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Reisen nach Japan: US-Bürger sollen Japan verlassen

Ausländer flüchten aus Japan. Nach einer Verschärfung der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Japan hat die US-Regierung seinen Bürgern in Japan nahegelegt, das Land zu verlassen. Lufthansa leitet bis Ende März alle Tokio-Flüge nach Osaka und Nagoya um.

Von Till Bartels

Aufgrund der Entwicklungen in dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima fliegen zahlreiche Länder wie Russland, Belgien und die Philippinen ihre Bürger in Japan zum Teil mit Militärflugzeugen aus. Nun ordnete auch die US-Regierung erste Evakuierungen von US-Bürgern aus Japan an.

Nach einem Telefonat von Präsident Barack Obama mit dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan wollen die USA Flugzeuge chartern, um Bürgern zu helfen, die vor den erhöhten Strahlenwerten in dem asiatischen Land fliehen wollen. Von den freiwilligen Evakuierungen sind rund 600 Angehörige von Mitarbeitern der US-Regierung in Tokio und Yokohama betroffen. Am späten Mittwochabend gab das US-Außenministerium eine Reisewarnung für Japan heraus und legte US-Bürgern in Japan nahe, das Land zu verlassen.

Deutsche Botschaft verlegt ihren Standort

Wie das Auswärtige Amt am Donnerstag in Berlin mitteilte, wird die deutsche Botschaft in Japan vorübergehend von Tokio nach Osaka verlegt. Von der Stadt im Südwesten der Hauptinsel Honshu werde die Beratung und Betreuung deutscher Staatsbürger fortgeführt. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte seine Reisewarnung am Mittwoch verschärft und empfiehlt allen Deutschen, die Region um Fukushima und den Ballungsraum Tokio/Yokohama vorübergehend zu verlassen. Die Deutschen sollten nach Osaka ausweichen oder über Osaka ins Ausland weiterreisen. Bisher hatte das Auswärtige Amt lediglich dazu geraten zu prüfen, ob ein Aufenthalt in der Gegend weiter erforderlich ist.

Die deutsche Botschaft in Tokio hatte bereits in den Vortagen Mitarbeiter an die Flughäfen und Bahnhöfe in Tokio und Osaka entsandt, um Deutschen bei der Ausreise zu helfen. Auf ihrer Homepage rät die Vertretung wegen zahlreicher Anfragen davon ab, ohne Aufforderung durch die Behörden Jodtabletten einzunehmen. Jodmittel würden im Ernstfall durch die japanischen Behörden in den Evakuierungszentren bereitgestellt. Außerdem macht die Deutschen Botschaft auf ihrer Website Angaben zur Wetterlage, die für die Verbreitung radioaktiver Strahlung entscheidend ist.

Kein Japan-Tourismus in den nächsten Wochen

Aufgrund der Ereignisse haben Veranstalter ihre Reisen nach Japan für März und April abgesagt. "Aktuell können wir eine Durchführung der Reisen auch nicht gewährleisten, zum Beispiel fliegt die Lufthansa momentan ja nicht nach Tokio und es kommt dort immer wieder zu Unterbrechungen der Stromversorgung", sagt Ury Steinweg, der Geschäftsführer von Gebeco im Gespäch mit stern.de. Doch die Gäste lasen sich nicht so einfach auf ein anderes Ziel umbuchen. Sie hoffen ihre Japan-Reise zu einem anderen Zeitpunkt nachholen können. "Für viele ist dies ein Reisetraum, für den sie lange gespart haben und den sie sich einmal im Leben erfüllen möchten", so Steinweg. Der Münchner Veranstalter Studiosus hat alle Japanreisen mit Reisebeginn bis zum 30. April abgesagt.

Lufthansa fliegt nicht mehr Tokio an

Die Lufthansa hat inzwischen ihre Flüge nach Tokio bis Ende März eingestellt und leitet die Flugzeuge auf die weiter südlich gelegenen Städte Osaka und Nagoya um. Eine Sonderseite der Lufthansa informiert über die aktuellen Flugzeiten. Ab sofort lässt sich der Sonderflugplan bis Ende März einsehen. Alle Japan-Flüge werden über Seoul geführt, wo eine Zwischenlandung erfolgt.

mit DPA/AFP / AFP

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