VG-Wort Pixel

Wechselabsichten Lewandowski will den FC Bayern auf jeden Fall verlassen - droht jetzt Zoff?

Wechselabsichten: Lewandowski will den FC Bayern auf jeden Fall verlassen - droht jetzt Zoff?
Sehen Sie im Video: Selbst als bester Stürmer der Bundesliga steht Robert Lewandowski in der Kritik.




Robert Lewandowski ist der beste Stürmer der Bundesliga. Aber ist er auch einer der besten Welt, wie er und der FC Bayern gerne behaupten. Oder wird er überschätzt?
Seit dem Aus gegen Real Madrid steht der polnische Angreifer schwer in der Kritik.
Ihm haftet der Makel an, in großen Spielen nicht zu treffen.
Gegen Real Madrid hatte Lewandowski im Hinspiel zwei erstklassige Torchancen, vergab sie aber. Er hätte dem Duell gegen Real eine entscheidende Wende geben können. Auch im Rückspiel blieb er blass.
„Lewandowski wird diesem Status in diesem Spiel, den er haben möchte, einfach nicht gerecht. Da muss er eben auch mal gnadenlos zuschlagen“, sagte ZDF-Experte Oliver Kahn.
 Schaut man sich die Tor-Bilanz Lewandowskis in der Champions League in den vergangenen Jahren genauer an, stellt man fest: An den Vorwürfen scheint etwas dran zu schein.
Gegen große Gegner ab dem Viertelfinale ist Lewandowski nicht mehr so treffsicher.
Aber was sind die Gründe für die Torflaute des ansonsten so treffsicheren Angreifers? Ist er vielleicht gar nicht der Weltklassespieler, für den ihn viele halten?
Tatsache ist: In der Bundesliga und der Gruppenphase sind die Gegner in der Regel leichter – und es fehlt der unmittelbare Druck eines K.o.-Spiels.
Trifft der Pole aber auf Weltklasse-Verteidiger wie Sergio Ramos von Real Madrid, ist er schnell abgemeldet.
Kritiker meinen, ihm fehle es an der nötigen Technik, um ein das Prädikat "weltklasse" zu verdienen. Ballannahme und Passischerheit unter Druck seien nicht gut genug. Das unterscheide ihn von anderen Angreifern wie Ronaldo, Messi oder Salah.
Geht es nach Lewandowskis Management, gehört der Pole auf jeden Fall zu den besten Stürmern der Welt. Sie schürten in der Vergangenheit systematisch Gerüchte, dass Real Madrid Interesse an Lewandowski habe.
Nach außen wirkt es, als würde Lewandowski wie viele andere Profis auch zu sehr auf die Einflüsterungen seiner Berater hören.
Doch egal, ob Weltklasse oder nicht: Das Selbstbild des Polen ist ungetrübt. Die Bachelorarbeit, die er an der Sporhochhochschule Warschau im vergangenen Jahr abgab, trägt den Titel: RL9. Der Weg zum Ruhm.
Das Kürzel ist eine Anspielung auf CR7, den Markennamen von Cristiano Ronaldo. Es ist keine Frage. Für Lewandowski ist Lewandowski auf jeden Fall Weltklasse.
Mehr
Immer wieder hat Robert Lewandowski mit einem Weggang vom FC Bayern kokettiert - so deutlich wie sein Berater aber wurde er noch nie. Der Pole wolle im Sommer weg, auch die Bayern-Bosse seien informiert.

Noch vor zwei Monaten bot Karl-Heinz Rummenigge eine Wette an, dass sein Stürmerstar Robert Lewandowski auch die nächsten Jahre beim FC Bayern spielen wird. Seit Mittwoch scheinen die Chancen auf einen Verbleib des Polen in München aber drastisch gesunken. In einem Interview der "Sport Bild" verkündete Lewandowskis Berater Pini Zahavi nämlich: "Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid."

Lewandowski reagierte ausweichend. "Ich denke überhaupt nicht über Clubfragen nach", meinte der 29-Jährige im WM-Trainingslager der polnischen Nationalmannschaft in Arlamow. "Mit Transferangelegenheiten beschäftigt sich mein Manager. Ich will mich nur auf das Wichtigste konzentrieren, also auf die Vorbereitung auf die WM." Für den Rest sei sein Manager da. Vom FC Bayern gab es zunächst auf Anfrage keinen Kommentar zu den brisanten Aussagen.

Den Bayern droht ein echtes Wechseltheater

Nach einer Saison mit nur einem Titel in der Bundesliga droht den Münchnern ein turbulenter Transfersommer - für den just der immer wieder als unverkäuflich titulierte Torgarant sorgt. Der 29-Jährige hat als Topverdiener im Starensemble zwar noch einen Vertrag bis 2021, doch diesen will Zahavi auflösen. Die Beweggründe seien "nicht Geld oder ein bestimmter Club, denn fast alle Top-Clubs hätten gerne den besten Stürmer der Welt in ihren Reihen", sagte der Israeli.

Als Interessenten gelten Paris Saint-Germain mit dem neuen Trainer Thomas Tuchel, der FC Chelsea und Manchester United. Real Madrid soll dagegen nach jahrelangem Werben inzwischen Abstand genommen haben.

Zahavi hofft auf ein Entgegenkommen der Münchner Bosse. "Jeder in der Clubführung des FC Bayern hat selbst eine große Karriere vorzuweisen. Sie sollten seine Situation verstehen", sagte der Berater. Noch vor kurzem hatte Rummenigge gesagt: "Wir wissen, was wir an Robert Lewandowski haben. Es braucht sich keine Gedanken zu machen, er wird auch im nächsten Jahr hier in München Fußball spielen."

Angeblich bietet Zahavi ein Tauschgeschäft an

Bei einem angedachten Mega-Geschäft geht es selbstverständlich um viel Geld, doch damit kennt sich Zahavi aus. Der von Lewandowski wohl genau wegen solcher Deals im Februar für ein halbes Jahr engagierte Spitzenmanager Zahavi hatte schon den 222-Millionen-Transfer des brasilianischen Stürmerstars Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain eingefädelt. Eine Summe im Bundesliga-Rekordbereich aber könnte den Bayern für eine Einwilligung nicht reichen.

Die Mannschaft von Neu-Trainer Niko Kovac bräuchte zudem einen Ersatz für Lewandowski auf der Mittelstürmer-Position. Auch dabei scheint Zahavi eine zentrale Rolle spielen zu wollen. Laut "Sport Bild" bietet er Bayern an, bei der Suche nach einem Nachfolger zu helfen, angedacht sei ein Deal samt Ablösesumme und zusätzlichem Stürmer als Ersatz. PSG hätte für so einen Fall etwa den Argentinier Edinson Cavani im Kader, bei Chelsea könnte der Spanier Alvaro Morata nach einer Saison ohne garantiertem Stammplatz einem Wechsel zustimmen. In der Bundesliga hat nur Leipzigs Timo Werner Weltklasse-Potenzial.

"Lewy hat über Jahre, die er bei Bayern spielt, immer seine Tore gemacht. Er ist unheimlich wichtig für uns", erinnerte Teamkollege Niklas Süle im WM-Quartier der Nationalmannschaft in Südtirol. "Im Laufe dieser Saison gab es auch schon viele Gerüchte. Wir haben uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, Lewy hat auch kühlen Kopf bewahrt. Er hat gebrannt und wieder fast 30 Tore gemacht in der Bundesliga. Was der Berater sagt, oder wie es um Lewy wirklich steht, das weiß er nur selber. Aber darum wird sich der Verein kümmern."

Wechselabsichten: Lewandowski will den FC Bayern auf jeden Fall verlassen - droht jetzt Zoff?

Auch Kritik am Stürmer

Angreifer vom Format eines Lewandowski sind selten, seine Zahlen beeindruckend: In den vergangenen drei Spielzeiten erzielte Lewandowski für Bayern jeweils mehr als 40 Pflichtspieltore. Der Pole ist mit 180 Toren der siebtbeste Torjäger in der Geschichte der Bundesliga und mit 45 Treffern die Nummer zehn im ewigen Champions-League-Ranking. Im Bayern-Dress haben nur Gerd Müller, Thomas Müller, Rummenigge und Roland Wohlfahrt öfter getroffen.

Doch es gab auch Kritik am Stürmer, vor allem nach seinen zwei Null-Tore-Auftritten beim Champions-League-K.o. gegen Real Madrid im Halbfinale. Gerüchten über eine mögliche Transferoffensive entgegnete Vereinspräsident Uli Hoeneß zuletzt noch: "Wir werden nix mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen. Wir brauchen den einen oder anderen Spieler, der in wichtigen Spielen Höchstleistung bringt und nicht, wenn man gegen die schwachen Gegner spielt, und daran müssen wir arbeiten." 

tis / Manuel Schwarz DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker