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Ehrungen: Die Fußballer des Jahres

Werder Bremens Thomas Schaaf ist von Sportjournalisten zum "Trainer des Jahres" gewählt worden. Mit Ailton wurde erstmals ein Ausländer zu Deutschlands bestem Fußballer gekürt.

Der Brasilianer Ailton und Weltmeisterin Birgit Prinz sind zu Deutschlands Fußballer und Fußballerin der Saison 2003/2004 gewählt worden. Wie das Sportmagazin "Kicker" am Mittwoch weiter mitteilte, wurde Meistercoach Thomas Schaaf von Werder Bremen von den deutschen Sportjournalisten zum besten Trainer gekürt.

Bei der seit 1960 von dem Fachblatt unter Sportjournalisten durchgeführten Wahl wurde in Ailton erstmals ein Ausländer zum Top- Spieler der Saison gewählt. Der von Bremen zu Schalke 04 gewechselte Torschützenkönig setzte sich mit 216 Stimmen gegen den Stuttgarter Philipp Lahm (172) und Bayern Münchens Michael Ballack (63), den Sieger der vergangenen beiden Jahre, durch.

Bei den Frauen bekam Birgit Prinz 221 Stimmen. Sie lag damit deutlich vor ihrer Clubkameradin beim 1. FFC Frankfurt, Nia Künzer (110), die bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr per Kopfball das Golden Goal zum Titelgewinn erzielt hatte. Dritte wurde Conny Pohlers (76) von Meister und Pokalsieger Turbine Potsdam.

Deutlichster Sieger ist Thomas Schaaf, der mit 375 Stimmen den Bochumer Peter Neururer (91) auf Platz zwei verwies. Otto Rehhagel, der Griechenland zum Europatitel führte, belegt Rang drei (68). Der nach der EM zurückgetretene Teamchef Rudi Völler wurde mit 10 Stimmen nur noch auf Platz neun gewählt.

"Das Ergebnis faxe ich Jürgen Klinsmann und Carlos Alberto Parreira"

Ailton hat auf seine die Wahl zum "Fußballer des Jahres" mit Begeisterung reagiert. "Das ist unglaublich und motiviert mich noch mehr. Ich bin der erste Ausländer, der Fußballer des Jahres ist. Das ist super. Ich bin Deutscher Meister, Pokalsieger und Torschützenkönig geworden und jetzt das", sagte der 31-Jährige. "Das Ergebnis faxe ich Jürgen Klinsmann und Carlos Alberto Parreira", ergänzte Ailton in Anspielung auf seine Ambitionen, für die deutsche oder brasilianische Nationalmannschaft zu spielen.

Jupp Heynckes, Ailtons Trainer beim FC Schalke 04, zeigte sich voll des Lobes für seinen neuen Angreifer. "Das ist ein außergewöhnliches Ergebnis und eine wunderbare Sache. Das ist die höchste Auszeichnung, die ein Fußballer als Einzelspieler in Deutschland erreichen kann. Für Toni ist das eine hohe Ehrung als Sportler und Mensch, aber auch eine Verpflichtung für die Zukunft", sagte Heynckes.

"Es hat die Richtigen getroffen"

Bei Meister und Pokalsieger Werder Bremen, wo Ailton von 1998 bis zum Ende der vergangenen Saison unter Vertrag stand, fand die Auszeichnung ebenso große Zustimmung wie die Wahl von Thomas Schaaf zum "Trainer des Jahres". "Es hat die richtigen Akteure zu 100 Prozent getroffen. Ailton war der überragende Spieler der vergangenen Saison, Thomas Schaaf hat als Trainer mit dem deutschen Meistertitel und dem Pokalsieg etwas Außergewöhnliches erreicht", sagte Jürgen L. Born, Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten.

Auch Schaaf hob noch einmal die Leistungen seines ehemaligen Stürmers hervor, der in der vergangenen Spielzeit 28 Treffer erzielte. "Natürlich hat Toni diese Auszeichnung verdient. Er war in der vergangenen Saison eine auffällige Erscheinung", sagte Schaaf, der jedoch zugleich darauf verwies, dass die Auszeichnung auch ein Verdienst der Mannschaft sei: "Das Zusammenspiel hat bei Werder geklappt."

Die Ehrung von Ailton wird am Samstag beim Bundesliga-Spiel der Schalker gegen den 1. FC Kaiserslautern vorgenommen. Schaaf erhält die Auszeichnung eine Woche später beim Heimspiel der Bremer gegen den VfL Wolfsburg. Die "Fußballerin des Jahres", Birgit Prinz, wird beim nächsten Heimspiel der Frauen-Nationalmannschaft geehrt. Die Wahl zum "Fußballer des Jahres" wird seit 1960 jährlich vom Sportmagazin "Kicker" und den deutschen Sportjournalisten durchgeführt.

DPA / DPA

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