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Die Morgenlage Europa macht die Grenzen dicht – weitere Rückholflüge starten

Der Frankfurter Flughafen bei Nacht
Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main wurden erste Reisende bei ihrer Ankunft in Deutschland abgewiesen
© Arne Dedert / DPA
Keine Einreise für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen +++ Biden gewinnt auch in Arizona +++ Coronavirus: Erneut nur eine einzige Neuinfektion in Wuhan +++ Die News zum Start in den Tag auf stern.de

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

angesichts einer rapiden Ausbreitung der Corona-Pandemie ergreifen immer mehr Länder zum Teil drastische Maßnahmen, um ihre Bürger vor einer Infektion zu schützen. Belgien verhängte eine Ausgangssperre und die Europäische Union eine Einreisesperre, die Deutschland seit gestern Abend umsetzt. Am Frankfurter Flughafen – Drehkreuz für Deutschland und einer der größten Airports der Welt - wird dies seit gestern umgesetzt. In Deutschland und in der EU wird weiter über Maßnahmen gesprochen. Die wichtigste ist und bleibt: Abstand halten und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Das kann jeder von uns tun. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Keine Einreise für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen, Rückholflüge starten

Nach der Ankündigung der Europäischen Union, keine Einreisen von Nicht-EU-Bürgern mehr zu erlauben, sind erste Reisende abgewiesen worden. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main war am Dienstagabend laut Bundespolizei ein Flug aus der Türkei betroffen. Wie viele Flüge es am Mittwoch sein werden, war noch unklar, wie ein Sprecher erklärte. Die Europäische Union will mit sofortiger Wirkung für 30 Tage ein Einreiseverbot umsetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.  Darauf hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel am Dienstagabend geeinigt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte daraufhin ein faktisches Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger angeordnet.

Die Bundesregierung will heute auch ihre Rückholaktion für Zehntausende deutsche Touristen fortsetzen, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Die erste von der Bundesregierung dafür gemietete Chartermaschine der Lufthansa war bereits am Dienstagnachmittag nach Manila gestartet. Insgesamt will die Regierung so schnell wie möglich 30 bis 40 Maschinen auf den Weg in die Urlaubsgebiete bringen. Es ist die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Biden gewinnt auch in Arizona

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden ist der Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen Demokraten einen großen Schritt näher gekommen. Bei den von der Coronavirus-Krise überschatteten Vorwahlen gewann der 77-Jährige in Florida, Illinois und Arizona und damit in allen drei Bundesstaaten, in denen am Dienstag abgestimmt wurde. Nun richten sich alle Augen auf seinen linksgerichteten Rivalen Bernie Sanders: Der Senator muss entscheiden, ob er weiter im Rennen bleibt oder aufgibt.

Coronavirus: Erneut nur eine einzige Neuinfektion in Wuhan 

China hat den zweiten Tag in Folge nur noch eine einzige Neuerkrankungen mit dem Coronavirus in der Millionenmetropole Wuhan gemeldet, wo die weltweite Pandemie ihren Anfang genommen hatte. Wie aus am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Pekinger Gesundheitskommission hervorging, gab es ansonsten landesweit zudem noch zwölf so genannte "importierte Fälle", also Erkrankungen, die bei Menschen auf der Einreise nach China nachgewiesen wurden.

Belgien verhängt wegen Coronavirus-Pandemie Ausgangssperre

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat nun auch Belgien eine Ausgangssperre verhängt. Die Regelung gelte ab Mittwochmittag und mindestens bis zum 5. April, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès am Dienstag in Brüssel. Demnach sind nur noch essenzielle Aktivitäten wie Arztbesuche und Lebensmitteleinkäufe erlaubt. "Die Bürger sind gebeten zu Hause zu bleiben", sagte Wilmès in Brüssel. Es gehe darum, "möglichst jeden Kontakt mit der Außenwelt zu vermeiden". Die öffentlichen Verkehrsmittel sollen demnach weiter funktionieren und auch der Weg zur Arbeit bleibt erlaubt, allerdings nur wenn ein Arbeiten von zu Hause nicht möglich ist. Für alle erlaubten Aktivitäten gelten zudem "Regeln sozialer Distanzierung": Mindestabstand und Kontaktverbot.     

"Sportliche Aktivitäten an der frischen Luft sind erlaubt und sogar empfohlen", fügte Wilmès hinzu - und das auch in Begleitung von Familienangehörigen und Freunden. Allerdings seien auch dabei die "Regeln sozialer Distanzierung" einzuhalten. Die Polizei soll demnach für die Einhaltung sorgen. 

Türkei meldet ersten Toten durch Covid-19

Die Türkei hat den ersten Toten durch die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Zugleich habe sich die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten auf 98 mehr als verdoppelt, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstag mit. Bei dem Toten handele es sich um einen 89-Jährigen, der sich bei jemandem angesteckt habe, der mit China in Kontakt gestanden habe. In der Türkei ist ebenso wie in vielen anderen Ländern das öffentliche Leben wegen der Coronaviruskrise bereits stark eingeschränkt worden. Auch sollten 3614 türkische Staatsangehörige, die aus mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, in die Heimat geflogen werden, in eine vierzehntägige Quarantäne geschickt werden.

Russland schließt wegen Coronavirus-Pandemie seine Grenzen

Russland schließt heute wegen der Coronavirus-Pandemie seine Grenzen. Die Maßnahme gilt nach Angaben der Regierung bis zum 1. Mai für alle Ausländer mit Ausnahme derer, die einen ständigen Wohnsitz im Land haben.

Das wird heute wichtig:

US-Notenbank entscheidet über Geldpolitik

Die US-Notenbank Federal Reserve wird sich zum Abschluss ihrer zweitägigen Beratungen zur Geldpolitik äußern. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hatte die US-Notenbank am Sonntag überraschend angekündigt, den Leitzins um einen ganzen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent zu verringern.

Spitzentreffen wegen Arbeitsausfällen in Coronakrise

Um Hilfen für Eltern, die wegen der Coronakrise ihre Kinder betreuen müssen und vielleicht nicht arbeiten können, geht es heute bei einem Spitzentreffen im Arbeitsministerium in Berlin. Arbeitgeber und Gewerkschaften beraten mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) über das weitere Vorgehen. Bei dem Treffen am Mittag soll es unter anderem um die Frage gehen, wie Arbeitnehmer vor Gehaltsausfällen geschützt werden können, wenn sie wegen der Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssen, weil Kitas und Schulen geschlossen sind. Außerdem soll erneut über das Kurzarbeitergeld gesprochen werden.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag und gute Nerven im Alltag in Coronavirus-Zeiten.
Ihre stern.de-Redaktion

rw DPA AFP

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