Bundesliga-Vorschau "Irgendwann wird sich das Blatt wieder wenden"


Der Bayern-Trainer glaubt hartnäckig weiterhin an den Titel und hofft auf die Schalker, die im brisanten Spitzenspiel auf Tabellenführer Bremen treffen. Eine Vorschau.

FC Bayern München - Hamburger SV (Samstag, 15.30 Uhr)

Noch hat Trainer Hitzfeld die Meisterschale nicht abgeschrieben. Deshalb erklärte er das mit Spannung erwartete Champions-League-Spiel gegen Real Madrid am Dienstag zum Tabu-Thema. Hitzfeld will den Titelkampf trotz öffentlich geäußerter Resignation von Franz Beckenbauer und Michael Ballack keinesfalls vorzeitig aufgeben. "Irgendwann wird sich das Blatt wieder wenden. Irgendwann haben wir einen Lauf. Und irgendwann wird auch Bremen wieder eine schwächere Phase haben", so Hitzfeld. "Da darf man die Nerven nicht verlieren. Da muss man überzeugt daran arbeiten, dass wir unsere Spiele gewinnen." Fraglich ist der Einsatz von Ballack, der wegen einer starken Erkältung bereits beim Länderspiel in Kroatien gefehlt hatte. Der HSV, der zuletzt im April 1982 bei den Bayern gewann, kann in Bestbesetzung antreten.

FC Schalke 04 - Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr)

Der Schlager des 21. Spieltags birgt jede Menge Zündstoff: Immerhin treffen die beiden erfolgreichsten Mannschaften der vergangenen fünf Spieltage aufeinander. Zudem sorgen die Transfers der Bremer Krstajic und Ailton, die künftig für Schalke spielen, für reichlich Gesprächsstoff. Angesichts der Schlagzeilen vom "Hass- Gipfel" schlugen beide Seiten im Vorfeld der Partie moderate Töne an. Mit dem achten Auswärtssieg gegen die heimschwachen Schalker wäre Werder endgültig der Top-Favorit auf den Titel.

Hansa Rostock - Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr)

Gegen alle Bundesligisten hat Rostock schon gewonnen, nur gegen Hannover nicht. Das soll sich am Samstag ändern: Nach drei Siegen in den letzten vier Heimspielen ist das Selbstvertrauen groß. Trainer Schlünz kehrt nach auskurierter Grippe auf die Hansa-Bank, Rydlewicz nach Gelb-Sperre wieder in das Team zurück. Bei den Gästen ist die Fluktuation groß: Brdaric und Krupnikovic sind gesperrt, Schröter fehlt verletzt. Das eröffnet Mittelfeldspieler But, der zuletzt am 4. Mai 2002 in der Bundesliga spielte, die Chance auf ein Comeback.

Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr)

Die Negativserie macht zu schaffen: Seit nunmehr 21 Auswärtsspielen ist Freiburg ohne Bundesliga-Sieg. Der letzte Erfolg datiert vom 11. März vergangenen Jahres, als sich die Finke-Elf im Zweitligaspiel gegen Burghausen 2:1 durchsetzte. Nur die Rückkehr der frischen Kräfte Coulibaly, Kruppke und Zkitischwili schürt die Hoffnung auf bessere Zeiten. Noch größer als beim Tabellen-11. aus Freiburg ist die Not beim Gastgeber: Weil es in der Rückrunde noch keinen Sieg gab, sind die Abstiegsplätze bedrohlich nahe gerückt.

1. FC Kaiserslautern - VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr)

Die Unbekümmertheit ist passé: Nach sieben Spielen mit nur einem Sieg steht der VfB unter Druck. Im Falle einer Niederlage gegen Kaiserslautern droht der Abschied aus dem Spitzentrio. Zumindest die Bilanz spricht für den VfB: Das zweitbeste Auswärtsteam der Liga kassierte in der Fremde erst drei Treffer. Zudem gab es in den vorigen fünf Partien auf dem Betzenberg nur eine Niederlage. Das kann die Pfälzer jedoch nicht schrecken: Zwei Spiele unter der Regie des neuen Trainers Jara haben das Selbstvertrauen gestärkt.

VfL Wolfsburg - TSV 1860 München (Samstag, 15.30 Uhr)

In Wolfsburg liegen die Nerven blank: Nach zuletzt drei Schlappen zog Trainer Röber erste Konsequenzen: Ein Trainingslager soll seinen Profis zu mehr Lockerheit verhelfen. Nur ein Sieg kann dem Coach weiteren Ärger ersparen. Auch beim Gegner hat sich nach dem 0:2 gegen Dortmund Krisenstimmung breit gemacht. Zu allem Überfluss muss Coach Götz auf die drei Verteidiger Stranzl, Fernando und Hoffmann verzichten. Die Statistik spricht für die Gäste: Seit sieben Spielen wartet Wolfsburg auf einen Sieg gegen die "Löwen".

Bayern Leverkusen - VfL Bochum (Samstag, 15.30 Uhr)

Der fulminante Schlussspurt beim 2:2 in Hannover hat für neue Hoffnung, jedoch nicht für Entspannung gesorgt. Schließlich warten die Bayer-Profis noch immer auf den ersten Rückrundensieg. Als Sündenböcke müssen die formschwachen Routiniers Placente und Schneider herhalten. Beiden droht im Duell mit Bochum ein Platz auf der Bank. Nicht nur der gute Lauf der Bochumer gibt Bayer-Coach Augenthaler zu denken: Seit dem Wiederaufstieg hat der VfL alle drei Spiele gegen Bayer gewonnen.

Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr)

Nach zwei Siegen wollen die Berliner einen weiteren Schritt Richtung Klassenverbleib tun. Mit einem Erfolg im Kellerduell über Eintracht Frankfurt könnte der Ende Dezember als Retter verpflichtete Trainer Meyer auch seine letzten Kritiker bekehren. Neuzugang Reina und Abwehrspieler Rehmer stehen nach überstandenen Infekten wieder zur Verfügung. Die in der Rückrunde ungeschlagenen Frankfurter können auf den Südkoreaner Du-Ri Cha bauen, der im WM-Qualifikationsspiel gegen Libanon sein erstes Saisontor erzielte.

Borussia Dortmund - 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr)

Zumindest im sportlichen Bereich gab es in Dortmund in den vergangenen Wochen Grund zur Freude. Nach Erfolgen in Wolfsburg und München kokettieren einige Profis sogar wieder mit einem Champions- League-Platz. Ein Erfolg gegen den auswärts noch sieglosen 1. FC Köln könnte die Diskussionen über die problematische Finanzlage etwas in den Hintergrund drängen. Doch im heimischen Westfalenstadion tat sich der BVB zuletzt schwer: Seit dem 2. November (3:2 gegen den HSV) warten die BVB-Fans auf einen "Dreier".

DPA

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