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stern.de-Umfrage: Was ist eigentlich links?

Die Deutschen wählen links - wären sich die Parteien einig, könnte in Hessen ein rot-rot-grünes Bündnis regieren. Was bedeutet das: Mindestlöhne für alle? Bregrenzung der Managergehälter? Raus aus Afghanistan? Schreiben Sie an aktion@stern.de, was für Sie linke Politik bedeutet.

Es ist unbestreitbar: Die Linkspartei ist auf dem Vormarsch. Just hat sie in Niedersachsen und Hessen die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen. Auch in Hamburg könnte sie in die Bürgerschaft einziehen. Oskar Lafontaine und Gregor Gysi triumphieren: Ihre Partei etabliert sich Stück für Stück im Westen. Die Wähler der Linkspartei sind vor allem jene, die sich enttäuscht von der SPD abwenden. Gleichzeitig hat die CDU kräftige Verluste hinnehmen müssen.

Steht die Republik also vor einem Linksruck? Und wenn ja: Was bedeutet das? Was ist linke Politik? Wie könnte sie Deutschland verändern? Droht ein Comeback des "Kommunismus", wie manch Konservativer meint? Schreiben Sie uns ihre Vorstellungen und Gedanken unter der Mailadresse aktion@stern.de. Wir werten Ihre Antworten aus und präsentieren sie auf stern.de.

Lafo contra Münte

Mit Blick auf die Bundespolitik ist die Frage nach linken Inhalten so einfach nicht zu beantworten. Sowohl Kurt Becks SPD als auch Angela Merkels CDU schreiben sich das Thema "soziale Gerechtigkeit" auf die Fahnen. Beide wollen die finanzielle Situation von Familien und älteren Arbeitslosen verbessern. Beide suchen nach Möglichkeiten, die exorbitanten Managergehälter zu begrenzen. Und beide haben sich auf die branchenbezogene Einführung von Mindestlöhnen geeinigt, auch wenn es in der CDU viele Kritiker gibt. Die Volksparteien wissen, dass sie die Wahlen nur in der Mitte gewinnen können, und die Mitte sucht offenbar nach einer neuen sozialen Balance.

Die Linkspartei ist bislang dadurch aufgefallen, dass sie diesen Kurs noch deutlich verschärfen will – durch eine massive Umverteilung. Frei nach dem Motto: Nehmt das Geld den Reichen ab, drückt es den Bedürftigen in die Hände. Männer wie der ehemalige Arbeitsminister Franz Müntefering hielten diesen Umverteilungsgedanken für überkommen. Sie setzten unter den Slogan "fördern und fordern" auf mehr Eigenverantwortung. Wichtiger als die materielle Angleichung war Müntefering, dass jeder Bundesbürger die gleichen Chancen haben sollte, etwas aus seinem Leben zu machen. Große Unterschiede haben Linkspartei und SPD auch in der Außenpolitik: Lafontaine lehnt Militäreinsätze wie jenen in Afghanistan kategorisch ab, die SPD befürwortet sie.

Kurzum: Es gibt viele Möglichkeiten, linke Politik zu denken - und mindestens genauso viele Gründe, sie abzulehnen. Schreiben Sie stern.de, was Sie dazu meinen, unter: aktion@stern.de

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