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Reaktionen: Christoph Böhr tritt zurück

In Rheinland-Pfalz jubelt die SPD, in Baden-Württemberg die CDU. Während in Stuttgart die SPD-Spitzenkandidatin Ute Vogt vor einer ungewissen Zukunft steht, stellt in Mainz der CDU-Chef Christoph Böhr seine Ämter zur Verfügung.

Die erste Reaktion des rheinland-pfälzischen CDU-Chefs Christoph Böhr auf die klare Niederlage seiner Partei bei den Landtagswahlen war kurz und bündig: Es sei ein enttäuschendes Ergebnis, sagt er in der ARD. "Klar ist, dass ich die persönliche Verantwortung trage", sagte er und legt alle Landesämter nieder. Die CDU hatte nach den jüngsten Hochrechnungen der ARD im Vergleich zu ihrem Ergebnis vor vier Jahren drei Punkte verloren und erzielte mit 32,3 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis.

Unmittelbar nach Veröffentlichung der Prognose zeigten sich Unionspolitiker überrascht vom Abschneiden ihrer Partei. Alle Erfahrungen, die sie im Wahlkampf gemacht habe, hätten überhaupt nicht auf dieses Ergebnis hingedeutet.

Bei der SPD dagegen herrscht dagegen Jubelstimmung: Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat das SPD-Wahlergebnis in seinem Land als "ein großartiges Ergebnis" bezeichnet. "Es ist ein Beleg dafür, dass die große Krise, die der SPD auf Bundesebene zugeschrieben worden ist, nicht da ist", so Beck. "Das ist ein ganz, ganz tolles Ergebnis", sagte Bildungsministerin Doris Ahnen. In Rheinland-Pfalz deutet sich für die SPD von Regierungschef Kurt Beck das bisher beste Ergebnis und damit überraschend ihre erste Alleinregierung an.

In Baden-Württemberg dagegen hat die SPD deutlich verloren: "Das ist eine bittere Niederlage", sagte Landtags-Fraktionschef Wolfgang Drexler in der ARD. Ersten Hochrechnungen der Sender ARD und ZDF fuhr die SPD mit rund 25 Prozent eines schlechtesten Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen seit 1952 ein. Seiner Partei sei es nicht ausreichend gelungen, die Wähler zu mobilisieren, sagte Drexler. Bei der Landtagswahl 2001 hatten die Sozialdemokraten noch 33,3 Prozent der Stimmen geholt.

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn, zeigte sich zufrieden mit dem Wahlergebnis in Baden-Württemberg. "Wir sind ziemlich happy. Wir sind gestärkt in der Opposition." Es habe sich gezeigt, dass die Themen der Grünen im Wahlkampf gezogen hätten. Zu einer möglichen schwarz-grünen Koalition in Stuttgart wollte er sich aber zunächst nicht äußern.

In Sachsen-Anhalt ist die schwarz-gelbe Koalition wohl angewählt worden. Der Ministerpräsident des Landes, Wolfgang Böhmer, schließt daher eine Koalition mit der SPD nicht aus. Auf die Frage, ob es mehr als einen möglichen Partner gebe, sagte er im ZDF: "Ja."

Der CDU-Politiker erklärte, es gehe darum, politische Inhalte abzustimmen und einen Partner zu finden, mit dem einen stabile Regierung für fünf Jahre möglich sei. "Wir werden keine Wackelkiste tragen", sagte er in der ARD. Schon jetzt sei sicher, dass nicht mehr die gleiche Mehrheit wie bisher bestehe, sagte Böhmer. Erst müsse jedoch das Wahlergebnis ausgewertet werden.