Slowakei-Länderspiel Spaziergang in Bratislava


Die deutsche Nationalmannschaft bleibt unter Trainer Jogi Löw weiter ungeschlagen. Im wichtigen EM-Qualifikationsspiel in der Slowakei behielt das DFB-Team mit 4:1 die Oberhand. Ausgerechnet der Rotsünder aus dem Georgien-Spiel avancierte mit einem "Doppelpack" zum Matchwinner.

In imponierender Weise hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch den Auswärts-Härtetest in der Slowakei gemeistert und mit einem hochverdienten 4:1 (3:0)-Sieg die Weichen zur Europameisterschaft 2008 gestellt. Lukas Podolski (13./72. Minute) mit seinen EM-Qualifikationstoren sechs und sieben sowie Michael Ballack (25.) und Bastian Schweinsteiger (36.) erzielten am Mittwochabend in Bratislava die Tore zum dritten Erfolg im dritten Qualifikationsspiel und bauten die beeindruckende Bilanz von Bundestrainer Joachim Löw auf fünf Siege und 23:1 Tore aus.

Vor 21.000 Zuschauern ging Stanislav Vargas Gegentor (58.) auf Jens Lehmanns Kappe. Mit neun Punkten belegt Deutschland hinter Tschechien (10/4 Spiele) den zweiten Platz in der Gruppe D und kann damit ganz gelassen dem Jahresausklang am 15. November auf Zypern entgegensehen.

Anders als beim 0:2 vor 13 Monaten an gleicher Stelle übernahm die DFB-Auswahl sofort die Initiative und suchte angeführt vom starken Kapitän Ballack zielstrebig den Weg zum Tor. Löws Elf des Vertrauens, in die nach dem Georgien-Spiel (2:0) wie erwartet die Stammkräfte Jens Lehmann, Philipp Lahm, Torsten Frings, Miroslav Klose und Bernd Schneider in seinem 75. Länderspiel zurückkehrten, wusste über weite Strecken der einseitigen Begegnung vollauf zu überzeugen und setzte die Reihe der beeindrucken Leistungen nach der Heim-WM nun auch auswärts fort. Die Slowaken hingegen wurden einmal mehr ihrem zweifelhaften Ruf gerecht, in wichtigen Spielen zu versagen.

Schweini staubt zum 3:0 ab

Bei optimalen Bedingungen führte gleich der erste gelungene Angriff zur frühen Führung: Schneider passte gekonnt auf Klose, dessen Vorlage Podolski mit seinem schwächeren rechten Fuß problemlos einschießen konnte. Der bereits sechste Treffer des Münchners in der laufenden EM-Qualifikation war zugleich Podolskis richtige Antwort auf seinen Platzverweis am vergangenen Samstag. Die Deutschen hatten unglaublich viel Raum für ihr Spiel und kamen gegen die wenig stabil und sehr langsam wirkende Hintermannschaft des Gegners folgerichtig zu weiteren guten Szenen: Klose (18.) hätte nach Podolskis Maßflanke schon für das 2:0 sorgen müssen, doch er köpfte freistehend drüber.

Sieben Minuten später machte es Ballack nach Lahms Flanke besser: Mit seinem 34. Länderspiel-Tor zog der Kapitän mit Ulf Kirsten auf Platz acht der Ewigen Torschützenliste gleich. Die mit neun Akteuren vom 5:1-Kantersieg in Wales angetretenen Slowaken hatten in der Defensive große Probleme und fanden in der Offensive so gut wie gar nicht statt. Auch die Bundesliga-Profis Marek Mintal, Robert Vittek und Miroslav Karhan, im Vorjahr die Väter des Erfolges, bekamen das Spiel der früh demoralisiert wirkenden Hausherren nicht in den Griff. Und fingen sich noch vor der Pause das 0:3, als Kamil Contofalsky einen Ballack-Schuss nicht festhielt und Schweinsteiger abstaubte.

Podolski macht den Sack zu

"Ich bin zwar noch nicht lange dabei, aber seit ich hier bin, war das die beste Halbzeit", sagte Co-Trainer Hans Flick zufrieden in der Pause, in der es jedoch zu ersten Auseinandersetzungen im deutschen Fan-Block mit der Polizei kam. Von wem die Gewalt ausging und ob es zu Festnahmen kam, war zunächst nicht bekannt. "Das ist traurig und das verurteilen wir natürlich auch", meinte Flick dennoch.

Nach dem Wiederanpfiff gestaltete sich die Partie für seine Akteure zunächst wie ein Schaulaufen, doch als Varga nach Jens Lehmanns erstem Fehler als Deutschlands Nummer 1 einköpfen konnte, kam zumindest vorübergehend wieder etwas Spannung auf. Das erste Gegentor unter Löw nach 417 Minuten ließ die Hoffnungen der Slowaken wieder aufflackern. Die Abwehr um den Bremer Clemens Fritz, der auch in seinem zweiten Länderspiel zu überzeugen vermochte, geriet kurzzeitig etwas mehr unter Druck. Doch ein Klasse-Konter über Klose, dessen Zusammenspiel mit Podolski eine Augenweide war, sorgte durch den vierten "Doppelpack" des neben Ballack und Frings überragenden Youngsters im Nationaltrikot für die endgültige Entscheidung.

DPA/kbe DPA

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