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Und jetzt ... Django Asül Seehofer und das Vaterland


Die CSU und der FC Bayern haben es richtig erkannt: Zuzügler taugen wenig bis nichts. Und die Grünen müssen sich eigentlich bei Horst Seehofer bedanken.
Eine satirische Abrechnung von Django Asül

Es war keine Rede zur Lage der Nation, aber auf jeden Fall ein gewichtiges Wort zur Lage des Ausländers innerhalb dieser Nation. Und gut gemeint war das angeblich ominöse Interview von Horst Seehofer sowieso. Leider wurden die positiven Auswirkungen dieser Ein- und Auslassungen wieder mehr oder weniger unter den fliegenden Teppich gekehrt. Denn Folgen des Seehoferschen Wachrüttelns sind enorm erfreulich: Der Dax kletterte sofort über 6400 Punkte und ist so stark wie vor der Lehman-Pleite.

Und laut stern-RTL-Wahltrend ist die FDP mal wieder unter 5 Prozent. Wenn der bayerische Ministerpräsident so etwas wie ein Lebensziel haben sollte, ist das selbstverständlich die Marginalisierung dieser liberalen Gesinnungsverweigerer und Klientelschnorrer. Weshalb sich die Grünen nun über Seehofer aufregen, ist erst recht pharisäerhaft. Dank Seehofer drückt es die Union immerhin auch immer mehr nach unten. Und Frau Merkel beschäftigt sich gar nicht mehr mit der Frage, wie die CDU irgendwo über 30 Prozent landen könnte. Sie ist mittlerweile heilfroh, wenn es in Zukunft noch Wahlen gibt, wo die CDU noch vor den Grünen landet.

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Merkel selber versteht selbst außerhalb von Stuttgart nur noch Bahnhof. Sie kann die ganze Aufregung um Seehofers Aussagen nicht nachvollziehen. Schließlich sei man sich ja in der Union schon seit Jahrzehnten einig, dass der Ausländer zwar nicht unbedingt der Depp der Nation ist, aber deren Aushängeschild auch nicht gerade. Und überhaupt: Es geht Seehofer ja gar nicht um den Ausländer an sich, sondern vor allem um den ausländischen Facharbeiter. Das wird gerne unterschlagen. Seehofer hat nichts gegen den hartzvierenden Sozialstaatsbürger mit Migrationshintergrund. Der migratiöse Facharbeiter ist dem CSU-Chef ein Dorn im Auge. Einfach mal nach Deutschland, einen guten Job ergattern und dann mit Schnurrbart und Kopftuch Lapaloma pfeifen? Damit muss Schluss sein.

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Seehofer orientiert sich an der politischen und gesellschaftlichen Realität. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (Hauptaufgabe: Ganztagesbetreuung desillusionierter SPD-Abgeordneter) will herausgefunden haben, dass zehn Prozent hierzulande einen starken Führer wünschen. Für Facharbeiter aus dem Ausland plädierte niemand. Das wusste Seehofer aber schon vorher. Deshalb plädiert er schon seit geraumer Zeit für mehr Frauen in Politik und Wirtschaft. Darauf sollte das Augenmerk gelegt werden. Wenn schon wer aus dem Ausland importiert wird, dann lieber Frauen statt Ausländer. Zumal Frauen wesentlich weniger Probleme bereiten als Ausländer. Das geht bei der Akzeptanz von schlechteren Löhnen und Gehältern los und endet zum Glück überhaupt nicht.

Großen Zuspruch bekommt Seehofer logischerweise vom türkischen Europaminister. Jener Herr Bagis hat seinen Landsleuten in good old Germany ein paar saubere Ohrfeigen verpasst und ihnen nicht nur empfohlen, sondern befohlen, Sprache und Kultur der Deutschen zu beherrschen. Da denkt sich der Türke von nebenan natürlich: Dann kann ich ja gleich in der Türkei leben, wenn ich nicht mehr Fremder sein soll.

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Das Allerschlimmste: Es gibt jetzt schon kaum türkische Facharbeiter, die nach Deutschland wollen. 2008 sollen es 1441 gewesen sein. Zum Vergleich: 1441 waren es noch 2008. Hier zeigt sich die große Abneigung gegenüber der deutschen Sprache und Kultur. Wer nicht mal mehr nach Deutschland kommt, braucht sich auch nicht wundern, wenn er hier abweisend behandelt wird. Denn zu einem vernünftigen menschlichen Miteinander gehört schließlich auch, dass man die eigene Präsenz durch Anwesenheit untermauert.

Seehofers Versuch, mit einer betont sachlich geführten Debatte nicht in die Nähe von Sarrazin gerückt zu werden, ehrt ihn natürlich. Hier hat einer Sorge um das Vaterland. Und natürlich auch um die Partei. Er will seinen Heimatverein wieder nach vorne bringen mit dem Thema Migration.

Um die CSU steht es nicht sonderlich gut. In einer ähnlichen Verfassung präsentiert sich derzeit der FC Bayern München, der ja bekanntlich die Sportsparte der CSU ist. Beide bekämpfen im Moment das gleiche Malheur: Sie treffen einfach das Tor nicht. Hauptverantwortlich beim FC Bayern dafür ist mit Miroslav Klose wiederum ein Facharbeiter aus dem Ausland. Der hat sich zwar insgesamt an die deutsche Kultur angepasst. Aber das hilft dem FC Bayern auch nicht weiter. Das mag Seehofers Blick in dieser Thematik geschärft haben. Wenn schon einer wie Klose, der sich nie deutschfeindlich zeigt, sich seinem Arbeitgeber gegenüber höchst unproduktiv verhält, kann man von einem zukünftigen Zuzügler erst recht nichts erwarten.

Klose macht wenigstens noch für Deutschland die nötigen Tore, was ihm natürlich viele Bonuspunkte bei der Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach eingebracht hat. Diese Dame, schon seit langem Polen-Freak Nummer eins im Lande (noch vor Gesine Schwan!) stellt sich demonstrativ hinter Seehofer. Wer Seehofer attackiere, kapiere die Realität nicht, so Frau Steinbach sinngemäß. Das Problem seien eben nicht Buddhisten, Hindus oder Chiwawas, sondern Araber und Türken. Also warum solle man sich dann noch mehr von diesem Pack ins Land holen? Moralisch aufgewertet wird diese Stellungnahme durch die Tatsache, dass Steinbach auf 400-Euro-Basis auch noch menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist. Soll heißen: Zuzug nach und Leben in Deutschland ist kein Menschenrecht per se. Wer das nicht begreifen will, soll daheim bleiben. Und wer es begriffen hat, erst recht.


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