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Umfrage: Kochs und Merkels Popularität sinkt

Schon die Hessen-Wahl zeigte: Roland Koch ist nicht mehr des Wählers Liebling. Eine Umfrage des Instituts TNS Forschung hat nun diesen Trend bestätigt: Kochs Attacke gegen Jugendkriminalität hat ihn unbeliebt gemacht - und zieht Lieblingskanzerlin Angela Merkel mit in den Abgrund.

Nach dem Attacken-Wahlkampf in Hessen sind Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Roland Koch in der Wählergunst abgerutscht. Merkel verlor in den Sympathiewerten nach einer am Freitag vom "Spiegel" verbreiteten Umfrage des Instituts TNS Forschung vier Punkte und fällt auf 74 Prozent Zustimmung zurück. Koch büßte im Vergleich zum Oktober 2007 fünf Punkte ein und kommt nur noch auf 28 Prozent. Unter den Anhängern der Union stürzt er dem Bericht zufolge sogar um acht Punkte ab. Gewinner der Umfrage ist der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, der in der Beliebtheit um zwölf Punkte auf seinen Rekordwert von 62 Prozent zulegt.

Merkel gab Koch nach dem Wahldebakel abermals Rückendeckung für seine Kampagne gegen Jugendkriminalität und gewalttätige ausländische Jugendliche. "Roland Koch hatte in seinem Wahlkampf die volle Unterstützung der CDU und meine als Vorsitzende", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zugleich versuchte sie, den parteiinternen Aufruhr um Kochs Polarisierungskurs zu entschärfen. Die CDU werde das Thema Jugendkriminalität auch weiter ansprechen, betonte sie. Verstärkte Anstrengungen in der Integrationspolitik gehörten ebenso zum Programm der Partei.

Auch von Beust bekommt weniger Zustimmung

Hamburgs CDU-Bürgermeister Ole von Beust, der in drei Wochen zur Bürgerschaftswahl antritt, bekräftigte in Berlin, er werde sich an Wulffs zurückhaltendem und erfolgreichem Wahlkampfstil orientieren - "und das alles in ruhiger und ausgeglichener norddeutscher Gelassenheit". Von Beust muss bei der Wahl am 24. Februar Umfragen zufolge um seine absolute Mehrheit und sogar um seinen Regierungsposten bangen.

Reuters / Reuters