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Verletzter Nationalspieler: Es hätte sein großer Abend werden können – dann wurde Sebastian Rudy zum blutenden Pechvogel

Sebastian Rudy stand überraschend in der Startelf der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden. Die Partie hätte sein Durchbruch auf internationalem Parkett werden können. Doch dann kam alles anders.

Sebastian Rudy blutet

Die Nase ist wohl gebrochen: Sebastian Rudy ist der große deutsche Pechvogel.

DPA

Sebastian Rudy ist einer der Spieler, an dem sich die Geister scheiden. Die einen halten ihn für maßlos überschätzt, die anderen loben ihn in den höchsten Tönen. Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Fakt ist: Der flexible Defensivspezialist steht nicht nur beim Rekordmeister FC Bayern unter Vertrag, sondern gehört seit Jahren zu den Lieblingsschülern von Bundestrainer Joachim Löw. Zumindest behaupten das diejenigen, die nicht so ganz verstehen wollen, warum der 28-Jährige mittlerweile fast 30 Länderspiele bestritten hat.

Gegen Schweden plötzlich in der Startelf

Im zweiten Spiel der WM in Russland stand Rudy dann als Sechser plötzlich in der Startelf. Die jahrelange Aufbauarbeit des Bundestrainers mündete im WM-Debüt Rudys. Und doch kam diese Nachricht ein wenig überraschend, als die Startelf öffentlich gemacht wurde.

Dass Löw auf dieser Position eventuell einen Wechsel vollziehen würde, konnte vermutet werden, weil Sami Khedira zum Auftakt gegen Mexiko der schlechteste Mann auf dem Platz war. Jedoch: Neun von zehn Beobachtern rechneten mit Ilkay Gündogan (Manchester City) oder Leon Goretzka (noch FC Schalke 04, ab Sommer FC Bayern) im defensiven Mittelfeld.

Rudy fügte sich hervorragend in die Mannschaft ein, er sicherte nach hinten ab, spielte intelligente Pässe und war vor allem ein gutes Bindeglied im Umschaltspiel. Kurz: Er machte so ziemlich alles besser als Sami Khedira am Sonntag. Dann kam die 25. Minute, in der ein schwedischer Kickschuh Rudys Gesicht ziemlich hart und ebenso unglücklich traf.

Die Nase von Sebastian Rudy ist gebrochen

Blutige Szenen spielten sich auf dem Rasen des Olympiastadions in Sotschi ab. Rudy musste vom Feld, pfefferte enttäuscht sein Trikot auf den Boden. Während Ilkay Gündogan ihn ersetzte, saß er ernüchtert auf der Auswechselbank. Es hätte sein Abend werden können. Stattdessen wurde er zum großen Pechvogel. Die Nase ist gebrochen.

Nun braucht Rudy möglichst schnell eine Maske, die es ihm ermöglicht, trotzdem am Training und am Spielbetrieb teilzunehmen. Denn der DFB ließ nach Abpfiff verlauten, dass Rudy trotz der Verletzung ein Kandidat fürs entscheidende Gruppenspiel am Mittwoch gegen Südkorea sei. Überraschen würde es nicht, wenn Löw erneut auf ihn setzen würde, denn das deutsche Ballbesitzspiel wurde mit Gündogan in der Zentrale definitiv nicht besser. Im Gegenteil. Gündogan enttäuschte – in der Einzelkritik des stern erhielt er eine glatte 5.

Vielleicht steht Rudy gegen Südkorea wieder auf dem Feld

Noch kann man nicht sagen, welchen Platz die Partie gegen Schweden in der Karriere des Sebastian Rudy einnehmen wird. Sein endgültiger Durchbruch war es nicht, dafür stand er zu kurz auf dem Platz. Doch sie könnte dem Pechvogel dennoch die Möglichkeit gesichert haben, zum WM-Stammspieler zu werden. Wenn das geschieht, wird er über die blutende Nase sicherlich bald lachen können. Und die Kritiker würden dann vielleicht auch verstehen, warum er mittlerweile beim FC Bayern und ziemlich oft auch in der Nationalmannschaft spielt.

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