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Fußball-Bundesliga: Bayern schießen Schalke ab

Bayern München hat desolate Schalker abgeschossen und den dritten Tabellenplatz erobert. Zuvor hatte Köln mit einem Sieg gegen Leverkusen Dortmund zum Meister gemacht. Gladbach besiegte Hannover.

Nach einem wahren Offensivspektakel gegen Schalke, das 4:1 endete, hat der FC Bayern den dritten Tabellenplatz erobert. Konkurrent Hannover unterlag zuvor im eigenen Stadion Borussia Mönchengladbach mit 0:1 und fiel auf den vierten Rang zurück. Die Gladbacher dürfen sich jetzt wieder Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. Weil Frankfurt gegen Mainz mit 0:3 unterlag, beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte. Stuttgart sicherte mit dem 2:1 in Hoffenheim endgültig die Klasse und Freiburg schlug den HSV mit 2:0. Zum Meistermacher wuden die Kölner. Das Team von Interimscoach Volker Finke gewann gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen mit 2:0 und verschaffte sich Luft im Abstiegskampf.

Angetrieben von Rückkehrer Arjen Robben ist der FC Bayern auf einen Champions-League-Platz zurückgekehrt. Wenige Stunden nach Hannovers 0:1-Niederlage gegen Mönchengladbach nutzte der Rekordmeister die Vorlage der Niedersachsen und eroberte durch einen ungefährdeten 4:1 (3:1)-Heimsieg gegen Schalke 04 wieder den dritten Rang. Dank Robben (6. Minute), dem zweimal erfolgreichen Thomas Müller (13./84.) sowie Mario Gomez (19.) mit dessen 24. Saisontor haben die Münchener ihr Minimalziel wieder selbst in die Hand.

Schalke spielt desolat


Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse bei Manchester United machte der Auftritt der Gelsenkirchener, die durch ein Eigentor von Holger Badstuber (8.) zu ihrem Treffer kamen, keinen Funken Hoffnung. Der von Bayern umworbene Torhüter Manuel Neuer verhinderte zumindest nach dem Seitenwechsel noch Schlimmeres.

Es ging mächtig turbulent los vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena. Hannovers Pleite und vielleicht auch die Leverkusener Niederlage gegen den 1. FC Köln (0:2) schienen das Team um den herausragenden Rückkehrer Robben nach dessen Rot-Sperre zu beflügeln. Ein kapitaler Ballverlust von Anthony Annan gegen den energischen Müller führte zum ersten Tor. Müller bediente den besten Rückrundenscorer Robben, der Neuer überwinden konnte.

Bayern zaubern


Die Gäste strahlten beim Zwischenstopp ihrer Halbfinal-Woche in der Champions League keine Torgefahr aus. Bezeichnend war, dass die Münchner selbst für das 1:1 sorgten. Nach einer Hereingabe von Jefferson Farfan bugsierten Badstuber, Diego Contento und Thomas Müller den Ball zusammen mit Schalkes Joel Matip zum Ausgleich ins Tor.

Teilweise zauberten die Münchner vor der Pause. Franck Ribéry und vor allem dem als freischaffenden Künstler umherwirbelnden Robben war die Spielfreude anzumerken. Trotz manchen guten Angriffs war aber das 2:1 ein Zufallsprodukt. Ribérys Freistoß - Robben war nur durch ein Foul zu stoppen gewesen - prallte in die Mauer und von dort zu Müller, der eiskalt abschloss.

Neuer ist machtlos


Die Münchner kannten die Ergebnisse der Konkurrenz um die Champions-League-Plätze, Gomez das Resultat des Freiburgers Demba Cissé mit dessen den Toren Nummer 21 und 22 im Rennen um die Torjägerkrone. Über Robben und Müller kam der Ball zu Gomez, der nur noch einschieben musste. Eingeleitet hatte das Tor ein langer Pass von Bastian Schweinsteiger, der nach seiner Mecker-Attacke in dieser Woche eine sehr engagierte Leistung im Mittelfeld zeigte.

Neuer war bei allen Gegentoren machtlos. Und auch an den Sprechchören aus der Südkurve, die vor allem zu Beginn der zweiten Spielhälfte laut wurden, konnte er nichts ändern. Allerdings wurden die Sprechchöre von vielen FCB-Fans mit lautstarken Pfiffen gekontert. Dazu gab es etliche auch "Pro-Neuer"-Plakate.

Bayern mit viel Offensivpower


Der als künftiger Bayern-Zugang gehandelte Torhüter blieb äußerlich gewohnt ruhig - der Gäste-Anhang blieb insgesamt recht still. Kein Wunder, musste er doch neben dem ärgerlichen Abend beim im Pokal und in der Hinrunde besiegten Rekordmeister noch die Kunde von der Meisterschaft des ewigen Gegners aus Dortmund verarbeiten.

Wie schon beim Torefest gegen Leverkusen (5:1) gab es auch im dritten Spiel unter Interims-Coach Andries Jonker viel Offensivpower zu sehen. Nach dem Seitenwechsel waren die Münchner oft zu verspielt, so wurde auch ein Konter in Fünf-zu-Drei-Überzahl (69.) nicht zu Ende gespielt. Bei der Schadensbegrenzung der harmlosen Schalke half auch Neuer mit, wie gegen Ribéry (67.) und Robben (75.) - aber gegen Müller war er dann ein zweites Mal an diesem Abend chancenlos. Für den WM-Torschützenkönig war es Saisontreffer Nummer zwölf.

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Volker Finke gab mit einem gelungenen Comeback auf der Trainerbank dem 1. FC Köln neuen Mut im Abstiegskampf und bereitete Borussia Dortmund den Weg zur siebten deutschen Meisterschaft. Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner WM-Stadion gewann Köln 2:0 (0:0) gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen. Milivoje Novakovic erzielte beide Treffer für die "Geißböcke" (67. und 82. Minute). Bayer hat durch den ersten Kölner Derby-Sieg seit fast 14 Jahren sowohl die letzte Chance auf Platz eins als auch die vorzeitige Qualifikation für die Champions League verpasst.

Freiburg schlägt Hannover


Der SC Freiburg gewann beim Hamburger SV mit 2:0 (1:0). Zum Abschluss des 32. Spieltages stand das Duell zwischen dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München und Schalke 04 auf dem Programm. Am 1. Mai finden keine Ligaspiele statt.

Bereits am Freitag tat sich im Tabellenkeller Vorentscheidendes. Nach dem 0:2 in Kaiserslautern ist Aufsteiger FC St. Pauli wohl nicht mehr zu retten, Lautern dagegen kann so gut wie sicher für eine weitere Saison in der ersten Liga planen. Der VfL Wolfsburg mit Trainer Felix Magath verschaffte sich durch ein 1:0 in Bremen wieder etwas Luft im Abstiegskampf und stürzte Frankfurt auf Platz 16.

Mainz schießt Frankfurt ab


Im Rhein-Main-Derby stürzten Andreas Ivanschitz (26.) und Elkin Soto mit einem Doppelpack (38./44.) die desolaten Frankfurter unter Trainer Christoph Daum in höchste Abstiegsnot. Die Hessen mussten nach einer Roten Karte gegen Sebastian Rode (43.) wegen einer Notbremse mehr als die Hälfte des Spiels in Unterzahl auskommen - und liegen mit 34 Punkten auf Relegationsplatz 16.

In Hannover versetzte Marco Reus mit seinem Treffer (76.) den Königsklassen-Ambitionen der Niedersachsen einen empfindlichen Dämpfer und lässt die Gladbacher im Abstiegskampf weiter hoffen. Im quasi bedeutungslosen Schaulaufen zwischen Hamburg und Freiburg sorgte Papiss Demba Cissé (16./87.) mit seinen Saisontoren 21 und 22 für den "Dreier" der Breisgauer.

Stuttgart dreht Spiel gegen Hoffenheim


Ein schwerer Patzer von VfB-Torwart Sven Ulreich hatte den Hoffenheimern noch die 1:0-Führung ermöglicht. Nach einem hohen Rückpass von Serdar Tasci konnte Ulreich den Ball nicht kontrollieren, der heranstürmende Peniel Mlapa hatte keine Mühe zu vollenden (14.). Doch Cacau (63.) und Zdravko Kuzmanovic (68.) per Foulelfmeter drehten die Partie zugunsten der Schwaben.

tis/DPA / DPA

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