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Lance Armstrong: Am Ende eines langes Weges

Bei der Tour de France war es undenkbar, vor Gericht ist es jetzt passiert: Lance Armstrong hat aufgegeben. Nun steht er vor den Trümmern seiner Laufbahn.

Ein Kommentar von Nico Stankewitz

Lance Armstrong hat den juristischen Kampf gegen die aktuell in den USA gegen ihn erhobenen Dopingvorwürfe aufgegeben. Damit nimmt er in Kauf, dass es zu einer lebenslangen Sperre gegen ihn kommen kann und der 40-Jährige seine Triathlon-Karriere beenden muss. Falls der Radsport-Weltverband UCI die Vorwürfe übernehmen sollte (was allerdings nicht sicher ist) könnten ihm theoretisch sogar seine sieben Tour-de-France-Siege aberkannt werden. Ob dieser 23. August aber tatsächlich den Abschluss der "Causa Armstrong" bedeutet, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

Klar ist, dass dieser Fall viele Facetten hat: Zum einen ist da Lance Armstrong, speziell in den USA nicht nur ein Sportstar sondern eine lebende Legende als Krebs-Überlebender, Gründer einer Stiftung, die in den vergangenen 15 Jahren knapp 500 Millionen Dollar für Krebs-Forschung und die Unterstützung von Patienten ausgegeben hat. Der Texaner ist ein sturer, unbequemer Typ und eine dankbare Zielscheibe für Boulevardmedien, viel exponierter und kampfeslustiger als etwa ein öffentlichkeitsscheuer Jan Ullrich in Deutschland. Armstrong ist und war hart gegen sich selbst und andere, darüber gibt es keinen Zweifel. Trotzdem oder gerade deswegen ist die Glaubwürdigkeit der Kronzeugen, ehemaliger Teammitglieder und Mitarbeiter sehr zweifelhaft. Insbesondere natürlich die Praxis der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA, die sich auf Statements von nachweislich gedopten Fahrern stützt, denen man Strafminderung in Aussicht stellt, wenn sie aussagen, dass bekanntere Fahrer gedopt haben. Diese Praxis ist aus Mafia-Prozessen bekannt, wenn Handlanger gegen ihre Bosse aussagen. Derartige Methoden auf Sportteams zu übertragen, ist höchst fragwürdig.

Perverse Waffengleichheit

Zum anderen ist Armstrong natürlich eine Symbolfigur des Radsports in seinen dunkelsten Jahren. Die Wunderdroge Epo wurde Anfang der 90er Jahre bekannt. Sie war spätestens seit 1992 regelmäßig und flächendeckend im Profiradsport und anderen Ausdauersportarten im Einsatz und auf den Listen der Dopingjäger. Der Haken: Den ersten brauchbaren Epo-Nachweis entwickelten die Labors erst etwa im Jahr 2000, erstmals bei einem Großereignis wurde er bei den Olympischen Spielen in Sydney erprobt. Dazwischen lagen Jahre des Doping-Schlaraffenlands, denn das Wundermittel war ja nicht aufzuspüren. Auch der größte Skandal der damaligen Zeit, die "Festina-Affäre" kam nicht durch positive Tests zustande, sondern durch den Fund von Ampullen bei der Durchsuchung eines Teamfahrzeugs. So gilt es unter Experten als unstrittig (obwohl natürlich nicht beweisbar), dass alle großen Erfolge dieser Zeit mit Hilfe von Epo zustande kamen. Waren Armstrong und Ullrich trotzdem die besten Fahrer jener Zeit? Sehr wahrscheinlich, denn es scheint eine Art perverse Waffengleichheit geherrscht zu haben, bei der sich dann doch der stärkste und fleißigste Fahrer durchsetzte. Falls dem Amerikaner einige seiner Toursiege aberkannt werden sollten, könnten Fahrer wie Alex Zülle, Jan Ullrich, Joseba Beloki oder Ivan Basso nachträglich zu Gewinnern erklärt werden - allesamt einschlägig bekannte und in Dopingermittlungen verstrickte Fahrer. In dem Zusammenhang von einer "Säuberung" zu sprechen ist nur ein schlechter Witz.

Ein Kern des Problems bleibt die Frage nach den Dopingtests. Lance Armstrong ist der wohl meistgetestete Sportler der Geschichte (die Angaben der verschiedenen Anti-Doping-Agenturen und Verbände schwanken etwas, aber es waren definitiv mehr als 500 Tests bei denen es keine Auffälligkeiten gab), trotzdem scheint es denkbar, dass er in seiner gesamte Karriere unerlaubte leistungssteigernde Substanzen verwendet hat. Welchen Sinn hatten dann eigentlich die Kontrollen? Und sollte das viele Geld und der personelle Aufwand, der für die Jagd auf längst zurück getretene Sportler eingesetzt wird, nicht vielmehr in die Verfeinerung des aktuellen Netzes gesteckt werden? Bei den jüngsten Olympischen Spielen in London gab es etliche Resultate (man denkt sofort an einige Schwimmerinnen), die die Wirksamkeit der aktuellen Dopingtests als höchst zweifelhaft erscheinen lassen - und nichts schadet der Glaubwürdigkeit des Sports mehr, als immer im Hinterkopf zu haben, ob ein Erfolg auch zukünftig noch Bestand haben wird.

Der Sportler ist am Ende

Lance Armstrong ist ein Kämpfer und ein großer Teil seiner Reputation ist nicht zu zerstören. Diesen fast aussichtlosen Kampf gegen den Krebs (und die öffentliche Aufmerksamkeit für den Kampf gegen die Krankheit) gewonnen zu haben, sind bleibende Verdienste des Mannes, der Millionen von Krebspatienten weltweit mit seinem Buch "It's Not About The Bike" (dt. "Tour des Lebens") Hoffnung und Lebensmut gegeben hat. Jeder im Radsport weiß, dass er darüber hinaus einer der härtesten Arbeiter im Feld war, der Unmengen von Trainingskilometern abspulte und sich nie schonte. Armstrong war, ausgestattet mit einem typisch amerikanisch anmutenden Optimismus, jederzeit bereit, neue Grenzen und Extremsituationen zu erforschen. Er ging nie einem Kampf aus dem Weg. Über viele Jahre hat er Prozesse gegen seine Gegner angestrengt (und meistens gewonnen). Jetzt wirkt er erstmals müde und will sich nicht mehr vor Gericht verantworten. Der Sportler Lance Armstrong ist am Ende angekommen, wie sehr der Prozess seinen Namen noch beschädigt, bleibt abzuwarten.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(