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20. Januar 2008, 13:24 Uhr

Wenn Stars verunglücken

Isadora Duncan wurde die Kombination aus Stola und Automobil zum Verhängnis, Prinzessin Dianas tragisches Ende im Mercedes Benz ihres Liebhabers bewegte die Welt, und als James Dean seinen Porsche zerbröselte, weinten ganze Heerscharen. Wenn Promis crashen, hält die Welt den Atem an. Von Helmut Werb

Auf der Flucht vor Paparrazis krachten Prinzessin Diana und ihr damaliger Partner Dodi Al-Fayed am 31. August 1997 an einen Pfeiler im Pariser Pont d’Alma-Tunnel© EPA/DPA

Am 14. September 1927 verabschiedete sich die berühmte Tänzerin Isadora Duncan von ihren Freunden mit den Worten "Adieu, mes amis, je vais à l’amour!" (jugendfrei übersetzt: "Adieu, meine Freunde, ich gehe mich der Liebe hingeben!"), stieg in den Amilcar GS ihres Geliebten Benoit Falchetto und besiegelte ihre Legende, als sich ihre lange, wehende Stola um die offene Hinterachse des Fahrzeugs wickelte und der skandalträchtigen Künstlerin auf einer Straße in Nizza das Genick brach. Duncan war damit der erste Weltstar, der Opfer ihres Automobils geworden war.

Heute bemühen sich zwar Starlets wie Britney Spears oder Lindsay Lohan, dem Vorbild zu folgen, aber einen solch zugleich glamourösen wie bizarren Abgang schaffte noch kein Prominenter, wiewohl die Kombination Auto und Promis schon immer von einer gewissen Tragik umweht war. Und es muss ja nicht immer ganz schlimm ausgehen. Francoise Sagan zerbröselte ihren Aston Martin auf einem französischen Acker und entstieg dem Wrack mit elf gebrochenen Rippen. Bertolt Brecht, Held der Arbeiterklasse, war nicht nur für seine Mutter Courage berühmt, sondern auch für seine unzähligen Autounfälle. Allerdings traf es Margaret Mitchell dann doch wieder hart. Ein schlichtes Taxi erwischte die Autorin des Weltbestsellers "Vom Winde verweht", als sie am 11. August 1949 auf dem Weg zum Theater in ihrer Heimstadt Atlanta war.

Seine Leidenschaft für flotte Autos wurde US-Filmstar James Dean zum Verhängnis© DPA

"James Dean Memorial Highway"

Der amerikanische Filmstar James Dean hingegen setzte selbst im Tod noch Maßstäbe. Nach seinem speaktakulärer Crash in seinem Porsche 550 Spyder am 30. September 1955 in der Nähe des kalifornischen Dorfes Salinas benannte die kailfornische Autobahnpolizei den Abschnitt der US Route 466, auf dem der Unfall passierte, in den "James Dean Memorial Highway". Diesen Kult-Status erreichte der amerikanische Maler Jackson Pollock nie, jedenfalls nicht unter der globalen Teenagergemeinde. Im August 1956 fuhr der Künstler, dessen "action paintings" Kunstgeschichte machten, von einer Bar in Long Island zur anderen. Leider erreichte er die dritte niemals - der 44-jährige Pollock fuhr seinen Oldsmobile Cabrio im Vollrausch zu Schrott und tötete nicht nur sich selbst, sondern auch seine Freundin Edith Metzger. Im Januar 1957 crashte der Schriftsteller Albert Camus seinen Facel-Vega in einen Baum außerhalb der französischen Ortschaft Petit Villemomble und brach sich das Genick.

Am 12. Mai 1960 verstarb der internationale Playboy und pakistanische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Prinz Aly Aga Khan, am Steuer seines Lancias in der Nähe der französischen Pferderennbahn St. Cloud. Der Prinz hatte seinen Chauffeur auf den Rücksitz verbannt, weil er seinen geliebten Lancia selber fahren wollte. Am 29. Juni 1967 verließ uns im Nebel von Moskito-Spray Vera Jayne Palmer, besser bekannt als Jayne Mansfield, "das amerikanische Busenwunder". Sie saß im Font ihres Buick Electra 225, der sie von Biloxi, Mississippi, nach New Orleans bringen sollte. Um 2 Uhr 25 morgens bohrte ihr Chauffeur die Limousine in einen extrem langsam fahrenden Truck, der Insektenvernichtungsmittel versprühte.

Rätselhafter Unfalltod

Ein tragischer Unfall verhinderte gar eine wahrhaftige US-Präsidentschaftskandidatur. Bis heute verfolgt Edward "Ted" Kennedy der 18. Juli 1969, der Tag, an der Bruder der ermordeten John F. Kennedy und Robert Kennedy seine "Gefährtin" Mary Jo Kopechne im Oldsmobile seiner Mutter in einen Deich fuhr. Mary Jo Kopechne’s Tod wurde nie ganz aufgeklärt, aber die Chancen für eine erfolgreiche Kandidatur des dritten Kennedy-Bruders waren für allemal dahin. Zwei Wochen vor seinem 30. Geburtstag, am 16. September 1977, verlor Gloria Jones, die Freundin von Marc Bolan, dem gefeierten Sänger der immens erfolgreichen Pop-Gruppe "T.Rex", die Kontrolle über ihren Mini 1275GT und katapultierte sich und Bolan in einen Baum in Queens Ridge, südlich von London. Marc Bolan, der nicht angeschnallt war, starb auf der Stelle, Jones kam mit einem gebrochenen Arm davon. Kaum war die Nachricht von Bolans Tod in den Nachrichten, stürmten Souvenir-Händler dessen Haus und stohlen alles, was nicht festgenagelt war.

Der Unfalltod von Grace Kelly, amerikanischer Ex-Filmstar und als Prinzessin Gracia Patricia die Monarchin des Fürstentums von Monaco, versetzte die Welt in einen Schock. Die Traumhochzeit zwischen ihr und dem monegassischen Herrscher Prinz Rainier galt in den fünfziger Jahren als die perfekte Verbindung zwischen der europäischen Society und Hollywood-Adel. Am 13. September 1982 verunglückte die damals 52-jährige Regentin des Fürstentums am Steuer ihres Rovers tödlich, als sie eine Serpentine auf einer Passstraße verfehlte und einen Berghang hinabstürzte. Ihre mitfahrende Tochter Stephanie kam mit mittleren Verletzungen davon. Bis heute sind die genauen Umstände des Unfalls ungeklärt.

Tödliche Flucht vor Paparazzis

Die Bestürzung über den Tod von Gracia Patricia sind nur zu vergleichen mit den weltweiten Reaktionen auf den Unfalltod von Prinzessin Diana in Paris am 31. August 1997. Der wohl am meisten beachtete Verkehrsunfall aller Zeiten erreignete sich unter (immer noch) mysteriösen Umständen, als der offensichtlich angetrunkene Fahrer von Dianas damaligen Partner Dodi Al-Fayed in hoher Geschwindigkeit vom Hotel Ritz vor den auf Motorrädern verfolgenden Paparazzis floh und im Pont d’Alma-Tunnel gegen einen Pfeiler krachte. Unter den Blitzlichtern der Paparrazi verstarb die "Prinzessin der Herzen" zusammen mit Dodi.

Von Helmut Werb
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
rofl70 (21.01.2008, 14:22 Uhr)
Rechtschreibung
Sehr geehrter Herr Werb,
ich finde es erschreckend, dass jemand, der mit dem Schreiben von Artikeln Geld verdient, glaubt, die Imperfektform von "sie stehlen" hieße "sie stohlen". Das ist doch kein Tippfehler! Dass Herr Kennedy seine Gefährtin nicht in einen Deich, sondern in einen Teich fuhr, ist dagegen schon fast ein harmloser Irrtum. Trotzdem, ist das professionell?
Countryjoe (21.01.2008, 09:55 Uhr)
Keine Götter
Auch Promis sind keine Götter. Sie sterben genauso wie der Normalverbraucher.
ZoppoTrump (21.01.2008, 08:56 Uhr)
Zwei unwichtige Bemerkungen zu James Dean
Hallo!
Zuverlässig haben sich die beiden üblichen falschen Annahmen ind den Text über James Dean eingeschlichen. Der Mechaniker war nicht seiner, sondern Rolf Wüthrich von Porsche (er überlebte). Der Spyder war auch nicht seiner, sondern ihm von Porsche zum Rennen Fahren zur verfügung gestellt worden. Privat besass Dean einen Porsche Speedster.
Gruss, ZoppoTrump
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