipp Amthor 
© Jens Büttner / DPA
Ein Foto vom CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor macht in sozialen Netzwerken die Runde. Es zeigt ihn, wie er mit zwei mutmaßlichen Neonazis posiert. Amthor gab eine Erklärung dazu ab.

Philipp Amthor posiert lächelnd zwischen zwei jungen Männern für ein Foto. An sich nicht problematisch, wäre da nicht die Aufschrift auf dem T-Shirt des Mannes links im Bild: "Solidarität mit Ursula Haverbeck". Die 92-Jährige gehört zu den bekanntesten Holocaustleugnerinnen Deutschlands und saß deswegen mehrere Jahre im Gefängnis.

Das Foto entstand offenbar am Sonntag am Rande eines Pferdefestivals Stettiner Haff in Boock, Mecklenburg-Vorpommern und wurde auf Twitter von der "Antifaschistische Linke Bochum" verbreitet. Deren Angaben zufolge sei die Quelle für diese Aufnahme der Instagram-Account eines Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern. Nach Informationen des "Tagesspiegel" sind beide Männer, mit denen Amthor posiert, der rechtsextremen Szene Mecklenburg-Vorpommerns zuzuordnen. 

"Hätte ich die Aufschrift bemerkt, hätte ich das Foto nicht gemacht"

Der junge CDU-Politiker gab in sozialen Netzwerken eine Erklärung zu dem Foto ab: "Bei solchen öffentlichen Auftritten kommt es ganz regelmäßig vor, dass ich von Bürgern nach Fotos gefragt werde – so auch dutzendfach gestern Nachmittag. Die beiden Bürger, die auf einem Foto, das derzeit auf Twitter kursiert, gezeigt werden und ihren Hintergrund kannte und kenne ich nicht. Ob und inwieweit das auf Twitter veröffentlichte Foto bearbeitet wurde, lässt sich für mich nicht mit Sicherheit feststellen. Hätte ich die T-Shirt-Aufschrift bemerkt, hätte ich das Foto natürlich nicht gemacht."

Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte Amthor ebenfalls, dass er von zehn bis 15 Personen nach gemeinsamen Fotos gefragt worden sei und allen Anfragen zugestimmt habe. Auch mit den beiden, so erinnere er sich, habe er ein Foto gemacht. "Allerdings waren und sind mir beide nicht bekannt. Auch ist mir das Aktions-T-Shirt nicht aufgefallen. Hätte ich gewusst, dass es sich um Rechtsextreme handelte, hätte ich das Foto mit ihnen selbstverständlich nicht gemacht."

Amthor ergänzte in seiner Erklärung, dass es bekannt sein dürfte, "dass ich im Bundestag wehrhaft gegen die Gegner unseres Rechtsstaates kämpfe, weshalb es ein umso befremdlicheres Zeichen eines völlig unsachlichen Wahlkampfes ist, mich in einen solchen Kontext rücken zu wollen."

Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter der Grünen, sprang Amthor bei Twitter zur Seite: "Klar, ist das Foto unsäglicher Mist. Aber: 1. Niemand in der Politik ist davor gefeit, dass von ihm Fotos bzw Selfies mit problematischen Leuten gemacht werden. 2. Klar sollte man immer schauen, dass die Leute keine HolocaustLeugnerin (sic) auf dem T-Shirt haben, aber je nach Situation kann es passieren. 3. Soll man nicht #Nazipropaganda teilen, auch wenn es einem politisch in den Kram passt."

rw

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker