VG-Wort Pixel

Die Morgenlage Schneechaos hält an – Hunderte verbringen bitterkalte Nacht auf Autobahn

Deutschland kämpft mit dem Schnee
Sehen Sie im Video: Teile Deutschlands versinken im Schnee – wie Menschen mit dem Wetter kämpfen. Videoquelle: RTL.de
Mehr
Schülerkonferenz warnt vor Desaster bei Fernunterricht +++ Steinmeier verärgert Ukraine mit Äußerung zu Nord Stream 2 +++ Hacker greifen Wasserversorgung in Florida an +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

der Winter hat Teile Deutschlands weiter fest im Griff und sorgt für kilometerlange Staus auf den Autobahnen. Hunderte Menschen steckten auf der A2 fest und mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Eine Wetterbesserung ist für die kommenden Tage nicht in Sicht.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:  

Schülerkonferenz warnt vor Desaster bei Fernunterricht

Die Bundesschülerkonferenz warnt vor zu langen Schulschließungen im Kampf gegen das Coronavirus. Ständig allein zu Hause zu sitzen, sei psychisch zermürbend, sagte Generalsekretär Dario Schramm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Viele wollen dringend mal wieder andere in der Schule sehen, gern mit großem Abstand und peniblen Hygienevorkehrungen, aber persönlich. Schule ist ein Ort der Gemeinschaft, nicht nur des Lernens."

Steinmeier verärgert Ukraine mit Äußerung zu Nord Stream 2

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit Äußerungen zur umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 Verärgerung in der Ukraine ausgelöst. Die "fragwürdigen historischen Argumente" Steinmeiers seien "mit Befremden und Empörung" in Kiew aufgenommen worden, schreibt der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, in einer Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Steinmeier hatte Nord Stream 2 in einem Interview der "Rheinischen Post" mit dem Argument verteidigt, dass die Energiebeziehungen fast die letzte verbliebene Brücke zwischen Russland und Europa seien. Er wies darauf hin, dass Deutschland dabei auch die historische Dimension im Blick behalten müsse und erinnerte an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion, der sich am 22. Juni zum 80. Mal jährt.

Schneechaos hält an – Hunderte verbringen bitterkalte Nacht auf Autobahn

Starke Schneefälle haben in der Nacht erneut für Chaos auf vielen Autobahnen in Deutschland gesorgt. Auf der A2 bei Bielefeld verbrachten Fahrer und Mitfahrende die ganze Nacht auf der Straße und mussten bei klirrender Kälte zum Teil zwölf Stunden lang in ihren Autos ausharren. Zwischenzeitlich bildete sich dort ein 37 Kilometer langer Rückstau, der sich bis nach Niedersachsen zog – auf beiden Fahrtrichtungen zusammen waren es sogar mehr als 70 Kilometer. Auch auf anderen Autobahnen wie der A10 bei Spreeau in Brandenburg sowie der A4 in Osthessen war die Lage chaotisch. Dort hatte sich ein Stau in der Nacht zwar inzwischen aufgelöst, Autofahrer hatten laut Polizei aber zum Teil 15 Stunden in ihren Wagen ausharren müssen. 

Heute müssen sich Pendler in weiten Teilen Deutschlands auf weitere Einschränkungen einstellen. Schneeräum- und Reparaturtrupps seien für die Bahn im Einsatz, damit der Schienenverkehr auf den Hauptstrecken bis heute Abend schrittweise wieder aufgenommen werden könne, erklärte die Bahn. Der Fernverkehr war zuvor auf mehreren Verbindungen komplett eingestellt worden. 

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Schneefall bis zu 40 Zentimetern und Schneeverwehungen vor allem in Ostholstein und angrenzenden Kreisen. Im Vergleich zum Wochenende soll der Schneefall insgesamt aber zurückgehen. Das große Thema wird dann der strenge Frost sein. In der Mitte und im Osten Deutschlands dürfte Nachtfrost von minus 18 Grad keine Seltenheit sein. Bei Wind und trockener Luft könne die gefühlte Temperatur nachts sogar auf bis zu minus 30 Grad sinken.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erstmals seit Monaten unter 75

Zum ersten Mal seit mehr als drei Monaten liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut dem Robert-Koch-Institut unter der Schwelle von 75. So wurden binnen einer Woche 72,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Morgen meldete. Die Zahl sinkt seit mehreren Wochen. Ihren Höchstwert hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Das politische Ziel ist eine Inzidenz von langfristig unter 50. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 3379 Corona-Neuinfektionen und 481 neue Todesfälle. Vor genau einer Woche hatte das RKI 6114 Neuinfektionen und 861 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Später am Morgen versah das RKI seine Fallzahlen mit einem Hinweis. In den Angaben fehlen demnach circa 600 Fälle aus Nordrhein-Westfalen. Noch ist unklar, was das unter anderem für den Inzidenzwert bedeutet, der nach den ersten Angaben unter 75 gefallen war.

Nordkorea treibt Atomprogramm offenbar weiter voran

Nordkorea treibt sein Atomprogramm trotz internationaler Sanktionen einem internen UN-Bericht zufolge weiter voran. Die Autokratie habe "ihre Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme mit Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates" weiter unterhalten und entwickelt, heißt es in dem Bericht. Auch wenn 2020 weder Atom- noch ballistische Raketentests gemeldet worden seien, produziere Nordkorea weiter "spaltbares Material, unterhielt Kernanlagen und verbesserte seine Infrastruktur für ballistische Raketen". Derweil suche es im Ausland nach notwendigen Materialien und Know-how, hieß es weiter.

Hacker manipulieren Wasser in Aufbereitungsanlage

Hacker haben sich Zugang zu einer Wasseraufbereitungsanlage im US-Bundesstaat Florida verschafft und das Wasser chemisch manipuliert. Der oder die Täter hätten den Anteil von Natriumhydroxid im Wasser mehr als verhundertfacht, sagte der Sheriff des Bezirks Pinellas, Bon Gualtieri. Mitarbeiter der Anlage in Oldsmar hätten die "potenziell gefährliche" Änderung am vergangenen Freitag sofort bemerkt und rückgängig gemacht. "Zu keiner Zeit gab es eine signifikante negative Auswirkung auf das behandelte Wasser", versicherte der Sheriff. Die Öffentlichkeit sei nie in Gefahr gewesen. Der Fall werde nun unter anderem von der Bundespolizei FBI untersucht. Bislang gebe es keine Verdächtigen. Auch sei noch unklar, ob der Zugriff von innerhalb oder außerhalb der USA erfolgt sei.

Berühmter italienischer Bergsteiger Cimenti ums Leben gekommen

Der berühmte italienische Bergsteiger Carlalberto Cimenti, bekannt als "Cala", ist in den Alpen durch eine Lawine ums Leben gekommen. Der 45-Jährige sowie ein Freund wurden im Oberen Susatal in den italienischen Alpen unter zwei Metern Schnee tot aufgefunden, wie italienische Medien unter Berufung auf Bergungskräfte berichten. Fans von "Cala" veröffentlichten Kondolenzbotschaften auf der Seite von dessen Alpinismus-Firma im Onlinenetzwerk Facebook. Cimenti war unter anderem im Jahr 2019 durch die Besteigung des mehr als 8000 Meter hohen Nanga Parbat im Himalaya berühmt geworden. Im Sommer 2019 war er auch an der dramatischen Rettung eines Alpinismus-Kollegen beteiligt, der in Pakistan in mehr als 6000 Metern Höhe abgestürzt war.

Struff und Hanfmann scheiden bei Australian Open aus

Jan-Lennard Struff und Yannick Hanfmann sind bei den Australian Open gleich in der ersten Runde ausgeschieden. Der 29 Jahre alte Hanfmann verlor in Melbourne gegen den Russen Andrej Rubljow mit 3:6, 3:6, 4:6 und war dabei weitgehend ohne Chance. Rubljow nutzte nach 1:42 Stunden seinen zweiten Matchball. Zuvor war am zweiten Turniertag bereits Jan-Lennard Struff gleich zum Auftakt gescheitert. Die deutsche Nummer zwei unterlag dem Australier Christopher O'Connell, der nur dank einer Wildcard im Hauptfeld steht, überraschend mit 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6. Damit sind bei den Herren mit Alexander Zverev und Dominik Koepfer nur noch zwei Deutsche dabei.

Das wird heute wichtig:

Zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump beginnt im US-Senat

Das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump geht in die heiße Phase. Die Verhandlung im Senat beginnt am Nachmittag (Ortszeit/19.00 Uhr MEZ). Die Beratungen dürften einige Tage in Anspruch nehmen. Die genauen Regeln zum Ablauf des Verfahrens und ein Zeitplan sollen zum Auftakt veröffentlicht werden. Ex-Präsident Trump wird wegen der Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger Anfang Januar "Anstiftung zum Aufruhr" vorgeworfen. Bei einer Verurteilung im Senat könnte der 74-jährige Ex-Präsident auch für künftige Ämter auf Bundesebene gesperrt werden, was mögliche Pläne für eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl 2024 durchkreuzen würde. Die für eine Verurteilung notwendige Zweidrittelmehrheit zeichnet sich aber nicht ab:

Bundesamt zieht Export-Bilanz des Corona-Krisenjahres 2020

Die Coronakrise hat der deutschen Exportwirtschaft im vergangenen Jahr schwer zu schaffen gemacht. Wie sich der Außenhandel im Dezember und damit im gesamten Jahr 2020 entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt (um 8.00 Uhr) bekannt. Trotz der im Sommer einsetzenden Erholung dürfte im Gesamtjahr ein deutliches Minus stehen. In den ersten elf Monaten waren die Ausfuhren von Waren "Made in Germany" gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,3 Prozent auf 1103,9 Milliarden Euro gesunken. Der Außenhandelsverband BGA rechnete zuletzt mit einem Exportrückgang von mindestens zwölf Prozent für 2020.

Entscheidung über neue Regierung in Italien rückt näher

Der frühere Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, spricht (ab 11.00 Uhr) bei der Suche nach einer Regierung für Italien zum zweiten Mal mit den größeren Parteien. Damit rückt die Entscheidung Draghis näher, ob er sich wirklich im Parlament als Ministerpräsident zur Wahl stellt. Geplant sind Sondierungsgespräche unter anderem mit der Fünf-Sterne-Bewegung, der Lega von Matteo Salvini und den Sozialdemokraten. Das bisherige Mitte-Links-Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte war am 26. Januar nach einem Koalitionsbruch zurückgetreten. Staatspräsident Sergio Mattarella hatte dem Ex-Bankmanager Draghi am vergangenen Mittwoch ein Mandat zur Bildung eines neuen Kabinetts angeboten. Draghi nahm den Auftrag zunächst unter Vorbehalt an.

WHO-Expertenteam gibt Pressekonferenz in Wuhan

Die Expertenmission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Untersuchung der Herkunft des Coronavirus gibt am Dienstag eine Pressekonferenz in Wuhan (09.00 Uhr MEZ). Das internationale Team beende seinen vierwöchigen Aufenthalt in der chinesischen Metropole und werde sich zusammen mit chinesischen Kollegen äußern, teilte die WHO am Montag mit. 

In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,3 Millionen weltweit starben. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte des Coronavirus waren und dieses auf dem Huanan-Markt auf den Menschen übertragen wurde. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

fs DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker