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Kreuzfahrten: Suff, Party und Affären - Crewmitglieder über ihr wildes Leben auf Kreuzfahrtschiffen

Gegenüber den Gästen muss sich die Crew gesittet benehmen. Kontakte sind verboten. In der exklusiven Crew-Bar gilt das nicht. Außer billigen Drinks und erotischen Abenteuern gibt es kaum Abwechslung an Bord.

In "Shipmates" lassen es die Darsteller krachen, aber die Wirklichkeit sieht noch wüster aus.

In "Shipmates" lassen es die Darsteller krachen, aber die Wirklichkeit sieht noch wüster aus.

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In Großbritannien sorgte eine Reality-Show auf Channel 4 für Aufsehen. "Shipmates" will das wilde Leben auf Luxusschiffen zeigen. Noch ist die Show nicht ausgestrahlt, doch soll der Cast das Kreuzfahrtschiff beim Dreh in einen schwimmenden Orgien-Tempel verwandelt haben. Auf Reddit sieht das das kaum anders aus, dort tauschen echte Crewmitglieder ihre Erlebnisse aus, die sich kaum von dem Reality-Spektakel unterscheiden. Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es eine deutliche Grenze zwischen den Bereichen, in denen die Crew in ihrer Freizeit lebt und den Zonen, die den Gästen vorbehalten sind.

Erotische Kontakte zu den zahlenden Kunden sind strengstens verboten, was die Besatzungsmitglieder miteinander treiben, interessiert dagegen niemand. Wenn man den Reddit-Geständnissen glauben kann, sind die "Crew-Bars" die zentralen Orte des sozialen Lebens auf den Schiffen. Kein Wunder, denn das Service-Personal arbeitet hart und lange. Ein Freizeitangebot wie für die Gäste gibt es für sie nicht.

Partys nicht für die Matrosen

Das gilt nur für einen Teil der Crew, erklärt ein User. Die große Gruppe an Bord seien Südostasiaten und die blieben unter sich. Die Party-Zone betreten nur die 18-30-Jährigen, die aus den USA, Kanada, Australien, Frankreich und England stammen. "Die Kids treiben es wie die Kaninchen und saufen wie die Fische. Die Südostasiaten sind älter und trinken sehr selten. Es ist eine tolle Erfahrung für eine kurze Zeit. Auf längere Sicht ist das kein Leben."

"Die Crew-Bar ist so ziemlich das Einzige, wohin man abends gehen kann, und da kein Drink mehr als zwei Pfund kostet, kann man sich kaum dagegen wehren", schreibt ein ehemaliger Steward. "Ich verbrachte meine Abende meist damit, irgendeine Frau abzugreifen, die sich darauf einließ, ob es nun Kellnerinnen, Barkeeper oder Tänzerinnen waren."

Gruselige Anmache

User Seastar321 liebt das Reisen. Seastar321 schreibt, er oder sie habe in fünf Jahren 75 Länder besucht. Das Nachtleben fand Seastar321 erschreckend "Die Crew-Bar ist sehr billig, aber voller gruseliger Typen, die jeden anmachen und voller wahnsinnig schöner Mädchen, die einfach jeden anlächeln."

Ein DJ ergänzt, dass die meisten an Bord Single seien – wohlgemerkt an "Bord" und nicht im ganzen Leben. "Abgesehen von ein paar Ehepaaren, die auf Schiffen arbeiten, verhielten sich die meisten Leute ziemlich ungebunden." Zumindest nachdem das Schiff ablegte. "Natürlich kamen Leute an Bord, die einen Partner an Land hatten. Aber innerhalb eines Monats vergnügten sie sich mit jemand anderem aus der Crew."

Ein typisches Arrangement: Ein Paar lebt zusammen ganz offen in einer Kabine, aber wenn im Hafen die Ehefrau an Bord kommt, zieht die See-Beziehung ein paar Tage um.

Im Dickicht der Beziehungen

Die Autorin Cathryn Chapman hat über ihre Zeit an Bord den halb-fiktiven Roman "Sex, lies and crusing" verfasst. Als junge Frau hatte sie eine feste Beziehung an Bord, mit einem wunderbaren Mann – wie sie glaubte. Der "Daily Mail" verriet sie, dass sie eines Tages ein Foto von einer Frau und zwei Kindern in seiner Kabine fand. So habe sie erfahren, dass er verheiratet war. 

Das Bild aufzustellen, war seine Art, seiner Geliebten zu offenbaren, dass seine Familie an Bord kommen würde und sie verschwinden. "Affären waren so weit verbreitet, dass die Leute an Bord ihre Land-Partner betrogen haben, und dann haben sie ihre Partner auf dem Schiff wieder betrogen, wenn die schliefen oder arbeiten mussten .... Das war wirklich schlimm", sagte sie dem Blatt.

Ein erotischer Selbstbedienungsladen

Die allgemeine Promiskuität soll auch dadurch gefördert werden, weil viele der Männer aus internationalen Crews ihre Frau hauptsächlich darum geheiratet hatten, um so ein Visum für die USA zu bekommen.

Für Frauen seien die Schiffe ein Selbstbedienungsladen, da auf jede Frau etwa acht Männer kämen. Eine Userin gibt an, sie habe drei Jahre lang als Ingenieur gearbeitet. 

"Ich war Offizier und darum bekam ich eine große Kabine mit Doppelbett und Fenstern. Das konnte ich ausnutzen. Ich verwandelte mich von einer schüchternen 20-Jährigen zu einer absoluten Hure. Ich sehe auch nicht schlecht aus. Alles in allem ist das ein hartes Leben, und man hat kaum Zeit zum Schlafen, aber meiner Meinung nach war es das absolut wert."

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