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Röttgen, Laschet, Merz, Spahn: Wer steht für was? So ticken die Anwärter auf den CDU-Vorsitz

Wer führt die CDU aus der Krise? Vier Männer trauen es sich zu: Norbert Röttgen, Friedrich Merz, Armin Laschet und Jens Spahn. Wer macht das Rennen als Vorsitzender? Und wofür stehen die Aspiranten? Ein Überblick.

Reine Männersache: Ein Karnevalswagen in Düsseldorf nimmt das Rennen um den CDU-Vorsitz auf die Schippe

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Getty Images

Das Rennen um den CDU-Vorsitz ist eröffnet. Eine Woche nach dem früheren Bundesumweltminister Norbert Röttgen stellten am Dienstag Friedrich Merz und das Bewerber-Duo aus Armin Laschet und Jens Spahn ihre Vorstellungen von der Zukunft der CDU vor.

Aber für welchen Kurs stehen die Aspiranten? Wir stellen ihre wichtigsten Positionen vor.

Inhaltliche Ausrichtung der CDU

Spahn und Laschet stehen für eine CDU der Mitte, Merz will die Partei konservativer ausrichten. Es gehe ihm "nicht um eine Rechtsverschiebung der Union", sagte Merz. Er wolle aber "das Fundament wieder breiter machen" und stärker die Konservativen und Liberalen berücksichtigen. Laschet und Spahn wollen ihre Team-Kandidatur als Angebot an alle Lager in der Partei verstanden wissen: "Wir müssen unsere Partei und unser Land wieder zusammenführen, und dafür will ich kandidieren", sagte Laschet.

Migration und Integration    

Merz will frühere CDU-Wähler von der AfD zurückgewinnen – etwa mit einem konsequenten Eintreten gegen illegale Migration. Den erstarkten Rechtsradikalismus will er auch mit der Betonung von Themen wie Grenzkontrollen und Clankriminalität bekämpfen. Laschet steht für eine liberalere Linie: Deutschland müsse ein "liberales, weltoffenes Land" bleiben, zugleich aber "null Toleranz" gegenüber Straftätern walten lassen. Spahn gilt anders als sein Mitstreiter Laschet als Hardliner in der Migration. Den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte er wiederholt kritisiert.         

Abgrenzung zu AfD und Linkspartei    

Laschet/Spahn und Merz wollen an der Linie der CDU festhalten, nicht mit AfD und Linkspartei zusammenzuarbeiten. Übereinstimmend betrachten sie Rechtsextremisten als größte Gefahr. Mit ihnen gebe es "massive Probleme, und die sind nicht unter Kontrolle", sagte Merz. Laschet beklagte Rassismus und Antisemitismus: "Das dürfen wir nicht zulassen." Merz kritisierte, dass sich seine Partei in ihrem Abgrenzungsbeschluss gegen AfD und Linkspartei gleichermaßen gerichtet habe. Notwendig sei vielmehr eine Differenzierung, weil es mit dem rechten Rand viel größere Probleme gebe.

Wirtschafts- und Sozialpolitik    

In der Wirtschaftspolitik herrscht zwischen den Bewerbern viel Übereinstimmung. Deutschland muss Industrieland bleiben, die Energiewende muss für die Wirtschaft tragbar sein, der Staat soll die Digitalisierung fördern. "Wir müssen der Welt zeigen, dass es möglich ist, aus Kernenergie und Kohle auszusteigen und trotzdem Industrieland zu bleiben", sagte Laschet. Merz kündigte einen "neuen Generationenvertrag" an: Die große Koalition habe viele Entscheidungen getroffen, die "in der Summe eine Belastung für die junge Generation" seien. Bei Laschet ist eine stärkere Betonung auf Sozialpolitik erkennbar als bei Merz.         

Europapolitik    

Auch hier sind sich die Kandidaten einig: Deutschland muss sich für eine noch engere Zusammenarbeit in der EU einsetzen. "Wir brauchen mehr Europa", sagte Laschet. In den großen Fragen könne Europa "nur abgestimmt handeln". Ähnlich äußerte sich Merz: "Mehr Europa, nicht weniger Europa." Er mahnte eine engere Zusammenarbeit vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik an. Merz kritisierte, dass die Bundesregierung die europapolitischen Initiativen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ins Leere habe laufen lassen.

Video: Laschet tritt an - Spahn soll Vize werden

Kanzlerkandidatur    

Hier herrscht Klarheit: Der nächste CDU-Chef soll Anspruch auf die Kanzlerkandidatur erheben – und dabei natürlich auch die Abstimmung mit der Schwesterpartei CSU suchen. "Für den CDU-Teil ist mit der Entscheidung auf dem Parteitag klar, wer als CDU-Kanzlerkandidat vorgeschlagen wird", sagte Laschet. Merz sagte, jeder CDU-Vorsitzende sei "grundsätzlich geeignet, Bundeskanzler zu werden".

mik / AFP