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Auslieferung in Toulouse: Letzter A380-Kunde: ANA übernimmt die fliegende Schildkröte

Es ist der Airbus A380 mit dem ungewöhnlichsten Design: Den Rumpf des Riesenfliegers für All Nippon Airways ziert eine Meeresschildkröte. Die Maschine kommt nur auf einer Rennstrecke zum Einsatz.

Beginn der Übergabezeremonie des ersten Airbus A380 von drei bestellten Exemplaren an All Nippon Airways in Toulouse

Beginn der Übergabezeremonie des ersten Airbus A380 von drei bestellten Exemplaren an All Nippon Airways in Toulouse

Der 20.März 2019 war ein historischer Tag für Airbus. Nur fünf  Wochen nachdem Airbus-Chef Tom Enders die Einstellung der Produktion vom größten Passagierjet der Welt verkündet hatte, erhielt der letzte A380-Kunde sein erstes Exemplar:

In der grellen südfranzösischen Frühlingsonne glänzte die A380 in der exotischsten Bemalung, mit der je ein doppelstöckiger Airbus die Werkshallen verlassen hat: der erste von drei bestellen Airbus A380 für All Nippon Airways – kurz ANA.

2019: Es hagelt Abbestellungen für die A380

Das Jahr 2019 hatte für Airbus mit schlechten Nachrichten begonnen: Die australische Qantas stornierte die restlichen acht Exemplare. Air France, Qatar Airways und Lufthansa kündigten an, ihre Leasingverträge für einen Teil der A380-Flotten nicht zu verlängern, beziehungsweise Maschinen an den Flugzeughersteller zurückzugeben. Aber den Sargnagel für das A380-Programm lieferte ausgerechnet der beste Kunde: Emirates reduzierte die Bestellungen von 163 auf 123 Maschinen.

"Infolge dieser Entscheidung gibt es keinen nennenswerten A380-Auftragsbestand mehr und damit keine Grundlage für eine Fortsetzung der Produktion", erklärte Konzernchef Tom Enders im Februar.

Das Airbus-Drama und die japanische Skymark Airlines

Der A380-Auftragsbestand ist inzwischen sehr überschaubar: Nur noch 16 weitere A380 werden bis 2021 an den Standorten Toulouse und Hamburg-Finkenwerder endmontiert – 14 an Emirates und zwei weitere an ANA. So war der Tag der Übergabe an den 15. A380-Kunden für Airbus auch ein Trauertag.

 Und das in doppelter Hinsicht. Denn eigentlich ist ANA nicht der erste A380-Käufer in Japan. Bereits im Februar 2011 hatte der japanische Billigflieger Skymark Airlines sechs A380 bei Airbus bestellt. Doch vor der Auslieferung des ersten Exemplars, das bereits nach den Wünschen von Skymark ausgestattet war, stornierte der Flugzeughersteller 2014 die Order: Die Airline war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und konnte die Raten nicht bezahlen.

Kurze Zeit später musste der Billigflieger Konkurs anmelden. Airbus blieb auf zwei bereits produzierten Maschinen sitzen, die jahrelang in Toulouse herumstanden und keine Abnehmer fanden.

Mit der Auslieferung der ersten von drei fabrikneuen Airbus A380 an ANA dürften das fernöstliche Verkaufsdrama für Airbus überwunden sein.

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