Bislang dominiert Konkurrent Admob den Anzeigenverkauf auf dem iPhone, doch der gehört ausgerechnet zum Imperium des Rivalen Google. Von nun an hält Apple dagegen. "Warum sollte Apple Google dieses Feld überlassen?", fragt Michael Gartenberg, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Interpret.
Zudem halten sich seit geraumer Zeit hartnäckig Gerüchte, dass Apple seinem Widersacher bald auch in dessen Stammgeschäft in die Quere kommen könnte: bei den Suchabfragen im Internet.
Im Gespräch ist eine Allianz mit dem alten Widersacher Microsoft. Dessen Suchmaschine Bing könnte anstelle von Google als Standardprogramm auf den iPhones und iPads installiert werden, berichten US-Medien. Das wäre eine offene Kriegserklärung.
Googles Gegenschlag dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Mit Android hat der Konzern bereits ein Betriebssystem für Mobiltelefone nebst angeschlossener Plattform für App-Entwickler geschaffen. Ein Google-Handy namens Nexus One wurde unlängst vorgestellt. Anfang Februar kursierten Entwürfe für einen eigenen Tablet-PC.
Die beiden Giganten prallen gerade mit voller Wucht aufeinander. Kaum zu glauben, dass sie vor gar nicht allzu langer Zeit nur lobend übereinander sprachen und Googles Chef Eric Schmidt bis zum vergangenen Sommer sogar bei Apple im Verwaltungsrat saß.
Noch hat Apple im Rennen um die Vorherrschaft im mobilen Internet die besseren Karten. Ein Blick auf die Zahlen belegt, dass Apple nicht nur bei Investoren beliebter ist, sondern auch schneller wächst als Google: Seit Anfang 2009 legte Apples Aktienkurs um 130 Prozent zu, der Börsenwert liegt mit 178 Millarden Dollar rund 8 Millarden Dollar über dem des Suchmaschinenkonzerns. Und während Google die Erlöse im vergangenen Geschäftsjahr um 8,5 Prozent steigerte, entwickelte sich Apple mit mehr als 14 Prozent Zuwachs deutlich dynamischer.
Für Steve Jobs und seine Getreuen gibt es so vorerst wenig Anlass, das Geschäftsmodell zu ändern. "Solange es geht, werden sie versuchen, jeden Aspekt zu kontrollieren", prophezeit Zukunftsforscher Saffo. "Und die kurze Zeit genießen, in der sie Monopoly-Mieten einfahren können."
Genau in dieser Selbstzufriedenheit liegt Googles Chance. Der Konzern aus Mountain View, Kalifornien, hält seine Systeme offen für alle. Kostenfrei. "Wenn es zu viele geschlossene Systeme gibt, riskieren wir, dass sich das Wachstum in der Industrie verlangsamt", stänkert Google-Vertriebschef Nikesh Arora gegen den Rivalen Apple.
Avanciert also ausgerechnet die große Datenkrake Google zum Hüter der Freiheit im Netz? Steve Jobs hält das für einen schlechten Witz. Don't be evil, das Firmenmotto des Suchmaschinengiganten, sei "ein Haufen Unsinn", gibt Jobs seiner Belegschaft bei der Betriebsversammlung in Cupertino mit auf den Weg. Ob das Gleiche auch für sein eigenes Unternehmen gilt, sagt er nicht.