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WM-Qualifikation: Portugal zieht an Schweden vorbei

Italien, Dänemark und Serbien haben das WM-Ticket gelöst, und auch für die Portugiesen sieht es mittlerweile deutlich besser aus. Dank eines 3:0-Sieges gegen Ungarn und einer Niederlage der Schweder gegen Dänemark kletterte die Mannschaft um Cristiano Ronaldo auf Rang 2. Auch Argentinien darf weiter hoffen.

Weltmeister Italien, Ex-Europameister Dänemark und Serbien sind sicher dabei, die Schweiz ist auf dem besten Weg und Griechenland hofft dank Gekas-Gala zumindest auf die Relegation. Nachdem sich Deutschland als 13. Team für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 qualifiziert hatte, lösten drei weitere Teams aus Europa bereits am vorletzten Spieltag das Ticket nach Südafrika.

Italien musste um seinen direkten Einzug in der Gruppe 8 allerdings gegen seinen ehemaligen Trainer Giovanni Trapattoni in Dublin bangen. Drei Minuten vor Schluss gelang Irlands Sean St. Ledger der Führungstreffer zum 2:1. In der 90. Minute erzielte Alberto Gilardino aber wieder den Ausgleich, nachdem Mauro Camoranesi bereits in der ersten Hälfte die Führung durch Glenn Whelan egalisiert hatte. Mit 23 Punkten sind die Italiener nicht mehr einzuholen: Schöner Trost für die Iren: Rang zwei haben sie sicher.

1:0 setzte sich Dänemark am Samstagabend im skandinavischen Derby gegen Schweden durch. Mit 21 Punkten sind die Dänen am letzten Gruppenspieltag nicht mehr einzuholen. Profiteur der Schweden-Pleite war auch Portugal. Die Mannschaft um den offensichtlich wegen einer Verletzung früh ausgewechselten Cristiano Ronaldo schob sich durch den eigenen 3:0-Sieg gegen Ungarn vorbei an den Schweden auf Rang zwei (16). Simao mit einem Doppelpack und Liedson erzielten die Tore.

"Mir fehlen die Worte"

Argentinien darf nach einem mit Mühe errungenen 2:1-Heimsieg (0:0) gegen Peru weiter auf eine Teilnahme an WM hoffen. In dem phasenweise dramatischen Spiel vor rund 50.000 Zuschauern in Buenos Aires schoss Gonzalo Higuaín die Gastgeber in der 48. Minute zunächst in Führung. Kurz vor Ende der zweiten Halbzeit schaffte Hernan Rengifo während eines heftigen Unwetters mit Sturmböen und starkem Regen in der 86. Minute den Ausgleich, und Coach Diego Maradona hatte mit seiner Elf den Zug nach Südafrika schon so gut wie verpasst.

Während der argentinische Fernsehkommentator stammelte: "Peru hat den Einstand geschafft. Mir fehlen die Worte", schoss Stürmer Martín Palermo die "Gauchos" inmitten von Wind und Regen in der 92. Minute doch wieder in Führung. Chile hingegen konnte sich mit einem souveränen 4:2 (2:1)-Auswärtssieg über Kolumbien das WM-Ticket als Tabellendritter schon fest buchen.

Uruguay rückt nach einem 2:1 (0:0)-Auswärtssieg gegen Ecuador auf den fünften Tabellenplatz vor, der zur Relegation berechtigt. Venezuela verlor vor heimischem Publikum mit 1:2 (0:0) gegen das bereits qualifizierte Paraguay und muss damit jede Hoffnung auf eine direkte WM-Qualifikation begraben.

Schweiz auf dem besten Weg zur WM

Den Blick nach Südafrika darf Serbien vorzeitig richten. Nikola Zigic, Ex-Hertha-Profi Marko Pantelic und Zdravko Kuzmanc sowie Milan Javanovic mit einem Doppelpack waren zur Stelle beim 5:0 (1:0) über Rumänien. 22 Punkte aus neun Spielen - das war auch für den nun feststehenden Playoff-Teilnehmer Frankreich eine Nummer zu groß. Die "Équipe tricolore" betrieb Schadensbegrenzung und erreichte durch ein 5:0 gegen die Färöer Inseln die Playoffs am 14. und 18. November.

In der Gruppe 2 ist Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz (20) auf dem besten Weg zur WM. Mit einem ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Luxemburg rehabilitierten sich die Eidgenossen auch für die 1:2-Heimpleite im Hinspiel gegen den Fußball-Zwerg. Philippe Senderos erzielte binnen 120 Sekunden die beiden ersten Treffer (6./8.) per Kopf. Der ehemalige Bundesliga-Profi von Eintracht Frankfurt, Benjamin Huggel, erhöhte mit dem 1000. Schweizer Tor im insgesamt 696 Länderspiel auf 3:0 (22.). Zum sicheren Einzug in die Endrunde fehlt nur noch ein Punkt am Mittwoch gegen Israel (15), das sich seinerseits durch ein 3:1 gegen Moldawien selbst noch Chancen auf Platz zwei ausrechnen kann.

Otto Rehhagel leistete mit seinen Griechen keine Schützenhilfe für seinen Trainerkollegen Hitzfeld. Mit 5:2 hielten die Hellenen ihre Endrunden-Träume im Athener Olympia-Stadion am Leben. Viermal traf allein Leverkusen-Profi Theofanis Gekas. Tor Nummer fünf ging auf das Konto von Giorgios Samara. Für die Letten hatte Maris Verpakovskis beide Tore erzielt. Zum Gruppen-Kehraus trifft Griechenland auf Luxemburg.

Hochspannung in Gruppe 3

Die Bundesliga-Legionäre Edin Dzeko (Wolfsburg) und Vedad Ibisevic (Hoffenheim) haben Bosnien-Herzegowina die Relegation am 14. und 18. November beschert. Die Auswahl Bosniens gewann mit 2:0 in Estland. Hinter dem im neunten Qualifikationsspiel zum neunten Mal siegreichen Europameister Spanien (2:1 in Armenien/27 Punkte) sicherten sich die Bosnier in der Gruppe 5 den zweiten Rang (19). Raus aus dem Rennen ist damit der ehemalige WM-Dritte Türkei.

Hochspannung herrscht in der Gruppe 3 nach dem vergebenen Matchball der Slowakei durch das 0:2 vor heimischer Kulisse gegen Slowenien: Vor dem finalen Spieltag ist der Vorsprung der Slowaken (19) auf den samstäglichen Bezwinger auf zwei Zähler geschmolzen. Dahinter haben Tschechien (2:0 gegen Polen/15) und Nordirland (14) auch noch Chancen auf den zweiten Rang.

In der Gruppe 6 verdrängte die Ukraine Kroatien vom zweiten Rang - einem 1:0-Sieg gegen den bereits qualifizierten Primus England sei Dank. Das Tor des Tages für die Ukraine erzielte Sergej Nazarenko (29.) gegen die nach der 14. Minute wegen eines Platzverweises gegen Torwart Rob Green in Unterzahl spielenden "Three Lions". In der Deutschland-Gruppe durfte sich Ex-Bundestrainer Berti Vogts unterdessen über den ersten Sieg mit Aserbaidschan in der Qualifikation freuen. In Vaduz bezwangen seine Schützlinge Liechtenstein mit 2:0.

DPA / DPA

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