Formel 1 Wetten auf Schumachers Aufgabe


Vor dem Großen Preis von Malaysia in Sepang laufen Wetten im Fahrerlager, ob Michael Schumacher die Saison überhaupt beendet. Der siebenmalige Weltmeister zeigt sich allerdings entspannt – und ist nach eigener Auskunft zufrieden trotz des langsamen Autos.

Das ist Michael Schumacher in fast 20 Jahren Formel 1 auch noch nicht passiert. Im Fahrerlager laufen die ersten Wetten, ob der 41-Jährige diese Saison überhaupt beendet. Experten und Branchenkenner gehen aber davon aus, dass Schumacher seine Comeback-Tour auch bei weiter ausbleibendem Erfolg fortsetzt.

"Nein, er wirft nicht das Handtuch, Schumacher zieht das durch. Er weiß, was er dem Team schuldig ist", sagte der einstige Rennfahrer und heutige Sky-Experte Marc Surer vor dem dritten Saisonrennen am Sonntag (ab 10.00 Uhr im Liveticker von stern.de) vor den Toren von Malaysias Hauptstadt.

Schumacher lässt Kritik kalt


Schumacher lässt die Kritik scheinbar kalt. Er wirkt entspannt und locker, er lächelt, gibt Autogramme und Interviews. "Das ist mir alles total egal. Mir geht es nur darum, Spaß zu haben", sagte der Rekordweltmeister bei einer PR-Veranstaltung seines Arbeitgebers Mercedes in Kuala Lumpur. Von Aufgabe also keine Spur? Schumacher: "Die Leute denken vielleicht, dass ich nichts gezeigt habe. Aber ich sehe das anders. Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Leistung."

Surer nimmt Schumacher allerdings nicht ab, dass er mit seinem Ergebnis in Melbourne tatsächlich glücklich gewesen ist. "Da spielt er uns vielleicht etwas vor. Das kaufe ich ihm nicht ab. Ich kann nicht glauben, dass er seinen Ehrgeiz verloren hat", sagte der Schweizer.

Schumacher führt die Probleme aufs Auto zurück: "Im Moment sind wir nicht so weit, dass wir gewinnen können." Doch die Hoffnung gibt er nicht auf. "Wir haben doch noch alle Möglichkeiten. Ich habe die WM ganz sicher noch nicht aufgegeben", wird er in der Bild-Zeitung zitiert. In Malaysia will er seinen Kritikern die passende Antwort geben. Schumacher: "Wir wollen aufs Podium. Wir sind nicht zu weit weg. Und danach wird auch noch einiges kommen."

Schumachers Rückkher keine gute Idee


Diesen Optimismus kann Surer nicht verstehen. Sollten sich Situationen wie die in Melbourne wiederholen, müsste man sogar sagen: "Das ist nicht der Michael, den wir kennen." Inzwischen bezweifelt der Schweizer, ob Schumachers Rückkehr eine gute Idee war: "Ich an seiner Stelle hätte es nicht gemacht. Michael kann nur verlieren." Warum ist er überhaupt zurückgekommen? Surer: "Vielleicht war ihm einfach nur langweilig, und es hat ihm etwas gefehlt."

Dem widerspricht Norbert Haug ganz energisch. Natürlich könnte Schumacher auch auf dem Sofa sitzen und seine Rekorde genießen, das Rennfahren sei aber seine Leidenschaft, sagt der Mercedes-Sportchef. Dass Schumacher in den ersten beiden Rennen sehr unauffällig, für einige Betrachter sogar lustlos gefahren sei, entspricht laut Haug absolut nicht den Tatsachen: "Er ist hier, um konkurrenzfähig zu sein", sagt der Mercedes-Sportchef und stärkt seinem teuersten Angestellten den Rücken: "Michael ist stark."

Doch derzeit hat Schumacher nicht das Auto, um an der Spitze mitzufahren. Mercedes ist laut Surer hinter Red Bull, Ferrari und McLaren nur die vierte Kraft. "Es ist keine Schande, langsamer als Ferrari zu sein, dass sie allerdings vom Privatteam Red Bull geschlagen werden, dürfte Mercedes ganz schön wurmen", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot.

Wenn alles normal läuft, gibt es am Sonntag einen Doppelsieg für Red Bull, glaubt Surer: "Die haben zwar nicht den besten Motor, aber das Auto ist sensationell." Dass Vettel wegen simpler Defekte zweimal den möglichen Sieg noch aus der Hand geben musste, spielt laut Surer keine Rolle: "Er hat zwei fehlerfreie Rennen hingelegt, alles andere war Pech. Vettel ist der Maßstaß, er ist Deutschlands neuer Superstar."

Ralf Loweg, SID SID

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