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Bundesliga im stern-Check: Schmähplakat gegen Hopp: Wie einige Fans die Traditionsclubs in Verruf bringen

Werder und der HSV stehen mit dem Rücken zur Wand; die Bremer haben ihren Coach schon entlassen. Die Trainer beider Klubs sind die Verlierer des Bundesliga-Wochenendes. Für den größten Aufreger sorgten Gladbach-Fans. Der zehnte Spieltag im stern-Check.

Mit einem geschmacklosen Banner zogen Fans von Mönchengladbach den ärger auf sich

Mit einem geschmacklosen Banner zogen Fans von Mönchengladbach den Ärger auf sich

So liefen die Spiele

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Der Aufreger des Tages

Für einen weiteren Tiefpunkt in der Diskussion um vermeintliche Traditions- und Retortenclubs sorgten einige Fans von Borussia Mönchengladbach in der Rhein-Neckar-Arena der TSG Hoffenheim. Vor dem Anpfiff entrollten sie ein Plakat, auf dem sie mit Verweis auf ihre eigene Tradition die Spieler des Gegners als "Huren eins Fußballmörders" (gemeint ist Hoffenheim-Mäzen ) beschimpften. Bundestrainer Joachim Löw verteidigte Hopp im ZDF-Sportstudio: "Das ist absolut beschämend und unwürdig. Dietmar Hopp hat wahnsinnig viele Dinge in sozialen Bereichen getan. Er ist mit ganzem Herzen für den Verein da."

Angesichts der sich immer wieder abspielenden Angriffe auf den Milliardär fordert Sportdirektor Hansi Flick, "dass der DFB und die DFL alles unternehmen, diese menschenverachtenden Äußerungen zu unterbinden und drastisch zu sanktionieren".

Sportdirektor Max Eberl distanzierte sich von der Aktion der Fans: "Wir wollen nichts mit Leuten zu tun haben, die Hass schüren", erklärte er. Es sei schade, dass man sich nach so einem Auswärtssieg für einen Teil der Fans entschuldigen müsse.

Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

28 Tore fielen am zehnten  -Spieltag, das Prädikat "Traumtor" hat sich jedoch keines verdient. Sehenswert war allerdings der 4:2-Kontertreffer (86. Minute) von Hannovers Ihlas Bebou im Spiel gegen Borussia Dortmund, vor allem wegen seiner beeindruckenden Effizienz. Balleroberung noch in der eigenen Hälfte durch Martin Harnik, ein langer Pass in den Lauf des Togolesen, der auf Strafraumhöhe in die Mitte zieht, BVB-Verteidiger Marc Bartra links liegen lässt und aus knapp 16 Metern an Hannovers Torwart Bürki vorbei ins Netz trifft. Der ganze Angriff dauerte nicht einmal zwölf Sekunden - so einfach kann das Toreschießen sein, zumindest, wenn der Gegner so weit aufgerückt ist wie die Dortmunder in der Schlussphase der Partie.

Gewinner des Tages

. "Don Jupp" scheint die Erwartungen der Bayern-Oberen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge voll zu erfüllen. Seit der 72-jährige Trainer-Routinier wieder das Regiment an der Säbener Straße führt, läuft es beim Rekordmeister. Fünf Spiele, fünf Siege, und die Bayern stehen wieder da, wo sie nach eigenem Befinden hingehören: an der Tabellenspitze. Zwar mag der frühe Platzverweis für Leipzig-Verteidiger Orban seinen Anteil am 2:0-Sieg der Münchener in Sachsen gehabt haben, doch Heynckes' Team hatte das Spitzenteam von RB 90 Minuten lang voll im Griff. Die Selbstsicherheit ist zurück in München, auch beim 1:0-Torschützen James - das ist auch ein Verdienst von Heynckes, der bei dem Kolumbianer offenbar die richtigen Worte findet.


Bundesliga-Trainer Markus Gisdol (Hamburger SV) und Alexander Nouri (Werder Bremen)

Doppelte Ratlosigkeit: Nach einer bislang für Beide desaströsen Bundesligasaison wird die Luft für die Trainer Markus Gisdol (Hamburger SV) und Alexander Nouri (Werder Bremen) dünner.


Verlierer des Tages

Der Titel hätte eigentlich an HSV-Trainer Markus Gisdol gehen sollen, sein Team erlebte bei der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC die nächste Pleite. Wie fest Gisdol nach acht sieglosen Spielen in Folge noch im Sattel sitzt, werden die kommenden Tage zeigen. Doch einer ist nach dem zehnten Spieltag noch stärker  angezählt: Werder-Bremen-Coach Alexander Nouri dürfte schon einmal seinen Spind im Weserstadion ausräumen. So wie dem Trainer offensichtlich ein Rezept gegen den sportlichen Abwärtstrend fehlt, müssen den Werder-Verantwortlichen inzwischen die Argumente für die Weiterbeschäftigung Nouris ausgehen. Die 0:3-Heimniederlage gegen Augsburg war der nächste Offenbarungseid der Grün-Weißen. Sogar dem ansonsten leidgeprüften und loyalen Bremer Publikum riss der Geduldsfaden: Zynische "Deutscher Meister wird nur der SVW"- und "Oh, wie ist das schön"-Gesänge schallten von den Tribünen, nach dem Ende des Spiels gab es ein lautes Pfeifkonzert. Werder-Sportchef Baumann sagte nach der Partie mit Blick auf Nouri: "Ich kann und möchte keine Job-Garantie geben." Update: Am Vormittag hat sich der SV Werder tatsächlich von Nouri getrennt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Bild des Tages

Keiner schimpft so leidenschaftlich wie er: SC-Freiburg-Trainer Christian Streich im Disput mit Schiedsrichter Tobias Stieler

Keiner schimpft so leidenschaftlich wie er: SC-Freiburg-Trainer Christian Streich im Disput mit Schiedsrichter Tobias Stieler


Christian Streich hat wieder einmal zugeschlagen: Nach dem umstrittenen Platzverweis wegen Handspiels (in Folge des Videobeweises) gegen seinen Verteidiger Caglar Söyüncü in der 12. Minute gestikulierte sich der SC-Freiburg-Coach in Rage und ging auf Schiedsrichter Tobias Stieler los. Streichs Ausraster war nur eine von vielen hitzigen Situationen im Baden-Württemberg-Derby, das der VfB Stuttgart in Überzahl deutlich mit 3:0 für sich entschied.


mit DPA-Material

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