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Hamburg-Wahl zum Nachlesen: Scholz verliert absolute Mehrheit - AfD über 6 Prozent

Das vorläufige Ergebnis der Bürgerschaftswahl in Hamburg steht fest: Die SPD siegt mit 45,7 Prozent, verliert aber die absolute Mehrheit - weil die AfD den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schafft.

Jubel bei SPD und FDP, lange Gesichter bei der CDU: Die Bürgerschaftswahl in Hamburg wurde für den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz zum erwarteten Vertrauensbeweis. Scholz verliert allerdings die absolute Mehrheit und steuert nach vier Jahren Alleinregierung auf eine Koalition zu. Die CDU sackt auf ein historisches Tief ab; die FDP schafft den Wiedereinzug ins Landesparlament. Die AfD überwindet erstmals im Westen die Fünf-Prozent-Hürde.

Hier finden Sie alle Zahlen.

In der Bürgerschaft der Hansestadt sind damit künftig sechs Fraktionen vertreten. Scholz führte seinen Wahlsieg darauf zurück, dass die SPD in Hamburg "verlässlich regiert" habe. Allerdings brauchen die Sozialdemokraten künftig einen Koalitionspartner, ihnen fehlen drei Sitze für die absolute Mehrheit. Nun stehen Gespräche mit den Grünen an. Die Ereignisse des Wahltages zum Nachlesen.

+++ 22.26 Uhr: Vorläufiges Ergebnis steht fest +++

Die SPD hat die Hamburg-Wahl mit 45,7 Prozent gewonnen. Das ergibt die vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Auszählung aller 1780 Wahlbezirke. Danach rutschte die CDU auf 15,9 Prozent ab. Die Grünen kamen auf 12,2 und die Linken auf 8,5 Prozent. Die FDP holte 7,4, die AfD 6,1 Prozent.

+++ 21.20 Uhr: Wo sind die CDU-Wähler hin? +++

Eine der großen Fragen des Abends: Wohin sind die CDU-Wähler gewandert? Laut "Tagesschau" zwar auch zur AfD, vor allem aber zur SPD - oder aber sie seien zuhause geblieben.

Andere stellen da einfachere Rechnungen auf:

+++ 21.10 Uhr: Olaf Scholz ist für Wähler das wichtigste Argument +++

Olaf Scholz ist nicht nur mit der SPD, sondern auch als Person wohl der Gewinner des Wahltages - und für die meisten SPD-Wähler das wichtigste Argument:

+++ 20.40 Uhr: Suding erneuert Gesprächsangebot an Scholz +++

Die FDP ist weiter zu Verhandlungen mit der SPD bereit. Katja Suding erneuert ihr Gesprächsangebot an Olaf Scholz: "Wir haben das Angebot gemacht", sagt sie. "Und wenn der Bürgermeister anruft, dann werde ich rangehen."

+++ 20.36 Uhr: Wahlforscher sehen "atypisch hohe Ökonomiekompetenz" als Grund für SPD-Sieg +++

Nach Ansicht von Wahlforschern verdankt die SPD den Sieg vor allem Scholz und der hohen Wirtschaftskompetenz ihres Landesverbandes. Ihr sei es gelungen "mit atypisch hoher Ökonomiekompetenz bis weit ins hanseatisch-wirtschaftsliberale Bürgertum" zu punkten, erläutert die Forschungsgruppe Wahlen. Sie interpretiert das Wahlergebnis als rein hanseatisch geprägt - ohne Einfluss der Bundespolitik.

+++ 20.09 Uhr: Neueste Hochrechnung der ARD +++

Die ARD-Hochrechnung von 20 Uhr liefert neue Zahlen: SPD 46,5 Prozent, CDU 16 Prozent, Die Grünen 11,9 Prozent, Linkspartei 8,4 Prozent, FDP 7,1 Prozent, AfD 5,8 Prozent.

Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF entfallen auf die SPD 59 der 121 Sitze in der Bürgerschaft. Ihr fehlen somit zwei Sitze zur absoluten Mehrheit.

+++ 19.47 Uhr: Tagesschau-Statistik: Was unterscheidet AfD-Wähler von anderen? +++

Die AfD ist also offenbar im Parlament. Auf Twitter machen Statistiken der Tagesschau die Runde: "Was unterscheidet AfD-Wähler von anderen? U.a. ihre Ansichten zu Flüchtlingen und Verständnis für Pegida".

+++ 19.41 Uhr: ZDF-Hochrechnung bestätigt Tendenz +++

Eine zweite, für das ZDF erstellte Hochrechnung bestätigt die Tendenz der ersten: Verlust der absoluten Mehrheit, die SPD liegt bei 46,7 bis 46,8 Prozent. Die AfD zieht demnach mit 5,4 bis 5,5 Prozent knapp ins Parlament ein.

+++ 19.37 Uhr: Olaf Scholz möglicher Kanzlerkandidat? +++

Kaum hat er die Wahl in Hamburg gewonnen, wird Olaf Scholz natürlich auch prompt als künftiger SPD-Kanzlerkandidat gehandelt. Er selbst sagt dazu etwas ausweichend zum ZDF: "Ich hab hier als Bürgermeister kandidiert, und das will ich auch sein und nicht was anderes."

+++ 19.21 Erste Hochrechnung: Scholz verliert absolute Mehrheit +++

Die SPD verpasst offenbar die absolute Mehrheit. Der um 19.11 Uhr veröffentlichten ersten Hochrechnung für die ARD zufolge erreichen die Sozialdemokraten 47,0 Prozent. Die CDU sackt mit 16,0 Prozent auf ihr schlechtestes Ergebnis in Hamburg ab. Die Grünen kommen auf 11,9 Prozent, gefolgt von der Linken mit 8,6 Prozent. Die FDP schafft mit 7,1 Prozent klar den Wiedereinzug und auch der AfD gelingt demnach mit 5,3 Prozent knapp der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde.

+++ 19.05 Uhr: AfD gibt sich optimistisch +++

Der AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse gibt sich siegessicher: "Ich bin froh, dass wir in die Bürgerschaft eingezogen sind." Sicher ist zwar noch gar nichts. Erste Prognosen sehen seine Partei aber bei 5,2 bis 5,5 Prozent, womit erstmals der Einzug in ein westdeutsches Landesparlament gelingen würde.

Und auch außerhalb der Partei schauen alle gespannt auf die Hochrechnung, die ab 19:20 Uhr erwartet wird - schließlich könnte das Abschneiden der AfD die absolute Mehrheit der SPD gefährden.

+++ 18.50 Uhr: "Herbe Enttäuschung" bei der CDU +++

Lange Gesichter bei der CDU: Spitzenkandidat Dietrich Wersich spricht von einer "herben Enttäuschung". Über die Zukunft werde in den kommenden Tagen in den Gremien der Partei zu reden sein. "Es ist uns nicht gelungen, eine Machtoption aufzubauen".

Die Prognose von 16 Prozent bedeutet für die CDU ein Minus von 5,9 Prozent im Vergleich zu 2011. Laut "Tagesschau" hat die Partei vor allem bei den über 60-Jährigen verloren.

+++ 18.29 Uhr: Grüne kündigen harte Verhandlungen an +++

Trotz des klaren Sieges steht die absolute Mehrheit für die SPD auf der Kippe. Olaf Scholz will nun mit den Grünen die Bildung einer Koalition sondieren. "Ich habe gesagt, wir fragen zuerst die Grünen, das gilt auch jetzt", sagt der SPD-Politiker. Hamburgs Grüne kündigen derweil harte Verhandlungen an. "Wir sind eine Programmpartei; wir werden hart verhandeln und sind dann zuverlässige Partner", sagt Jens Kerstan, einer der beiden Grünen-Spitzenkandidaten.

+++ 18.42 Uhr: Ergebnis der AfD könnte entscheidend sein +++

Die AfD könnte das berühmte Zünglein an der Waage werden: Falls sie in die Bürgerschaft einzieht, dürfte Bürgermeister Olaf Scholz nach vier Jahren Alleinregierung voraussichtlich auf einen Koalitionspartner angewiesen sein. Auf der AfD-Wahlparty bleibt der Jubel noch verhalten. Zu unsicher ist die Prognose von knapp über 5 Prozent. Ein ARD-Reporter hat sich umgehört: Viele Anhänger sind offenbar von einem noch besseren Ergebnis ausgegangen.

+++ 18.19 Uhr: Katja Suding spricht von "sensationellem" Ergebnis +++

Freude bei SPD und FDP: Olaf Scholz spricht von einem "großartigen Wahlergebnis". FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding bezeichnet das Abschneiden ihrer Partei als "sensationell". Der Parteivorsitzende Christian Lindner hält das Ergebnis für "richtungsweisend" für die FDP: "Das Ergebnis zeigt, dass weiter mit der FDP zu rechnen ist."

+++ 18.13: Wahlbeteiligung bei 55,5 Prozent +++

ARD und ZDF veröffentlichen neue Zahlen zur Wahlbeteiligung: Laut ARD sank sie auf 55,5 Prozent. Das ZDF errechnete 54 Prozent.

+++ 18.02: Erste Prognosen: Klarer Sieg für SPD +++

Nach den Prognosen von ARD und ZDF hat die SPD mit deutlichem Abstand vor der zweitplatzierten CDU gewonnen. Die FDP zieht erstmals seit ihrer Wahlschlappe im Bund wieder in ein Landesparlament ein.

Laut der um 18 Uhr veröffentlichten Prognose der Forschungsgruppe Wahlen erreichen die Sozialdemokraten von Bürgermeister Olaf Scholz 46,5 Prozent, die CDU kommt auf 16 Prozent und sackt damit auf ihr schlechtestes Ergebnis in der Hansestadt ab. Die Grünen erreichen 11,5 Prozent, gefolgt von der Linken mit 9,0 Prozent. Die FDP schafft mit 7,5 Prozent den Wiedereinzug in das Landesparlament und auch der AfD gelingt demnach mit 5,5 Prozent knapp der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde.

+++ 17.48 Uhr: Wahlbeteiligung um 17h bei 52,3 Prozent +++

Kurz vor der Prognose um 18 Uhr kommen neue Zahlen zur Wahlbeteiligung: Um 17 Uhr lag sie laut Landeswahlamt bei 52,3 Prozent. Bei der Bürgerschaftswahl 2011 war die Beteiligung mit 57,3 Prozent auf einen historischen Tiefstwert für Hamburg gefallen.

+++ 16.58 Uhr: Auf Twitter rufen User zum Wählen auf +++

Auf Twitter trudeln die ersten Aufrufe an Mitbürger ein. Lauter gute Argumente.

+++ 15.05 Uhr: Geringe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab +++

Bereits am frühen Nachmittag zeichnet sich eine geringe Wahlbeteiligung ab. Bis 14 Uhr haben 38,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilt der Landeswahlleiter mit. Bei der letzten Bürgerschaftswahl vor vier Jahren hatten zu diesem Zeitpunkt 43,2 Prozent der Berechtigten abgestimmt. Die Gesamtwahlbeteiligung hatte 2011 mit 57,3 Prozent ihren bislang niedrigsten Wert erreicht.

+++ 14.02 Uhr: Zum Vergleich die Zahlen von 2011 +++

Die ersten Prognosen werden ab 18 Uhr erwartet. Schonmal zum Vergleich: Bei der Wahl 2011 war die SPD auf 48,4 Prozent gekommen, die CDU auf 21,9, die Grünen auf 11,2, die Linke auf 6,4 und die FDP auf 6,7 Prozent.

Die 121 Sitze in der Bürgerschaft verteilten sich so: SPD (62), CDU (28), Grüne (14), FDP (9) und Linke (8).

+++ 12.00 Uhr: Eckdaten zur Wahl +++

Die Wahl zur Bürgerschaft in Hamburg hat am Morgen begonnen. Rund 1,3 Millionen Hamburger haben noch bis 18 Uhr Zeit, wählen zu gehen. Mit ersten Hochrechnungen wird nach Schließung der Wahllokale gerechnet. Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige ihre Abgeordneten bestimmen, die nun für fünf Jahre im Amt sind.

Die SPD mit Bürgermeister Olaf Scholz an der Spitze will ihre 2011 errungene absolute Mehrheit verteidigen. Dies könnte nach den Umfragen schwierig werden, auch wenn die Meinungsforscher einen klaren SPD-Sieg und eine herbe Niederlage der CDU und ihres Spitzenkandidaten Dietrich Wersich vorhersagen.

Entscheidend wird das Abschneiden der kleineren Parteien FDP und AfD sein. Sie können sich nach den Umfragen Chancen auf einen Einzug in die Bürgerschaft ausrechnen. In diesem Fall wäre Scholz auf einen Koalitionspartner angewiesen. Er hat bereits angekündigt, dann eine rot-grüne Landesregierung bilden zu wollen.

Wegen des Wahlrechts mit seinen zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten wird am Sonntagabend in einem vereinfachten Verfahren nur die Sitzverteilung ermittelt. Die Kandidatenstimmen werden erst am Montag ausgezählt.

car/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters