Paros: Inselreich
Der riesige Kunstkaktus, den der französische TV-Promi Stéphane Bern in seinem Feriengarten hat installieren lassen, ist noch kurz in der Kurve zu sehen. Dahinter Naxos, fast zum Greifen nah. Und dazwischen, hinter einem Haufen Sandstein, eine kleine Bucht, menschenleer, mit cremefarbenem Sand. Die Brise in Santa Maria im Norden von Paros ist willkommen wie ein guter Freund und genauso verlässlich. Der Wind schaut täglich vorbei, kühlt die Gemüter und fegt die Wolken am Himmel beiseite. Segler und Surfer lieben seine Entschlossenheit. Die Kirchendächer auf Santorin mögen anmutiger sein und die Strände von Mykonos weißer, aber dort passieren die kurvigen Straßen nur selten eine so dichte Kykladen-Kulisse aus Olivenhainen, Klöstern, Feldern und knorrigem Gestein vor fast weißer Sonne wir hier. Und obwohl Paros kein Geheimtipp mehr ist, sind stets genau so viele Touristen da, dass Tavernen, Strände und Straßen lebhaft sind, aber nie überfüllt. Wer genug hat von Landschaft und Sand, setzt sich auf den Motorroller (das mit Abstand beste Gefährt für die Insel) und düst ins malerische Bergdorf Lefkes (l.), bekannt für seine traditionell kykladische Architektur, oder nach Naoussa, wo der berühmte parische Marmor die engen Gassen bepflastert. Unter schiefen Bäumen im Zentrum neben der Kirche isst es sich wahlweise einheimisch („Takimi“) oder italienisch („Piatsa Estiatorio“). Oder man fährt gleich zum eingefassten Hafen, wo sich Taverne an Taverne reiht – kleine Tische, großer Fisch. Nur eine kurze Bootsfahrt von der Hauptstadt Parikia entfernt liegt die Nachbarinsel Antiparos, wo eine der größten Tropfsteinhöhlen Europas zu finden ist. Mit viel Glück läuft einem dort Tom Hanks über den Weg. Der Hollywoodstar hat seit 20 Jahren ein Ferienhaus auf der Insel. Niels Kruse
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