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DFB-Aufgebot: Poldi darf wieder für Deutschland stürmen

Lukas Podolski ist der Gewinner der letzten Tage: Bei den Bayern wird er in den nächsten Wochen eine wichtige Rolle spielen und Bundestrainer Joachim Löw beruft den zukünftigen Kölner wieder in das Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales. Auch zwei weitere EM-Teilnehmer kehren zurück.

Nach zwei ernüchternden Länderspiel-Pleiten wird Lukas Podolski zum Hoffnungsträger für die erhoffte Trendwende bei der zuletzt enttäuschenden Fußball-Nationalmannschaft. Bundestrainer Joachim Löw holte den mit frischem Bayern-Elan gestärkten Angreifer nach vier Monaten Pause am Donnerstag wie angekündigt wieder in sein Aufgebot und verzichtet für die WM- Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales auf jegliche Experimente. Auch die EM-Teilnehmer Arne Friedrich und Marcell Jansen kehren für die ersten Pflichtpartien im Jahr 2009 in den DFB-Kader zurück. Mit bewährten Kräften soll in Abwesenheit des verletzten Torjägers Miroslav Klose die Tabellenführung in der Gruppe 4 auf dem Weg zur WM 2010 nach Südafrika gefestigt werden.

Erstmals nach der EM 2008 berief Löw keinen Spieler ohne Länderspiel-Erfahrung in sein 23 Akteure umfassendes Aufgebot. Robert Enke komplettiert nach seinem Handbruch im Oktober das Torwart-Trio um René Adler und Tim Wiese - wer bei der WM-Doppelschicht am 28. März gegen Liechtenstein in Leipzig und vier Tage später in Cardiff gegen Wales die Nummer 1 sein wird, hat Löw noch nicht verraten. Feldspieler mit der geringsten DFB-Erfahrung sind der Wolfsburger Marcel Schäfer und Hoffenheims Andreas Beck. Die Außenverteidiger wurden jeweils zum zweiten Mal für Länderspiele berufen und könnten erstmals in Pflichtspielen zum Einsatz kommen.

Wichtigste Personalie ist aber die Rückkehr des zum Frühlingsstart wieder aufblühenden Podolski: "Es ist sehr erfreulich, dass Lukas beim FC Bayern wieder eine gute Rolle spielt. Unabhängig davon hätten wir ihn aber auf jeden Fall für die beiden Länderspiele eingeladen, denn wir haben immer gesagt, dass Lukas, sobald er den richtigen Trainings-Rhythmus hat, für uns ein wertvoller Stürmer ist, dem wir großes Vertrauen entgegenbringen", sagte Löw in einer Pressemitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Unmittelbar bevor Löw am Montag seine Nationalspieler in Leipzig versammelt, steht für den DFB-Chefcoach bei der Tagung mit allen Bundesliga-Trainern in Düsseldorf schon ein diffiziler Termin an. Nach der jüngsten Kritik am Leistungsniveau der Clubs wird Löw nicht nur mit Zustimmung aus der Liga rechnen können. Harte Arbeit wartet auch beim ersten Programmpunkt mit den Spielern: Am Dienstag bittet Löw zum wieder eingeführten Fitnesstest.

Ungewiss ist noch, ob der angeschlagene Piotr Trochowski daran teilnehmen kann. "Wir werden uns sicherlich am Wochenende mit dem HSV in Verbindung setzen, um uns nochmals über seinen Fitness-Zustand auszutauschen. Bei all diesen Überlegungen ist Marcell Jansen eine gute Alternative für uns, zumal er nach der Winterpause für den HSV gute Leistungen geboten hat", sagte der Bundestrainer, der mit dem Linksverteidiger als Mittelfeld-Alternative plant.

Neben Jansen soll auch Friedrich wieder mehr Defensivstärke einbringen. Löw plant mit dem Berliner als Stabilisator der bei den verpatzten Tests gegen England (1:2) und Norwegen (0:1) nicht immer überzeugenden zentralen Abwehr. "Es ist ein Vorteil, dass wir ihn auf der rechten Außenverteidiger-Position oder in der Innenverteidigung einsetzen können. Bei Hertha hat er in dieser Saison seine Klasse und Erfahrung bewiesen, dank seiner konstanten Leistungen hat er großen Anteil am Erfolg des Tabellenführers", sagte Löw.

Verzichtet hat der Bundestrainer auf eine erneute Nominierung von Mittelfeldspieler Mesut Özil. Der Profi von Werder Bremen kehrt nach seinem Kurzeinsatz gegen Norwegen wieder in die U21-Auswahl zurück.

Von Arne Richter und Jens Mende/DPA / DPA

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