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1. Bundesliga Fünf Fragen an den 15. Spieltag


Seit der Verletzung Bastian Schweinsteigers ist beim FC Bayern München der Wurm drin, kann der Rekordmeister gegen Werder Bremen das Ruder herumreißen oder droht das Team sogar, den Anschluss zu verlieren. Außerdem fragen wir uns: Welche ist die bessere Borussia?

Wieder einmal steht ein Bundesliga-Wochenende vor der Tür, das es in sich hat: Mit Bayern München gegen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund spielen die ersten vier Teams der Tabelle untereinander gegeneinander. Wir haben die wichtigsten Fragen zum 15. Spieltag zusammengestellt.

Verliert Bayern München bis zur Winterpause den Anschluss?
Vor nicht allzu langer Zeit wurde nur die Frage gestellt: "Mit wieviel Punkten Vorsprung wird der FC Bayern Meister?". Nun müssen sich die Münchner die Frage gefallen lassen, ob bis zur Winterpause nicht sogar der Anschluss an den BVB verloren wird. Die Dortmunder eilen in der Bundesliga im Moment von Sieg zu Sieg, während sich die Bayern schwer tun. In drei Spielen ohne Bastian Schweinsteiger - dessen Ausfall von den Verantwortlichen deutlich unterschätzt wurde - gelang nur ein mühsamer Sieg in Augsburg. Gegen Dortmund und in Mainz zogen die Bayern den Kürzeren.

Bremen und Stuttgart heißen die nächsten Gegner - zwei Teams, die den Münchnern beinahe schon traditionell Probleme bereiten. Danach geht es gegen den 1. FC Köln zum Abschluss der Hinrunde. Gegen Köln könnte Schweinsteiger, der nur drei Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch wieder mit dem Lauftraining begonnen hat, womöglich wieder spielen, aber ob er dann schon wieder bereit ist, das Spiel der Bayern zu lenken?

Kapitän Philipp Lahm kritisierte nach der Pleite in Mainz vor allem die Einstellung seiner Kollegen: "Wir haben es Mainz leicht gemacht. Man muss alles geben. Wenn man das nur teilweise tut, verliert man so ein Spiel auch mal." Mindestens zwei Spiele müssen die Bayern noch ohne Schweinsteiger überstehen und zusehen, dass in dieser Zeit der Rückstand auf die Tabellenspitze nicht zu groß wird. Dortmund und Mainz haben gezeigt, dass die Bundesliga-Teams wissen, wie die Bayern zu schlagen sind.

Welche Borussia ist die bessere?
Mit dem Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund findet das absolute Spitzenspiel des 15. Spieltages im Stadion am Borussia-Park statt. Es trifft der punktgleiche Tabellenzweite aus Mönchengladbach auf den Klassenprimus aus Dortmund. Hier wird für die Hinrunde geklärt, welche die bessere Borussia ist und eventuell sogar die Weichen auf Herbstmeisterschaft gestellt. 

Die Borussia aus Mönchengladbach wurde jüngst sogar von Uli Hoeneß höchstselbst geadelt und in den Titelkonkurrenten-Stand erhoben. "Ich habe das Gefühl, dass sich Borussia Mönchengladbach sehr stark stabilisiert hat und dass es eine Überraschungsmannschaft sein könnte, wie das schon öfters passiert ist. Wolfsburg vor zwei Jahren, Kaiserslautern mal", sagte Hoeneß laut kicker.de. Damit befinden sich die Fohlen beinahe schon auf Augenhöhe mit dem BVB, der laut Hoeneß "wieder ein absoluter Kandidat" sein wird.

In Mönchenglabdach selbst denkt man nicht an das "große Ganze", wie Sportdirektor Max Eberl, der weiter darauf beharrt, nur von Spiel zu Spiel zu denken. Nun kommt mit Borussia Dortmund der nächste Prüfstein für die Fohlen, der Kölns Trainer Stale Solbakken attestierte, die derzeit vielleicht beste Mannschaft der Liga zu sein. Mit einem Sieg über den Meister wäre Gladbach nach dem 15. Spieltag Tabellenführer.

Wann hört das Allofs-Lemke-Theater in Bremen endlich auf?
Hartnäckig hält sich Werder Bremen in der Bundesliga-Spitzengruppe, obwohl die Leistungen nicht immer denen eines Spitzenteams entsprachen. Aber Fakt ist: Mit einem Sieg in München zögen die Bremer sogar am Erzrivalen Bayern vorbei. Und das, obwohl diese Saison ungewöhnlich viel Theater, das sich eigentlich hinter den Kulissen abspielen sollte, an die Öffentlichkeit gerät. Vorbei ist es mit der Ruhe an der Weser.

Im Mittelpunkt des Streits steht der neue Vertrag von Geschäftsführer Klaus Allofs, der nach der sportlichen Krise der vergangenen Saison von Aufsichtsrat-Chef Willi Lemke stark leistungsbezogen aufgestellt worden war. Allofs seinerseits soll aber laut bild.de einen Vertrag mit deutlich höherem Gehalt und weniger erfolgsabhängig fordern. Zu allem Überfluss schaltete sich am Wochenende auch Club-Boss Klaus-Dieter Fischer in die Auseinandersetzung ein und sagte den TV-Sender Sky, dass er davon ausgehe, dass demnächst Vollzug zu melden sei.

Das wiederum brachte Allofs auf die Palme, hatten doch er und Lemke Stillschweigen vereinbart und von einem baldigen Vollzug könne keine Rede sein. Gegenüber dem kicker sagte Allofs: "Ich kann das nicht bestätigen." Trainer Thomas Schaaf macht seine Vertragsverlängerung von der Allofs' abhängig. Wenn man sich nicht bald einigt an der Weser, dann droht der Verlust des Erfolgsduos Allofs/Schaaf. Interessenten sollte es in der Bundesliga genug geben, aber irgendwie gehören die beiden doch zu Werder Bremen.

Stört das Theater um Markus Babbel den Hertha-Frieden?
Was Markus Babbel mit Hertha BSC erreicht hat, ist durchaus ordentlich: Aufstieg in die 1. Bundesliga und dort bis dato ein guter zehnter Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Bis zum Saisonende läuft der Vertrag des Trainers in Berlin noch, der Club mit Manager Michael Preetz strebt eine schnelle Verlängerung an, doch noch sträubt sich Babbel und deutete zuletzt an, dass er erst einmal entscheiden müsse, was er eigentlich will. Nun soll spätestens in der Winterpause eine Entscheidung fallen.

Gerüchteweise stehen die Zeichen aber auf Abschied. Babbels Familie wohnt in München und er pendelt zwischen Berlin und München, wohnt in der Hauptstadt im Hotel. Eventuell liebäugelt Babbel mit einem Job in England oder sogar in München als Nachfolger von Jupp Heynckes. "Ich bin niemand, der seinen Vertrag bricht. Deshalb soll, wenn ich über die Zukunft entscheide, alles passen", so Babbel gegenüber bild.de. Sein Zögern dürfte neben den privaten Umstände auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Hertha mit beinahe 35 Millionen Euro verschuldet ist, was die Rückkehr in die Bundesliga-Spitze kurzfristig unmöglich machen dürfte.

Anders als sonst sprach Babbel auf der Mitgliederversammlung der Hertha diese Woche kein Wort zu den Anwesenden. Eigentlich war es üblich, dass Kapitän und Trainer das Wort an die Mitglieder richteten, doch das Schweigen dieses Mal wurde Babbel negativ ausgelegt und als Vorbereitung für den möglichen Abschied angedeutet. Babbel selbst nennt die Diskussion um seine Person "lächerlich".

Hat Holger Stanislawskis harte Linie Erfolg?
Nachdem sich Chinedu Obasi und Roberto Firmino zum Auslaufen nach dem Spiel gegen Freiburg deutlich verspätet hatten, strich Trainer Holger Stanislawski seine beiden Angreifer kurzerhand aus dem Hoffenheim-Kader für das Spiel bei Bayer Leverkusen. Dabei ist es nicht so, dass Stanislawski nicht jedes Quäntchen Offensive gebrauchen könnte, hatte die TSG in letzter Zeit doch ordentlich Ladehemmungen.

Aber nicht nur die Disziplinierung der beiden Angreifer sorgt im sonst so beschaulichen Kraichgau für Unruhe. Nach dem Remis gegen Freiburg nahm sich Keeper Tom Starke Angreifer Ryan Babel zur Brust und kritisierte diesen offen beim TV-Sender Sky: "Wir haben Ryan Babel vorne, der auch langsam mal anfangen könnte, ein paar Punkte für uns zu holen."

Rückendeckung bekam Starke von Manager Ernst Tanner, der es positiv fand, dass der Keeper versucht hat, seine Kollegen wachzurütteln. Wenn sich das mal nicht als Eigentor erweist und die Spieler die Zustimmung des Managers dazu nutzen, in der Öffentlichkeit Kritik an den Kollegen zu üben.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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