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35-Millionen-Jungstar Warum Supertalent Renato Sanches beim FC Bayern so große Probleme hat

Renato Sanches
Renato Sanches bei der Niederlage des FC Bayern München in Hoffenheim
© Uwe Anspach/DPA
Bei der Niederlage des FC Bayern München in Hoffenheim durfte Renato Sanches zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder von Anfang an spielen. Das Spiel zeigte deutlich, dass der 19-Jährige noch tief in der Eingewöhnungsphase beim Rekordmeister steckt. 

Renato Sanches hätte im Sommer nicht mit wärmeren Empfehlungen nach München kommen können. Gerade hatte der "Golden Boy 2016" (bester U-21-Spieler Europas) mit Portugal die EM gewonnen und war darüber hinaus als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet worden. Mit 35 Millionen Euro Ablöse hatten die Bayern sich bereits zuvor die Dienste des Supertalents gesichert und die reichlich interessierte Konkurrenz ausgestochen.

Mehr Meriten gehen für einen 19-Jährigen eigentlich nicht. Höhere Erwartungen aber auch nicht - und die kann Sanches bisher nicht erfüllen. Im Gegenteil. Am Dienstag stand der Portugiese mit den kapverdischen Wurzeln zum ersten Mal seit Oktober wieder in der Startelf des Rekordmeisters. Er agierte fahrig, fehlerhaft und ohne Bindung zum Spiel seiner Mannschaft.

Renato Sanches: Kritik von den Mannschaftskameraden

Die Defizite waren so offensichtlich, dass Xabi Alonso sich den jungen Kollegen schon während des Spiels zur Brust nahm. Mats Hummel sagte nach dem Spiel: "Die ersten Großchancen waren nach Ballverlusten, wo wir dann komplett offen stehen. Den Ball sollte man nicht so einfach hergeben." Den Adressaten dieser Analyse nannte der Weltmeister nicht, doch ziemlich sicher war Sanches gemeint.

Den Wechsel zum Weltklub hat das Riesentalent noch nicht verarbeitet, das wurde bei der 0:1-Niederlage der Bayern in Sinsheim überdeutlich. Sanches fremdelt und gibt offen zu, dass die Umstellung von seinem Jugendverein Benfica Lissabon auf München für ihn "heftig" war. Was in seinem Alter auch kein Wunder ist.

Das wissen auch die Verantwortlichen an der Säbener Straße, die erst gar keine Ungeduld aufkommen lassen wollen. Für einen "Rohrkrepierer", wie ihn die Münchner "tz" schon nennt, halten sie ihn trotz aller Startschwierigkeiten ganz sicher nicht.

Ablöse könnte noch auf bis zu 80 Millionen ansteigen

Das Wichtigste sollte für Sanches ohnehin sein, was der Trainer über ihn denkt: Er habe viele Spieler erlebt, denen es ähnlich erging, erklärte Carlo Ancelotti kürzlich. "Als der Brasilianer Falcao 1980 nach Italien zu AS Rom kam, schien er in den ersten sechs Monaten nicht Falcao, sondern sein Bruder zu sein. Auch Platini (Juventus Turin - Anm. d. Red.) hatte in den ersten sechs Monaten große Probleme", so der italienische Coach weiter.

Ancelotti gibt seinem ungestümen Schützling damit ein klares Zeichen: Er will ihn aufbauen, damit er alsbald das Versprechen einlöst, das er aufgrund seines Talents zweifellos abgibt. Auch wenn ein akklimatisierter Sanches die Bayern rückwirkend dank einiger Erfolgsklauseln im Vertrag noch teurer zu stehen kommen könnte als ohnehin: Für den Fall, dass Sanches zum Beispiel eines Tages Weltfußballer werden sollte, würde die Ablöse mit Nachzahlungen auf bis zu 80 Millionen Euro ansteigen.

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tim

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