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Vulkan Eyjafjöll auf Island: "Ausbruch deutlich abgeschwächt"

Nach Tagen des Chaos im Flugverkehr ist am Montag erstmals ein Hoffnungszeichen aus Island gekommen: Nach Angaben von Wissenschaftlern ließ die Aktivität des Vulkans Eyjafjöll nach.

Nach Tagen des Chaos im Flugverkehr ist am Montag erstmals ein Hoffnungszeichen aus Island gekommen: Nach Angaben von Wissenschaftlern ließ die Aktivität des Vulkans Eyjafjöll nach. Die EU-Verkehrsminister wollten am Nachmittag nach Kritik vor allem aus Deutschland über eine Öffnung des Luftraums beraten.

"Im Moment hat sich der Ausbruch deutlich abgeschwächt", sagte die Wissenschaftlerin Bryndis Brandsdottir von der Universität von Island der Nachrichtenagentur AFP. Die Asche-Säule übersteige nicht die Marke von 3000 Metern, sei also nur noch halb so hoch wie am Anfang. Der Geophysiker und Berater für Zivilschutz, Magnus Tumi Gudmundsson, bestätigte, dass der Eyjafjöll weniger Asche ausstoße.

In Deutschland sollte der Luftraum zunächst bis Dienstagfrüh 2 Uhr gesperrt bleiben. In Skandinavien, wo der Luftraum vergangene Woche zuerst gesperrt worden war, nahmen erste Flughäfen wieder den Betrieb auf. In Norwegen öffneten alle Airports wieder. In Schweden wurde der Luftraum zwischen Stockholm und Göteborg wieder freigegeben. In Finnland nahm der Flughafen von Helsinki für mehrere Stunden den Betrieb wieder auf.

Auch auf dem Balkan, in Österreich und Tschechien kam der Flugverkehr wieder in Gang. Laut Eurocontrol sollten am Montag mindestens 8000 Flüge starten, also knapp ein Drittel der sonst geplanten Flüge.

Spanien, dessen Flughäfen alle wieder offen waren, bot sich als Drehkreuz für Rückkehrer aus Nordamerika an. Sein Land könne Transitstation für rund 70.000 Briten sein, sagte Verkehrsminister José Blanco. Ein ähnliches Angebot werde auch Reisenden aus Deutschland und Frankreich gemacht.

Um gestrandete Reisende nach Hause zu holen, setzte Großbritannien auch Kriegsschiffe ein. Sie sollten tausende Briten, die in Frankreich festsaßen, zurückbringen. Der britische Premierminister Gordon Brown wies als erster EU-Regierungschef Kritik am Flugverbot zurück. "Die Sicherheit der Flugreisenden ist von höchster Bedeutung", sagte er nach einer Krisensitzung.

Die Fluggesellschaften hatten die Einschränkungen massiv kritisiert. "Das ist ein europäisches Durcheinander", sagte der Chef des Weltluftfahrtverbandes IATA, Giovanni Bisignani, im britischen Rundfunk. Es habe fünf Tage gedauert, eine Videokonferenz der EU-Verkehrsminister einzuberufen. Die Minister sollten am Nachmittag über das Flugverbot beraten, das am Montag außer in Deutschland noch in Großbritannien, Frankreich, Norditalien, der Schweiz und anderen Ländern galt.

Das Flugverbot wird damit begründet, dass Vulkanasche die Triebwerke zum Stillstand bringen und die Fenster blind machen kann. Mehrere Fluggesellschaften kritisieren allerdings, dass der Luftraum über Nordwesteuropa nur auf Grundlage von Computersimulationen geschlossen blieb. Insgesamt 36 der wichtigsten europäischen Fluglinien riefen die Regierungen zu einer "dringenden Überprüfung" auf.

Am Montag wollten deutsche Atmosphärenforscher in die Aschewolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für die Bewertung des Flugverbots sammeln. Laut der wichtigsten Flughafenorganisation ACI sind weltweit durch die Aschewolke 6,8 Millionen Passagiere auf 313 Flughäfen blockiert.

Die EU-Kommission erklärte sich grundsätzlich bereit, Staatshilfen für Fluggesellschaften zu erlauben, die unter den Folgen des Vulkanausbruchs leiden. Die Kommission könnte zu dem Zweck eine Regelung wie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 anwenden, sagte eine Sprecherin.

AFP / AFP

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