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TV-Duell vor der Wahl in Berlin: "Das ist ihre Schuld, Herr Wowereit"

Beim ersten TV-Duell der Berliner Spitzenkandidaten blieben bei Klaus Wowereit und Frank Henkel die scharfen Waffen meist stecken. Trotz einiger verbaler Attacken verlief die Auseinandersetzung zwischen dem Amtsinhaber der SPD und dem Spitzenkandidaten der CDU überwiegend sachlich.

Zwölf Tage vor der Abgeordnetenhauswahl haben sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und sein CDU-Herausforderer Frank Henkel ein weitgehend sachliches Fernsehduell geliefert. Themen der Diskussion am Dienstagabend im Sender RBB waren unter anderem die steigenden Mieten, die hohe Arbeitslosigkeit und die Wirtschaftssituation in der Stadt.

Henkel griff Wowereit immer wieder an und kritisierte die Politik der vergangenen zehn Jahre unter Rot-Rot. Der Regierende Bürgermeister verwies auf Tausende neue Arbeitsplätze, kostenlose Kitaplätze und steigende Zahlen bei den Hochschulabsolventen.

Wowereit räumte allerdings auch Probleme ein, etwa bei der Integration und an den Schulen. "Daran werden wir arbeiten", versprach er. Eine bessere Integration lasse sich nur durch ein ganzen Bündel von Maßnahmen erreichen. "Die greifen gerade auch, aber sie brauchen auch Zeit."

Die verbale Auseinandersetzung verlief größtenteils sachlich. Nur ab und zu unterbrachen sich die Kandidaten und zeigten sich angriffslustig. "Das ist ihre Schuld, Herr Wowereit", rief Henkel mit Blick auf hohe Mieten in manchen Stadtteilen. Der erwiderte an anderer Stelle: "Das ist doch Quatsch, was Sie da sagen."

An diesem Donnerstag gibt es das zweite Rede-Duell, diesmal zwischen Wowereit und der Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast. Die SPD liegt in allen aktuellen Umfragen mit großem Vorsprung auf dem ersten Platz in Berlin, gefolgt von CDU und Grünen. Für eine weitere Koalition von SPD und Linken gibt es nach den Umfragen keine oder nur eine sehr knappe Mehrheit. Daher deutet vieles auf eine rot-grüne Koalition nach dem 18. September hin.

roh/DPA / DPA