Die Einführung des neuen Biosprits verzögert sich. Für die Umwelt ist das nicht weiter tragisch: Sie profitiert ohnehin kaum. Ein genauer Blick auf den Kraftstoff namens E10. Von Jens Tartler
Autofahrer können sich 2011 über mehr Auswahl an der Tankstelle freuen, allerdings kommt diese später als geplant. Der Super-Kraftstoff E10 wird nach Angaben der Mineralölbranche erst in den nächsten Monaten flächendeckend an die rund 14.000 Zapfsäulen in Deutschland kommen. "Das wird eine Zeit dauern, denn die Kälte hat auch einen Einfluss auf die Umstellung" sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard.
Hinter dem Kürzel verbirgt sich Superbenzin, das zu zehn Prozent aus Bioethanol besteht. Das herkömmliche Super hat einen Bioanteil von fünf Prozent. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und die EU-Kommission verkaufen E10 als Instrument zum Klimaschutz und für eine geringere Abhängigkeit vom Erdöl. Die großen Umweltverbände wie Greenpeace sehen das anders: Sie warnen vor einem Ökodesaster durch den hohen Flächenbedarf der zusätzlich notwendigen Spritpflanzen und fordern einen Stopp der EU-Verordnung. Hier sind Antworten auf die wichtigsten Fragen zu E10.
Gefunden in der "Financial Times Deutschland".