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Die Morgenlage USA melden mehr als 2500 Corona-Tote binnen 24 Stunden – Höchststand seit April

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Klage gegen Trump soll Vernichtung von Schriftverkehr verhindern +++ Kinderleiche als vermisste Zweijährige aus Fulda identifiziert +++ US-Justizminister Barr: Keine Beweise für Wahlbetrug +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

in den USA sind binnen 24 Stunden landesweit 2562 Corona-Todesfälle registriert worden, wie die Johns-Hopkins-Universität am Dienstagabend mitteilte. So viele Tote hatte es in den USA zuletzt Ende April auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle gegeben.

Ebenfalls in den USA sieht sich der noch amtierende Präsident Trump derweil einer Klage gegenüber: Wissenschaftler wollen die Vernichtung von Schriftverkehr verhindern, sie pochen dabei auf ein Gesetz für den Erhalt jeglicher Korrespondenz des Präsidenten. Damit hören die schlechten Nachrichten für Trump aber nicht auf: Sein eigentlich loyaler Justizminister William Barr hat angegeben, bislang keine Beweise für den von Trump wiederholt behaupteten Wahlbetrug gefunden zu haben. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Mehr als 2500 Corona-Tote in den USA binnen 24 Stunden

In den USA sind innerhalb eines Tages mehr als 2500 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Binnen 24 Stunden seien landesweit 2562 Corona-Todesfälle registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Dienstagabend mit. So viele Tote hatte es in den USA zuletzt Ende April auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle gegeben.

Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis Dienstagabend zudem mehr als 180.000 Neuinfektionen. Rund 99.000 Infizierte wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Besonders schlimm ist die Lage derzeit in mehreren Bundesstaaten im Mittleren Westen der USA, darunter Indiana und South Dakota. Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten bereits mehr als 13,7 Millionen Corona-Fälle. Mehr als 270.000 Infizierte starben. Wegen der Reisewelle rund um den wichtigsten US-Feiertag Thanksgiving befürchten Experten in den kommenden Tagen einen erneuten sprunghaften Anstieg der Infektionsfälle.

Klage gegen Trump soll Vernichtung von Schriftverkehr verhindern

Mit einer Klage gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump wollen Wissenschaftler die Vernichtung von E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und anderem Schriftverkehr aus seiner Präsidentenzeit verhindern. In der am Dienstag bei einem Gericht in Washington eingereichten Klage werden dem Amtsinhaber und dem Weißen Haus vorgeworfen, gegen ein Gesetz zum Erhalt jeglicher Korrespondenz des Präsidenten (Presidential Records Act) verstoßen zu haben. Die geplante oder vollzogene Vernichtung von Akten ohne formelle Mitteilung an den Archivar der Vereinigten Staaten oder den Kongress sei rechtswidrig, heißt es darin. "Dokumente des Präsidenten sind immer in Gefahr, weil das Gesetz, das sie schützen soll, so schwach ist und vom guten Willen abhängt, an dem es derzeit mangelt", erklärte Tom Blanton, Direktor der Forschungseinrichtung National Security Archive, die zu den Klägern gehört. Veröffentlicht wurde auch ein Mitte November verschicktes Schreiben an den Rechtsberater des Weißen Hauses, Pat Cipollone, in dem die Regierungszentrale zu einer Rückversicherung mit Blick auf die Einhaltung des Gesetzes aufgefordert wurde. Dies sei nicht geschehen, erklärte Blanton.

Kinderleiche als vermisste Zweijährige aus Fulda identifiziert

Bei der in einem Kanal in Fulda gefundenen Kinderleiche handelt es sich um die seit Montagabend vermisste zweijährige Timnit. Die Identität des Mädchens konnte zweifelsfrei geklärt werden, wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte. Die Ermittlungen zur Todesursache dauerten an, hieß es. Die Leiche des Mädchens war am Dienstagnachmittag gefunden worden. Die Zweijährige hatte nach bisherigen Ermittlungen unbemerkt die elterliche Wohnung verlassen. Die genauen Umstände sind noch unklar. Bereits am Montagabend begann eine aufwendige Suchaktion nach dem Mädchen. In Fulda herrschten in der Nacht winterliche Temperaturen, am Morgen lag Schnee in der osthessischen Stadt. Spezialtaucher entdeckten schließlich die Kinderleiche in dem Kanal. Wie das Mädchen dorthin gelangte, ist noch nicht bekannt.

US-Justizminister Barr: Keine Beweise für Wahlbetrug

Das US-Justizministerium hat nach Angaben von Minister William Barr bislang keine Beweise für den von US-Präsident Donald Trump behaupteten Wahlbetrug im großen Stil gefunden. "Bis heute haben wir keinen Betrug in einem Ausmaß gesehen, der zu einem anderen Wahlergebnis hätte führen können", sagte Barr am Dienstagabend der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. Trumps Anwälte wiesen Barrs Darstellung zurück. Es habe "nicht den Anflug" einer Untersuchung durch das Justizministerium gegeben.

Polizei nimmt mächtigsten slowakischen "Oligarchen" fest 

Die slowakische Polizei hat am Dienstag einen der reichsten und einflussreichsten Männer des EU-Landes festgenommen. Gegenüber Journalisten behauptete Jaroslav Hascak, er wisse selbst nicht, was ihm vorgeworfen werde. Medien werteten die Festnahme des Chefs der Finanzgruppe Penta hingegen als bisher spektakulärsten Schlag im Zuge einer Verhaftungsserie, die vom Mord am Investigativ-Journalisten Jan Kuciak im Februar 2018 ausgelöst worden war. Hascak gilt seit über zwanzig Jahren als der mächtigste der sogenannten Oligarchen, die sich systematisch Gefallen von Politikern erkauft haben sollen. Das Nachrichtenportal Aktuality.sk, für das Kuciak gearbeitet hatte, berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, Hascak sei ein Tarngeschäft nachgewiesen worden, mit dem er den Kauf eines Beweismittels verschleiert habe.

Rom verbannt umstrittene Pferdekutschen aus Parks

Rom verbannt seine umstrittenen Pferdekutschen von der Straße in drei große Parks. Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung sprach nach einem Beschluss des Gemeinderats am Dienstag von einem "historischen Meilenstein" für eine moderne und tier- und umweltfreundliche Stadt. Über die Pferdekutschen, die sogenannten Botticelle, war in der italienischen Hauptstadt seit Jahren gestritten worden. Der Beschluss des Gemeinderats sieht nun vor, dass die Kutschen, die bisher Touristen zu Sehenswürdigkeiten wie dem Kolosseum kutschierten, nun nur noch in drei großen Parkanlagen fahren dürfen. Die Kutscher dürfen zudem nur noch bestimmte Pferderassen nutzen. Die Tiere müssen Pausen und nach sieben Stunden Feierabend machen. Bei Temperaturen über 30 Grad dürfen die Kutschen gar nicht fahren. Bei Verstößen gegen die neuen Regeln, die außerdem regelmäßige Untersuchungen durch Tierärzte vorsehen, drohen den Kutschern Geldstrafen bis 500 Euro oder der Entzug ihrer Lizenz.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Ministerpräsidenten beraten mit Kanzlerin Merkel über Digitalisierung und Energiewende

Die Ministerpräsidenten der Länder kommen um 15.00 Uhr erneut zu einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel zusammen. Im Unterschied zu den letzten Beratungen dieser Art stehen dieses Mal jedoch nicht die Eindämmung der Corona-Pandemie und Beschlüsse dazu im Mittelpunkt. Vielmehr soll es um Digitalisierung, Energiewende und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft gehen. Weiteres Thema soll der Kampf gegen Rassismus und gegen Rechtsradikale sein, wie Berlin als aktuelles Vorsitzland der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mitteilte. Vor der Schalte mit der Kanzlerin beraten die Länder-Regierungschefs zunächst unter sich (12.30 Uhr).

Mögliche Haft in Hongkong: Urteil gegen Joshua Wong erwartet

Im Prozess über einen ungenehmigten Protest wird gegen den prominenten Hongkonger Aktivisten Joshua Wong ein Urteil erwartet. Ihm drohen bis zu fünf Jahren Haft. Zum Auftakt der Verhandlung vor gut einer Woche hatte sich Wong schuldig bekannt, am 21. Juni des Vorjahres einen nicht genehmigten Protest vor dem Polizeipräsidium im Stadtteil Wan Chai organisiert zu haben. Auch seine Mitstreiter Ivan Lam und Agnes Chow bekannten sich schuldig.

Klimakabinett berät über Stand des Klimaschutzes in Deutschland

Unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel berät das Klimakabinett über den Stand der Anstrengungen für mehr Klimaschutz in Deutschland. Dem Kabinettsausschuss gehören mehrere Minister an, darunter Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Innen- und Bauminister Horst Seehofer (CSU). Gerade die Bereiche Verkehr und Gebäude müssen aus Sicht von Experten liefern, damit mittel- und langfristige Klimaziele erreicht werden. 

Israels Regierung auf der Kippe - Parlament stimmt über Auflösung ab

Israels Regierung steht erneut auf der Kippe. Eine Abstimmung über die Auflösung des Parlaments könnte ihr Ende einläuten. Die Koalition zwischen dem rechtskonservativen Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem Mitte-Bündnis Blau-Weiß von Verteidigungsminister Benny Gantz besteht erst seit Mai. In der Zusammenarbeit der früheren erbitterten Rivalen hatte es von Anbeginn an stark gehakt, zuletzt verschärften sich die Spannungen erneut. Ein Scheitern der Koalition würde die vierte Parlamentswahl in zwei Jahren in Israel bedeuten.

Weitere Plädoyers der Nebenklage im Halle-Prozess erwartet

Im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle haben nach der Bundesanwaltschaft auch erste Überlebende und deren Anwälte ihre Schlussvorträge gehalten. Am 23. Prozesstag (ab 9.30 Uhr) sollen weitere Betroffene plädieren. Die Anklage hatte für den Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Dem hatten sich am Dienstag unter anderem die Anwälte der Eltern des getöteten Kevin S. im Wesentlichen angeschlossen.

Medienausschuss in Magdeburg befasst sich mit Streit um höhere Rundfunkgebühren

Der Medienausschuss des Landtags von Sachsen-Anhalt befasst sich am Mittwoch (10 Uhr) voraussichtlich mit der in der schwarz-rot-grünen Koalition umstrittenen Erhöhung der Rundfunkgebühren. SPD und Grüne schlugen zwar eine Verschiebung der Ausschusssitzung vor, um Zeit für Gespräche zu gewinnen, die CDU lehnte diese aber am Dienstag ab. Hintergrund des Koalitionsstreits ist die Ankündigung der CDU-Fraktion, gegen den Medienänderungsstaatsvertrag zu stimmen, dessen Kern die Beitragsanhebung ist. Der Medienausschuss soll eine Empfehlung für die Mitte Dezember geplante Landtagsabstimmung abgeben. Ebenso wie die Christdemokraten lehnt auch die AfD die Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab, im Magdeburger Parlament haben beide Fraktionen zusammen eine Mehrheit. SPD, Grüne und Linke wollen dem Vertrag zustimmen. SPD und Grüne drohten mit einem Ende des Regierungsbündnisses, sollte die CDU gegen den Staatsvertrag stimmen und damit gemeinsame Sache mit der AfD machen.

Bar oder mit Karte? EZB legt Studie zu Bezahltrends vor

Viele Deutsche sind Bargeld-Fans - das belegen Umfragen seit Jahren. Doch wie zahlen die Menschen in anderen europäischen Ländern am liebsten? Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt ihre neueste Datensammlung zum Bezahlverhalten von Verbrauchern im Euroraum vor. Die Währungshüter werfen dabei auch einen Blick auf die Frage, welchen Einfluss die Corona-Pandemie darauf hat, wenn Menschen ihre Einkäufe begleichen. In Deutschland war zuletzt ein deutlicher Trend zum bargeldlosen Bezahlen erkennbar, einen Schub gab es zum Beispiel für das kontaktlose Bezahlen mit der Karte im Vorbeigehen an der Ladenkasse.

BVB winkt Achtelfinal-Einzug - Leipzig braucht Sieg

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat gute Chancen auf den vorzeitigen Einzug in das Achtelfinale der Champions League. Bereits mit einem Remis in der Partie um 21.00 Uhr (live auf Sky und im stern-Ticker) gegen den Tabellenzweiten Lazio Rom wäre der Spitzenreiter am fünften Vorrundenspieltag am Ziel. Derart komfortabel ist die Ausgangslage für RB Leipzig nicht. Beim türkischen Meister Istanbul Basaksehir (18.55 Uhr/DAZN) ist ein Sieg Pflicht, um im Dreikampf mit Manchester United und Paris Saint-Germain weiterhin aus eigener Kraft das Weiterkommen schaffen zu können.

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Ihre stern-Redaktion

jek DPA AFP

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