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Bundesliga: Werder weiter mit weißer Weste

Durch Tore von Klose und Almeida gewinnt Werder Bremen das Spitzenspiel gegen Leverkusen mit 2:1. Auch Schalke und Hertha feiern Siege. Der HSV dagegen kommt über ein Unentschieden bei Aufsteiger Cottbus nicht hinaus.

Werder Bremen hat am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga den zweiten Sieg eingefahren. Der Vizemeister gewann am Samstag das Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen mit 2:1 und klettert damit auf den zweiten Platz in der Tabelle. Spitzreiter bleibt der 1. FC Nürnberg, der am Freitagabend mit dem 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach seine überraschende Führung verteidigte. Hertha BSC Berlin überrannte Hannover 96 mit 4:0 und auch die ambitionierten Schalker konnten mit zehn Mann bei Aachen gewinnen. Der Hamburger SV konnte wieder keinen Sieg einfahren.

Bremens Neuzugang Hugo Almeida sorgte in der 77. Minute eines packenden Spiels im Weserstadion für den 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen. Der Portugiese erzielte nach Vorarbeit von Werders Spielmacher Diego seinen zweiten Saisontreffer. Den Kopfballtreffer von Miroslav Klose in der 26. Minute bereite Diego, der sehr auffällig spielte, mit einem Freistoß ebenfalls vor. In der 47. Minute parierte der Leverkusener Schlussmann Butt einen sensationellen Fallrückzieher von Diego. Die selbstbewusst aufspielende Bayer-Elf, die kurzfristig auf Mittelfeldspieler Bernd Schneider verzichten musste, war durch einen Foulelfmeter von Paul Freier (15. Minute) in Führung gegangen. In der 65. Minute hatte Werder Glück. Sergej Barbarez traf nur den Pfosten des Bremer Tors.

Zahlreiche Torchancen

"Es war das erwartet schwere Spiel. Wir mussten alles geben, um uns durchzusetzen", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach der spielstarken Partie mit vielen Torchancen auf beiden Seiten. "Es ist sehr schade, dass wir nicht belohnt worden sind in einem außergewöhnlich guten Auswärtsspiel von meiner Mannschaft. Sie hat eine tolle Leistung abgeliefert", lobte Leverkusens Cheftrainer Michael Skibbe die Vorstellung seines ersatzgeschwächten Teams trotz der Niederlage.

Mit einem Tor-Festival hat Hertha BSC Berlin den ersten Saisonerfolg in der Fußball-Bundesliga eingefahren. Die Berliner gewannen im Olympiastadion 4:0 (2:0) gegen Hannover 96 und sind nach der Nullnummer zum Auftakt in Wolfsburg mit vier Punkten noch unbesiegt. Die Tore zum auch in dieser Höhe verdienten Sieg erzielten zwei Mal Marko Pantelic (20., 63.), Pal Dàrdai (32.) und der eingewechselte Patrick Ebert (77.). Während Hertha BSC damit auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze blieb, steckt Hannover nach der zweiten Niederlage im Tabellenkeller und benötigt dringend ein Erfolgserlebnis.

"Nicht den Hauch einer Chance"

"Dass wir zufrieden sind, kann man sich denken. Nach der Roten Karte war mir klar, dass wir das Spiel so deutlich gewinnen können. Da hätten wir noch das eine oder andere Tor mehr machen können", sagte Hertha Trainer Falko Götz. "Nach der Roten Karte hatten wir nicht den Hauch einer Chance und müssen froh sein, nicht noch höher verloren zu haben", betonte Hannovers Trainer Peter Neururer und haderte mit der Entstehung des 0:1, bei dem er eine Abseitsstellung gesehen hatte.

Der HSV hat den Start in die Saison endgültig verpatzt. Einen Tag nach dem überraschenden Abgang von Khalid Boulahrouz zum FC Chelsea kamen die Hamburger beim Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus über ein 2:2 (1:0) nicht hinaus und finden sich mit nur zwei Pünktchen auf Tabellenrang neun. "Ich bin enttäuscht, wie wir das Ding in der 2. Halbzeit noch aus der Hand gegeben haben", ärgerte sich HSV-Coach Thomas Doll.

Cottbus ist couragiert

Zwar gingen die favorisierten Gäste am Samstag durch den zweiten Saison-Treffer ihres Neuzugangs Boubacar Sanogo (38.) in Führung. Doch der couragierte Neuling wendete vor 20.000 Fans durch ein Elfmeter-Tor von Vlad Munteanu (56.) und den Treffer von Sergiu Radu (69.) verdient das Blatt. Nigel der Jong (71.) verhinderte drei Tage vor dem entscheidenden Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Osasuna wenigstens die totale Blamage für die Hamburger.

Die Frischlinge von Alemannia Aachen zahlen in der Fußball-Bundesliga weiter Lehrgeld. Nach mehr als 36 Jahren Abstinenz verdarb Schalke.04 den Aachenern auf dem Tivoli die Heimspiel-Premiere. Beim.0:1 (0:0) gegen den selbst ernannten Meisterschafts- Mitfavoriten konnte der deutsche Vizemeister von 1969 vor 21 300 Zuschauern im ausverkauften Tivoli sogar eine 61-minütige Überzahl nicht nutzen. Dario Rodriguez stellte mit dem 1:0 (53. Minute) den Spielverlauf quasi auf den Kopf. Der Schalker Mladen Krstajic hatte in der 29. Minute nach einem groben Foul an Cristian Fiel die Rote Karte gesehen.

"Das war harte Arbeit"

"Das war harte Arbeit. Wir kamen am Anfang überhaupt nicht in das Spiel", übte Gäste-Coach Mirko Slomka leise Kritik an seinem lange unterlegenen Team. "Wir haben heute das Glück gebraucht", sagte er. Für seinen Freund und Kollegen Dieter Hecking ergab sich trotz der zweiten Niederlage im zweiten Spiel eine positive Erkenntnis: "Wir haben gesehen, dass wir in der Bundesliga bestehen können."

Im Dortmunder Westfalenstadion enttäuschten die Hausherren ihre Fans. Vor 70 100 Zuschauern erreichte Borussia Dortmund gegen den FSV Mainz. 05 ein 1:1 (0:0). Eine Woche zuvor hatten die Schwarz-Gelben bereits bei Meister FC Bayern München verloren (0:2). In einer mäßigen Partie erzielte BVB-Neuzugang Martin Amedick (76.) die 1:0-Führung, die der Mainzer Neuzugang Edu im Gegenzug ausgleichen konnte.

BVB-Chefcoach Bert van Marwijk verärgert

"Ich bin enttäuscht, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Wir hatten viele große Chancen und sie nicht ausreichend genützt", sagte BVB-Chefcoach Bert van Marwijk verärgert. Zufrieden war dagegen der Mainzer Trainer Jürgen Klopp: "Das Ergebnis ist gerecht, aber wir hätten die Partie auch verlieren können."

Die Gastgeber mussten im ersten Heimspiel gleich auf drei prominente Abwehrspieler verzichten. Neben dem gesperrten Christian Wörns fielen auch die verletzten Nationalspieler Christoph Metzelder und Sebastian Kehl aus. Profitieren konnte der Ex-Braunschweiger Martin Amedick, der ein starkes Bundesliga-Debüt feierte. In die Startelf kehrte zudem WM-Entdeckung David Odonkor zurück, der nach einer mäßigen Anfangsphase für etwas Druck im Angriff sorgte. Dagegen saß der in der vergangenen Woche für drei Millionen Euro verpflichtete brasilianische Nationalspieler Tinga nur auf der Tribüne.

Tristes Unentschieden in Frankfurt

Das einzige Spiel, in dem keine Tore fielen, fand in Frankfurt statt. Von Beginn an versuchten die Frankfurter, ihre Gäste aus Wolfsburg unter Druck zu setzen. Aber genutzt hat es nichts: "Wir haben uns Tormöglichkeiten erarbeitet. Damit bin ich zufrieden. Nicht aber, dass wir die Tormöglichkeiten nicht umsetzen konnten. Sonst hätten wir gewonnen", bilanzierte der Trainer von Eintracht Frankfurt, Friedhelm Funkel. Sein Kollege Klaus Augenthaler machte keinen Hehl über seinen Ärger "Ich bin sauer. Wir haben ganz schwach begonnen und ganz stark nachgelassen", sagte der sichtlich gereizte Coach der Wölfe.

Der zweite Spieltag wird am Sonntag mit den Begegnungen Arminia Bielefeld - VfB Stuttgart und VfL Bochum - Bayern München abgeschlossen.

DPA/tis / DPA

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