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Turbulenzen an Finanzmärkten: Trump-Sieg schickt Börsen auf Talfahrt

Schock an den Finanzmärkten: Donald Trumps unerwarteter Erfolg bei der US-Präsidentschaftswahl belastet die Börsen weltweit. In Japan bricht der Nikkei-Index dramatisch ein, auch der Dax geht zu Handelsbeginn in die Knie.

Börsenhändler in Tokio

Börsenhändler in Tokio: Der wahrscheinliche Trump-Sieg sorgt auf den Märkten in Fernost für Verunsicherung, der japanische Nikkei-Index bricht ein.

Die internationalen Finanzmärkte sind am Mittwochmorgen angesichts des Erfolges von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl stark unter Druck geraten. In Asien gingen die Börsen in die Knie. Der japanische Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte um fast 1000 Punkte in den Keller. Zum Handelsende notierte der Index einen Abschlag von 919,84 Punkten oder 5,36 Prozent beim Stand von 16.251,54 Punkten.

Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten beraumten die japanische Regierung und die Zentralbank des Landes ein Krisentreffen an. Das Treffen nach Börsenschluss am Mittwochnachmittag diene dazu, "Informationen über die Märkte auszutauschen", sagte ein Sprecher der japanischen Notenbank der Nachrichtenagentur AFP.

Auch die Börse in Hongkong sackte ab. Der Hang Seng-Index verlor rund drei Prozent - ähnlich die Börse in Taiwan. An den Aktienmärkten in Seoul und Sydney ging es ebenfalls um rund zwei Prozent abwärts.

Der deutsche Leit-Index Dax startete mit einem Minus von 2,87 Prozent in den Tag. Die Londoner Börse verzeichnete zu Handelsbeginn Verluste von 1,87 Prozent, in Paris waren es 2,83 Prozent. Die amerikanischen Aktienmärkte werden ebenfalls stark im roten Bereich prognostiziert. Termingeschäfte auf den breit angelegten Index S&P 500 und den Nasdaq an der Wall Street sackten um mehr als fünf Prozent, auf den Dow um vier Prozent. Auch beim Londoner Index FTSE 100 gaben Termingeschäfte um mehr als vier Prozent nach.

Analyst spricht von "Blutbad" an den Märkten

In den vergangenen Stunden habe es auf den Märkten ein "Blutbad" gegeben, sagte Oanda-Analyst Craig Erlam. Das zweite Mal in diesem Jahr hätten die Märkte "vorschnell" auf ein bestimmtes Wahlergebnis gesetzt, ergänzte er mit Blick auf das britische Brexit-Votum im Juni. Damals rauschten die Börsenkurse von Asien bis Europa in die Tiefe.

An den Finanzmärkten fürchten Anleger bei einem Präsidenten Trump eine Einschränkung des freien Warenverkehrs sowie eine Abschottung durch Grenzzäune. Dies wäre langfristig Gift für die international aufgestellten US-Konzerne und deren Aktien.

Euro steigt

Der US-Dollar verlor gegenüber Yen und Euro stark an Wert. Der japanische Yen gewann am Morgen im Verhältnis zum US-Dollar um 3,8 Prozent an Wert. Der Yen gilt an den Finanzmärkten als sicherer Hafen. Sinkt das Sicherheitsbedürfnis der Anleger, gibt die Währung tendenziell nach. Umgekehrt legt sie in der Tendenz zu, wenn die Unsicherheit steigt.

Auch der Euro stieg. Er baute am Morgen angesichts der jüngsten Entwicklung bei der US-Wahl seine Gewinne deutlich aus. Die Gemeinschaftswährung legte im Verhältnis zum US-Dollar zuletzt in der Spitze um 2,5 Prozent zu. Der chinesische Yuan gewann im Verhältnis zum US-Dollar ebenfalls.

Dagegen verlor der mexikanische Peso im Verhältnis zum US-Dollar um 13 Prozent an Wert. Ein Dollar kostete am frühen Morgen bis zu 20,7450 Peso. Damit ist der Peso so schwach wie nie zuvor. Aufgrund der Sensibilität des Peso auf die Ereignisse im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen galt die mexikanische Währung an den Finanzmärkten als "Trump-o-Meter". Weil Trump Mexiko mit einem Handelskrieg und mit dem Bau einer Mauer an der Landesgrenze gedroht hatte, galt: Je höher die Chancen Donald Trumps auf einen Wahlsieg schienen, desto höher war der Druck auf den Peso.

Die Preise der beiden wichtigsten Ölsorten haben am Morgen weiterhin um drei Prozent an Wert verloren - ihre Verluste aber etwas verringert. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel zuletzt bis auf 44,73 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit August. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI gab auf 43,52 Dollar nach und damit ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit August.

Der Goldpreis hat am frühen Morgen um über vier Prozent zugelegt. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) kletterte zuletzt bis auf 1330,26 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Ende September.




DPA/AFP