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9. März 2010, 11:34 Uhr

Warum Apple uns unheimlich werden sollte

Kontrolle über den globalen Musikmarkt

Der legendäre Walkman ist Geschichte. Wer heute unterwegs Musik hört, trägt weiße Kopfhörer. Mehr als 250 Millionen iPods hat Apple seit der Markteinführung 2001 verkauft und nebenbei den globalen Musikmarkt unter seine Kontrolle gebracht.

Seit 2008 ist der Onlineshop iTunes der größte Musikladen der Welt, ein milliardenschwerer Umsatzbringer mit immer noch zweistelligen Zuwachsraten. Dank seiner Marktmacht kann Apple der Musikindustrie die Bedingungen diktieren. Jahrelang legte der iPod-Hersteller den Preis pro Titel auf einheitliche 99 Cent fest. Ein attraktives Angebot, der Absatz der digitalen Musikspieler florierte.

Die Plattenfirmen dagegen klagten, der knapp kalkulierte Einheitspreis beschleunige den Verfall des CD-Geschäfts, ihrer Haupteinnahmequelle. Doch Apple ließ sich nicht erweichen.

Mobilfunkbetreiber standen fürs iPhone Schlange

Als Nächstes zeigte der Konzern aus Cupertino der Telekombranche, wie das Geschäft funktioniert. Die großen Mobilfunkbetreiber standen 2007 Schlange, um an die exklusiven Vertriebsrechte für Jobs' "Jesus-Phone" zu kommen. Das Apple-Handy versprach endlich den Durchbruch für das mobile Internet im Massenmarkt - und zusätzliche Erlöse durch wachsenden Datenverkehr. Jobs konnte sich seine Partner aussuchen und die Konditionen vorschreiben.

Die Netzbetreiber subventionierten den Verkaufspreis des iPhone und beteiligten Apple sogar noch an ihren Umsätzen. So viel Frechheit hätten sich Nokia und andere niemals leisten können.

Mächtiger Torwächter

Bis heute stehen die Telefongesellschaften in der Ecke, in die Apple sie am Nasenring geführt hat. Und dort dürften sie auf absehbare Zeit bleiben. Mit dem iPad wird Apple seinen Zugriff auf die margenträchtigen Teile des Zukunftsgeschäfts sogar noch verstärken. Dank des breiteren Bildschirms dürfte das neue Gerät im Din-A4-Format den Verkauf von Filmen und TV-Serien über iTunes ankurbeln.

Mit dem Onlinebuchladen iBooks greift Jobs in einem weiteren Geschäftsfeld an. Als erste große Zeitung ist die "New York Times" bereits auf dem iPad zu lesen, andere Zeitungs- und Zeitschriftenverlage dürften folgen. Für jede Ausgabe kassiert Apple mit. Der Computerkonzern wird so zu einem der mächtigsten Torwächter des Internets. Passieren darf nur, wer zahlt. Und was zu sehen ist, bestimmt die Zentrale in Kalifornien.

Den Telekomkonzernen bleibt nur, die Datenautobahnen hin zu Apples Mauthäuschen zu asphaltieren, die wegen des Ansturms der Massen und immer größerer Informationsmengen laufend verbreitert werden müssen. So hatten sich die Deutsche Telekom , Vodafone und all die anderen das neue mobile Zeitalter nicht vorgestellt.

Die Rolle, die Jobs und seine Mannen den Telefonriesen zugedacht haben, ist undankbar. Sie allein trifft die anschwellende Kritik der Kunden über lückenhafte und kapazitätsschwache Datennetze. Um die Nutzer nicht vollends zu verprellen, müssen die Konzerne investieren, bei gleichzeitig sinkenden Margen.

 
 
KOMMENTARE (10 von 39)
 
wilhelm84 (10.03.2010, 12:45 Uhr)
Apple unheimlich????
Das Marktgebaren von Apple gefaellt mir nicht immer, aber man kann sich da ja auch wehren: http://www.defectivebydesign.org/ipad.
(DRM bei iTunes wurde uebrigens - zufaellig oder nicht - 4 Wochen nach einer aehnlichen Aktion von Steve Jobbs aufgehoben)

Aber Apple unheimlich? Nein, die machen (meistens) gute Produkte. Apple teuer? Dern kleinen MacBook haben wir angeschafft weil er guenstiger war als der vergleichbare Thinkpad. Ja, mein MacBook Pro ist ziemlich teuer - aber spart mir soviel Zeit, dass sich die Zusatzkosten in 6 Monaten amortisieren.

Das man beim Benutzen von Apple-Produkten persönliche Daten im Internet offenbaren _muss_, ist mir noch nicht passiert. Das das iPhone in der Herstellung nur 45 EUR kosten soll, kann sich ja wohl höchstens auf die Hardware beziehen. Ohne die Software kann man's aber nicht mal einschalten, da zahl ich dann doch lieber noch was dazu 8^)

stasicom (10.03.2010, 07:52 Uhr)
und...
hab ich vergessen:
bin seit 1997 Apple-User, auch beruflich, aber seit gut 3 Jahren durchaus kritisch eingestellt, z.B. gegenüber Apples Preisstrategie im Store... manch Musik und Filme sind echt zu teuer...
So, jetzt aber arbeiten, am Mac...
schönen Tag auch...
stasicom (10.03.2010, 06:20 Uhr)
Apple macht den Rosinenbomber...
und Ihr Medien, ob nah oder fern werdet satt werden wollen...

http://www.britishcouncil.de/d/events/airloom06.htm
dutchinmex (09.03.2010, 20:50 Uhr)
Medienökonom Armin Rott:
"Das ist ein Gerät, das ich meiner Mutter geben würde." Er gibt also seine Mutter etwas, bei wessem Gebrauch sie ihre persönliche Daten verpflichtet ins Internet offenbaren muß. Und das soll ein Medienexperte sein? Nicht weniger hirnverbrannt wie alle andere, die einige Hundert Euro für einen iPhone ausgeben, dessen Produktionskosten weniger als 45 Euro betragen. Oder 69 Euro für eine Maus, die jetzt das kann, was 10-Euromäuse schon seit Jahren können.
whismerh2 (09.03.2010, 19:46 Uhr)
unheimlich
ist wenn überhaupt microsoft,
oder was gibt es schlimmes an einem Betriebssystem auszusetzen, was ohne wie früher nur mit config.sys und autoexec.bat auskommen konnte und mussten, ohne die nun neu bekannte
windows registry die dem Anwender das Leben erschwert..
Bevor hier über das erfunde Desktop anwenderfreunfdliche Betriebssystem gemäkelt wird, würde ich mal den Herren Reporten empfehlen, sich Gedanken darüber zu machen, wie windows und Konsorten diese Möglichkeit über den Anfängen von Windows auf den markt bringen konnten, ohne Patentrechte zu verletzen .
Word und hauptsächlich Exel lassen grüßen.
Das war ein Deal.
Egal es bleibt dabei Mac´s Betriebssystem
ist und bleibt genial, auch wenn mann weniger rummfummeln kann, ich kenne aber auch genug Leute, die wollen mit diesem System Arbeiten und nicht rumexperimentieren, sprich die Anwendungsprogramme nutzen, und keine großartigen systemmäßige und abhängige Einstellungenen mehr vornehmen wollen.
MichaF (09.03.2010, 18:44 Uhr)
Wem Microsoft noch nicht schlimm genug war...
wechselte zu Apple. Die Dreistigkeit mit der Microsoft einst versuchte mit seinen Browern und Mediaplayern den Markt zu beherschen findet man bei Apple noch viel schlimmer vor.
.
Ausserdem ist das Design der meisten Apple-Produkte von einer abartigen Hässlichkeit. die sich kaum in Worte fassen lässt.
facilidad_de_ser (09.03.2010, 18:10 Uhr)
@wonderwobble
"Warum 69 Euro für eine Maus? "

Wenn Du versuchst dafür Argumente zu finden, wirkst Du von vorneherein schon unglaubwürdig. Sorry! Apple hatte jahrzehntelang die EIntastenmaus propagiert, jetzt macht Apple den Mausschwenk und Du plapperst die hohlen Argumente nach.
wonderwobble (09.03.2010, 17:00 Uhr)
@also ne
Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

Ich habe von Spielen im App Store gesprochen und nicht für den Mac. Wer es nicht glaubt, dass die Hersteller trotz 30 Prozent Abgabe an Apple mehr verdienen als mit allen anderen Konsolen oder dem PC, sollte mal nach den jüngsten Aussagen der Geschäftsführer großer Spielehersteller, die im App-Store verkaufen, googlen.

Welcher andere Hersteller bietet mir denn für unter 200 Euro den Funktionsumfang eines iPod touch? Außerdem konnte Apple schon iPods bauen, als andere Hersteller "MP3-Player" noch nicht einmal schreiben konnten. Warum ist Apple Marktführer bei den iPods, wenn es keiner kauft?

Warum stehen Songs bei Apple im AAC-Format im iTunes-Store? Weil die Qualität die von MP3 übertrifft. Warum durfte Apple vor allen anderen auf das riesige Musiksortiment der Musikindustrie zurückgreifen? Weil Apple sich nicht zu fein war, trotz gegenteiliger Überzeugungen einen Kopierschutz anzubieten.

Welcher Anbieter hat schon vor Apple zugelassen, beliebig viele Kopien der gekauften Musik auf CD herzustellen? Richtig: Keiner. Bei Apple ging das schon immer.

Wer hat den App-Store erfunden? Richtig: Apple. Aber Nachahmer finden sich ja immer.

Warum 69 Euro für eine Maus? Richtig: Weil es keine andere Maus am Markt gibt, die diesen Funktionsumfang bietet, schon gar nicht mit Multitouch-Gesten, die sogar per Freeware frei bestimmbar sind. Und wie viel kostet denn eine gute Mouse von Logitech oder Microsoft?

Ich war auch viele Jahre Windows-User und möchte NIE MEHR zurück. Man kann sich immer alles schön reden. Das können Apple User auch. Es ist auch nicht immer alles schön bei Apple. Welcher Hersteller kann das auch von sich behaupten?

Ich frage mich nur immer, warum sich hier die Windows-User so aufregen? Nutzt doch Windows, wenn ihr wollt. Ist mir persönlich egal. Ich brauche es nicht und will es nicht. Wir leben in einer freien Gesellschaft und jeder kann für sich persönlich entscheiden, welchem Hersteller er den Vorzug geben möchte. Aber manchmal hat man das Gefühl, dass diese überzogenen Reaktionen (teils auch vom STERN) nur Neid ausdrücken, weil die verhasste Konkurrenz wieder mal die Nase vorn hat und man selbst das Geld nicht besitzt, sich so ein Produkt zuzulegen.

Ich fahre auch keinen Porsche und keinen fetten BMW. Will ich auch nicht, weil mein Auto nur vier Räder haben und fahren muss. Einen guten Neuwagen bekomme ich auch zu einem Bruchteil des Preises. Andere hingegen stufen das anders ein und geben gerne mehr Geld für das Auto aus, weil sie den Komfort mögen. Ist auch legitim. Aber deshalb schreibe ich in Foren keine Hass-Reden gegen BMW oder Porsche.

Denk mal drüber nach.....(und die STERN-Redaktion auch....denn so langsam wird dieser Apple-Hass langweilig. Oder hat Apple eure STERN-App zu oft zurück gewiesen???)
facilidad_de_ser (09.03.2010, 13:35 Uhr)
Der eine oder andere...
...wird sich fragen, wieso in Zeitschriften so oft über Apple berichtet wird.

Antwort: Apple ist es gelungen, mit Hilfe des Internets gutes Geld zu verdienen, erst durch Musik-Downloads, dann durch den Verkauf sinnloser Apps, nun sollen noch pdf Dateien für das iPad dazu kommen.

Sollte sich das auch durchsetzen, wittern die Verlage ihre Chance, Onlineinhalte auch gebührenpflichtig zu vermarkten.
Ti-Ana (09.03.2010, 13:10 Uhr)
warum Apple?
weil es einfach zu bedienen ist...

die Geschichte dazu: meine Mutter, Ende 60, brauchte ein neues Handy. Ich habe mir im Telekom Shop jede Menge Handys angeschaut, die selbst ich, Mitte 30 und versiert im Umgang mit Technik, von der Bedienung nicht verstanden habe. Wie sollte ich das dann meiner Mutter begreiflich machen? Die alternative hieß entweder iPhone oder Senioren-Handy, die nix weiter können als zu telefonieren - aber schaut euch die Dinger doch mal an: die sind größer als die allerersten Mobilfunkknochen und eher dazu gegeignet, jemanden zu erschlagen, als zu telefonieren.
Das iPhone ist simpel: für alles was du brauchst brauchst du nur auf das entsprechende Icon klicken. Kein langes Rumgesuche in Menüs und Untermenüs... es ist einfach intuitiv bedienbar.

und zur Klarstellung: ich gehöre nicht zu "Apple ist gut und MS ist böse" Fraktion: bei mir zu Hause laufen 2 schicke Win7 Rechner, ich habe einen uralten Mp3 Player von Archos und mittlerweile ein iPhone, das ich auch nicht mehr missen möchte.
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