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Hacker-Angriff auf Demokraten Trump glaubt Wikileaks-Boss Assange mehr als den US-Geheimdiensten


Donald Trump hat erneut bezweifelt, dass russische Hacker Demokraten-Computer angegriffen haben. Seine wichtigste Quelle ist dabei Wikileaks-Chef Julian Assange, der noch vor Monaten ein Feindbild der Republikaner darstellte. 

Donald Trump hat erneut bezweifelt, dass Russland hinter den Hackerangriffen auf Computer der Demokraten steckt. Der designierte US-Präsident berief sich dabei auf Aussagen, die Wikileaks-Gründer Julian Assange in einem Interview mit Fox-Journalist Sean Hannity gemacht hat: "Julian Assange hat gesagt, "dass ein 14-Jähriger Podesta gehackt haben könnte" - warum war der DNC so nachlässig? Er hat auch gesagt, dass die Russen ihm nicht die Informationen gegeben haben", schrieb Trump bei Twitter. 

Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche gehackte E-Mails der Demokraten veröffentlicht - darunter Dokumente des Parteivorstands DNC und Clintons Wahlkampchef John Podesta. Die Nachrichten offenbarten auch interne Machtkämpfe in Clintons Stab. Das schadete ihrem Wahlkampf. Assange hat verneint, dass die russische Regierung hinter den Hackerangriffen steckt.

Wikileaks und Julian Assange als neue Helden der Konservativen

Wikileaks setzte zuletzt gar eine Belohnung von 20.000 Dollar für Mitarbeiter der scheidenden Obama-Regierung aus, wenn diese Informationen aus dem Weißen Haus an Wikileaks durchstecken sollten. 

Damit dürften Assange und seine Organisation im Ansehen der konservativen Republikaner weiter gestiegen sein. Trump bewertet die Erkenntnisse von Wikileaks offenbar als glaubwürdiger als die Infos, die von den Geheimdiensten kommen. Eine erstaunliche Entwicklung - vor allem, wenn man bedenkt, dass Assange gerade für das konservative Amerika nach den Wikileaks-Enthüllungen rund um US-Botschaftsdepeschen und andere geleakte Dokumente eine absolute Hassfigur darstellte. Nicht wenige - unter anderem Trump und der Sender Fox, der Assange nun über eine Stunde lang interviewen ließ - forderten in der Folge gar die Todesstrafe für den Australier. Assange, der in Schweden der Vergewaltigung bezichtigt wird, flüchtete seinerzeit vor Strafverfolgung in die ecuadorianische Botschaft in London. Er hatte Angst, dass England ihn an Schweden ausliefern könnte und die Skandinavier ihn im Anschluss in ein Flugzeug Richtung USA setzen würden.

Die Stimmung drehte sich nach der Präsidentschaftswahl im November 2016 jedoch endgültig. Assange wurde von Konservativen und Rechten geradezu zum Helden und Freiheitskämpfer hochstilisiert:

Verwirrung über Geheimdienst-Treffen mit Trump

Dass Trump Zweifel an den geheimdienstlichen Erkenntnissen hat, ist indes nicht neu. Er will sich von Vertretern der Dienste über den Fall unterrichten lassen. Am Dienstagabend erklärte er auf Twitter, ein geplantes Treffen dazu sei auf Freitag verschoben worden.
Möglicherweise brauche man mehr Zeit, um einen Fall zu konstruieren, behauptete er. Das Wort "Geheimdienst" setzte er in Anführungszeichen. US-Medien berichteten dagegen unter Berufung auf Geheimdienstkreise, das Treffen sei gar nicht früher geplant gewesen.

Sehen Sie hier das komplette Fox-Interview mit Julian Assange: 

rös/dpa

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